Ziel
Viele Ansätze und Methoden der Konflikttransformation entstanden bisher in westdeutschen oder auch internationalen Konfliktkontexten. Ziel des Projekts sind Gesprächsräume in ostdeutschen Bundesländern, um Konflikten im Dialog begegnen zu können und diese als Anlass positiver Veränderungen wahrzunehmen. Es werden neue Anreize, Begleitformate und Methoden entwickelt, damit Menschen ihre Wahrnehmungsblase öfter verlassen, ohne dies mit Gefühlen von Überforderung, Angst oder Ohnmacht zu verbinden. Die Dialogformate beziehen sich auf regionale Zusammenhänge, wodurch Ostdeutschland als Ressource für den Diskurs bei aktuellen Konflikttransformationen wahrgenommen wird. Auf diese Weise trägt das Innovationsprojekt zur Entwicklung und Erprobung neuer Arbeitsansätze bei und beschreitet neue Wege der Zielgruppenerreichung im Themenfeld Konflikttransformation.
Zielgruppe
Zivilgesellschaftlich engagierte Erwachsene; gemeinnützige Vereine und Organisationen; Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene; ehren-, neben- und hauptamtlich in der Kinder- und Jugendhilfe Tätige; Multiplikatorinnen und Multiplikatoren; staatliche Stellen, öffentliche Verwaltung; Organisationen mit Migrantinnen und Migranten
Umsetzung
Das Projektteam fokussiert zwei innovative Aktionsbereiche, um auf die Bedarfe vor Ort einzugehen:
1. Aktionsbereich: Begleitstruktur für politische Dialoggespräche
Der bedarfsbezogene Ansatz zur Konzeption und Gestaltung von politischen Gesprächsformaten und Dialogen vor Ort stärkt lokale Akteurinnen und Akteure wie Bürgermeisterinnen, Bürgermeister, Gemeinderatsmitglieder sowie die Polizei bei lokalen Konflikten. Beispielsweise beziehen sich diese auf landwirtschaftliche Themen oder die Gesundheitsversorgung. Es wird dazu ein flexibel einsetzbares Begleitstrukturkonzept entwickelt und im Projektverlauf erprobt. Zudem wird im Aktionsbereich das Gesprächsformat "SachsenSofa" weiterentwickelt, um neue Dialogräume zu schaffen. Beauftragte staatlicher Strukturen kommen hier zu Konfliktthemen mit zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren und Menschen vor Ort zusammen.
2. Aktionsbereich: Zivilgesellschaftlich Engagierte
Zivilgesellschaftlich Engagierte und lokale Verantwortungsträgerinnen und -träger werden in Methoden für Konfliktgespräche geschult. Neu konzipiert und auf Erwachsene ausgerichtet wird dafür das Dialogformat "Bubblecrasher". Dieses Konzept über Wahrnehmungsblasen fokussiert Gespräche außerhalb von gewohnten Kontexten und setzt auf Gesprächs- und Haltungstraining für kontroverse Gespräche, wodurch unter anderem ein gesamtgesellschaftlicher Dialog gefördert wird.
Im Projekt werden auch Formate aus dem Kultur- und Kunstbereich erprobt, zum Beispiel Lesungen und Ausstellungen oder Spaziergänge und Radtouren.