Die Grafik zeigt einen Stempel auf dem steht: 100 Prozent Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus.

Internationale Wochen gegen Rassismus 2022

In den zwei Wochen rund um den 21. März hat es wieder zahlreiche Aktionen gegeben, um Solidarität für Betroffene von Rassismus zu zeigen und gemeinsam zusammenzustehen.

Pinselstrich

Haltung zeigen! Die Internationalen Wochen gegen Rassismus brachten vom 14. bis zum 27. März 2022 wieder Menschen in ganz Deutschland zusammen. Auch in diesem Jahr waren die Programmpartnerinnen und -partner von "Demokratie leben!" mit unterschiedlichen Aktionen vertreten. Sie widmeten sich dem diesjährigen Motto "Haltung zeigen" in Gesprächen, Lesungen, Diskussionsrunden oder Workshops.

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden stets um den 21. März, dem Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung, statt. Der Tag erinnert an die Proteste gegen die Passgesetze des Apartheid-Regimes 1960 in Sharpeville, Südafrika. Diese Gesetze regelten das "Aufenthaltsrecht" der schwarzen Südafrikanerinnen und Südafrikaner. Der friedliche Protest dagegen wurde von der Polizei niedergeschlagen, dabei starben 69 Menschen und der Tag ging als Massaker von Sharpeville in die Geschichte ein. Die Vereinten Nationen riefen 1966 den Gedenktag aus, der sich später um die Internationalen Wochen gegen Rassismus erweiterte. Seit 2016 werden diese in Deutschland von der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus koordiniert.

Bundesweit beteiligten sich die Partnerschaften für Demokratie und viele Modellprojekte des Bundesprogramms "Demokratie leben!", um gegen Rassismus und Diskriminierung einzustehen.

Die bunte Grafik zeigt drei Personen mit Blickrichtung nach vorn. Eine davon sitzt im Rollstuhl und eine andere trägt ein Schild mit der Aufschrift "Haltung zeigen".
Illustration des Mottos "Haltung zeigen", Grafik: Stiftung gegen Rassismus

Neben Plakatkampagnen, Vorträgen und Lesungen wurden bei einigen Veranstaltungen die Teilnehmenden auch selbst aktiv. Einerseits gibt es eine theoretische Auseinandersetzung mit Rassismus innerhalb der Gesellschaft. Andererseits erfordert es Mut selbst aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung vorzugehen. Mit kreativen Ansätzen und neuen Kooperationen können Menschen für solch erste Schritte ermutigt werden. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus bieten ein Programm, das auf Kreativität, Kunst und Kultur setzt, um – gemäß dem übergreifenden Motto – Haltung zu zeigen.

Der eigene Handabdruck als Statement gegen Rassismus

Ein klares Statement gegen Rassismus und Krieg konnten die Interessierten bei der Kunstaktion der Partnerschaft für Demokratie in Hanau abgeben. Mit der Künstlerin Sanja Zivo wurden Schilder in Institutionen, Vereinen oder Schulen gestaltet und bereits ab dem 14. März auf dem Marktplatz ausgestellt. Die Schilder mit den Handabdrücken formulieren die Ablehnung von Rassismus und Krieg. Wer selbst aktiv werden und seinen Handabdruck ergänzen wollte, konnte das an zwei Terminen mit der Künstlerin ebenfalls tun. Auch außerhalb der Termine gab es ein großes Plakat, auf das der persönliche Handabdruck als Zeichen gegen Hass und Gewalt gesetzt werden konnte. Aufgrund der aktuellen Situation wurden auch Friedensaufrufe formuliert. So gelinge Partizipation, "indem sich jeder durch einen Handabdruck und mit der Botschaft gegen den Krieg und für den Frieden beteiligen kann", berichtet die Projektkoordinatorin Anna Jagust.

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte"

Ebenfalls selbst aktiv wurden die Teilnehmenden im Fotoworkshop des Projekts QualiMoVe. In Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Schura Hamburg e. V., dem Verein wirsprechenfotografisch sowie zweier Moscheen wurde jungen Erwachsenen das Basiswissen über die visuelle Präsentation von Rassismus vermittelt. Unter dem Motto "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" konnten die Teilnehmenden sich damit auseinandersetzen, wie Gefühle aus Diskriminierungserfahrung fotografisch umgesetzt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war antimuslimischer Rassismus. Es wurden hochwertige Fotokameras zur Verfügung gestellt und der Umgang damit angeleitet. Die Leitfragen für eigene Aufnahmen waren: Wie geht Dialog? Welche Position vertritt der Islam zum Thema Rassismus und welche Motive sind hierfür geeignet? Im Anschluss an den Workshop wurden die Fotografien dann ausgestellt.

Musik als universelle Sprache

Musik ist eine international verständliche Sprache. Im Rahmen des von der Partnerschaft für Demokratie in Stuttgart koordinierten Programms kamen bei einer Jam Session mit der internationalen Band MUSAik des Vereins für internationale Jugendarbeit gleich 16 Musizierende sowie 30 Zuhörende zusammen. Es wurde in elf Sprachen gesungen und getanzt. "Gemeinsam wollten wir erleben, wohin uns die Musik trägt und offen sein für das, was passiert, wenn verschiedenste Menschen zusammenkommen, spontan musizieren und improvisieren. So wird Austausch und Begegnung hör- und erlebbar", beschreibt Projektkoordinatorin Claramarie Sternagel das Konzept des Abends. Dieser war laut den Organisatorinnen ein voller Erfolg und "am Ende waren sich alle einig: 'Lasst uns das jeden Monat machen!'"

Die Partnerschaft für Demokratie in Würzburg machte sich Musik ebenfalls zu Nutze, verlegte das kulturelle Erlebnis aber pandemiebedingt ins Digitale. Im Video des Kooperationspartners Willkommen mit Musik (WiMu) e. V. konnten die Teilnehmenden ein ganz besonderes Konzert mit Redebeiträgen erleben. Das Video mit Musik und den persönlichen Erfahrungsberichten von Ioanna Gkrigkorian und Marie Krokova über Alltagsrassismus ist auf dem YouTube-Kanal des WiMu e. V. abrufbar und zeigt die Jugendlichen nicht nur als Betroffene, sondern als Musikerinnen, die selbstbestimmt ihre Stimme gegen Rassismus erheben.

#InternationaleWochengegenRassismus

In den sozialen Medien sind die Aktionen in den Internationalen Wochen gegen Rassismus noch mit mehreren Hashtags zu finden:

  • #IWgR22

  • #InternationaleWochengegenRassismus

  • #HaltungZeigen

  • #BewegtGegenRassismus

Erstmalig bildete dann ein sportlicher Aktionstag mit #BewegtGegenRassismus am 27. März den Abschluss der Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Kreativ gegen Rassismus

Die umfangreichen Aktionen zeigen einmal mehr – sich für unsere Zivilgesellschaft und gegen Rassismus einzusetzen, ist auf unterschiedlichen Wegen möglich. Die kreativen Angebote bringen nicht nur künstlerische Ergebnisse hervor, sondern fördern Verständnis, Kommunikation und den Gemeinschaftssinn, der auch über die Internationalen Wochen für Rassismus hinaus bestehen bleibt.


Veröffentlicht im März 2022, aktualisiert

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