Antimuslimischer Rassismus (amR) greift auf eine lange Geschichte zurück. Aktuelle Argumentationen und Maßnahmen, wie etwa im Zusammenhang mit der inter-/nationalen Sicherheit oder dem Geschlechterverhältnis, greifen auf Jahrhunderte alte Diskurse zurück. Sie sind in die jeweiligen Welterklärungsmodelle eingebettet und dienen spezifischen Herrschaftsinteressen.
AmR ist, zusammen mit anderen Rassismen, strukturell in moderne Nationalstaaten, institutionell in Routinen und Normierungen sowie kulturell in eurozentrisches Wissen eingegangen. Im amR werden gesellschaftliche Verhältnisse in einer Weise mit Religion, Herkunft und Kultur (um)gedeutet, die Nicht-/Zugehörigkeit sowie Unterdrückung und Ausbeutung beziehungsweise Privilegien rechtfertigen.
Rassismuserfahrungen von Menschen, die (nicht) als Musliminnen und Muslime adressiert werden, weichen häufig von der Fremdwahrnehmung ab. Die Analyse von Rassismus kann daher zwar herrschende Politiken, Praktiken und Meinungen in den Blick nehmen und Maßnahmen dagegen empfehlen. Sie muss aber ebenso die Analysen von (als) Musliminnen und Muslime (Markierten) zentral berücksichtigen, um den Miss- und Umdeutungen adäquatere Problemdefinitionen und Handlungsoptionen gegenüberzustellen.
Zur Person
Prof. Dr. Iman Attia arbeitet im Bereich Rassismustheorien und rassismuskritische Erinnerungs- und Bildungsarbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin, mit einem interdisziplinären, interrelationalen und intersektionalen Forschungsschwerpunkt auf antimuslimischen Rassismus. Außerdem entwickelt sie mit wissenschaftlich, politisch und gesellschaftlich engagierten Personen und Communitys zusammen erinnerungspolitische Angebote aus den Perspektiven rassifizierter und diasporischer Bewegungen.
Datum: 25.06.2026
Beginn: 18:00 Uhr Ende: 20:00 Uhr
Ort: RomaniPhen Archiv, Karl-Kunger-Straße 17, 12435 Berlin
Barrierefreiheit: nicht barrierefrei
Anmeldung: per E-Mail
E-Mail: info@romnja-power.de
Teilnahmebeitrag: kostenlos
Bundesland
Berlin