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Förderaufrufe für die neuen Programmebenen und Sondervorhaben veröffentlicht
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Das neu aufgestellte Bundesprogramm "Demokratie leben!" ist ein wichtiges Instrument der Demokratiebildung und Extremismusprävention in Deutschland. Mit der Weiterentwicklung des Programms und mit neuen wirkungsorientierten Zielen, neuen Programmebenen und mehr Pluralität wird es eine größere Breitenwirkung in die Mitte der Gesellschaft erreichen. - Die Förderaufrufe für die Programmebenen "Bund" und "Digitaler Raum" sowie für das Sondervorhaben "Integration und Teilhabe" sind auf der Website www.demokratie-leben.de samt weiterführenden Informationen veröffentlicht.
- Alle interessierten Organisationen können auf Basis der Förderaufrufe in einem digitalen Verfahren ab dem 3. August 2026 über das Förderportal ihre Projektvorschläge einreichen.
- Nach der unabhängigen Begutachtung aller eingereichten Projektideen werden ab Oktober die ausgewählten Projekte zur Antragstellung aufgefordert – mit dem Ziel, dass die Projekte zum 1. Januar 2027 beginnen.
Das Bundesprogramm stellt sich ab 2027 wie folgt dar: Programmebene "Kommune" Auf der Programmebene "Kommune" werden kommunale Partnerschaften für Demokratie gefördert. Damit werden Projekte kommunaler Gebietskörperschaften und Projekte von Zusammenschlüssen kommunaler Gebietskörperschaften zur Demokratiebildung und Extremismusprävention gefördert. Die kommunalen Partnerschaften für Demokratie werden wie bislang gefördert. Weitere, neue Partner vor Ort aus Regelstrukturen und der Arbeitswelt sollen stärker eingebunden werden. Das Ziel ist mit Projekten, mehr Begegnungs- und Diskussionsräume vor Ort zu schaffen, um Dialog und Konfliktlösung zu fördern. Zur Unterstützung der kommunalen Partnerschaften für Demokratie bei ihrer Arbeit werden zentrale Begleitangebote umgesetzt. Hierzu gehören allgemeine Fort- und Weiterbildungsangebote sowie Unterstützungs- und Beratungsangebote für Konfliktbearbeitung und Schutzkonzepte. Hierzu wird es kein neues Interessenbekundungsverfahren geben. Die kommunalen Partnerschaften für Demokratie sollen im Oktober die Möglichkeit bekommen ihre jährlichen Anträge zu stellen. Programmebene "Land" Die "Landes-Demokratiezentren" und die "Extremismusprävention in Strafvollzug und Bewährungshilfe" werden auf einer neuen Programmebene "Land" zusammengeführt. Auf der Programmebene "Land" wird jeweils ein Projekt als "Landes-Demokratiezentrum" pro Bundesland gefördert. Mit den Landes-Demokratiezentren werden bedarfsorientiert die überregionalen, regionalen und lokalen Angebote zur Mobilen Beratung, zur Opfer- und Betroffenenberatung sowie zur Ausstiegs- und Distanzierungsberatung im jeweiligen Bundesland gefördert. Jedes Landes-Demokratiezentrum kann zudem in den Handlungsfeldern Demokratiebildung und Extremismusprävention Projekte umsetzen, die im Bundesland von besonderer Bedeutung sind und deren inhaltliche Schwerpunktsetzung sich an der jeweiligen Bedarfslage im Bundesland orientiert. Hierzu wird es kein neues Interessenbekundungsverfahren geben. Die Projektträger der "Landes-Demokratiezentren" sowie "Extremismusprävention im Strafvollzug und der Bewährungshilfe" sollen im Oktober die Möglichkeit bekommen ihre jährlichen Anträge zu stellen. Programmebene "Bund" Auf der Programmebene "Bund" werden im Rahmen einer "Bundesoffensive Demokratiebildung und Extremismusprävention" Projekte von Organisationen gefördert, deren Arbeit im jeweiligen Struktur- oder Themenfeld von bundesweiter Bedeutung ist. Demokratiebildung Demokratiebildung wird im Bundesprogramm "Demokratie leben!" als ganzheitlicher, evidenzbasierter Bildungsauftrag gesehen, der Menschen dazu befähigt, mündig, aktiv und verantwortungsbewusst an einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft demokratisch mitzuwirken. Demokratiebildung erfordert ein Lernen durch, über und für Demokratie basierend auf den Normen und Werten des Grundgesetzes. Neben der Vermittlung von Wissen und der Aneignung von demokratierelevanten Kompetenzen liegt ein Schwerpunkt auf der aktiven Erfahrung von Demokratie, demokratischen Werten und Verfahren durch Beteiligung und Partizipation vor allem im Alltag (praxisbezogen, lebensweltnah, altersgerecht). Demokratiebildung fördert Dialogbereitschaft und einen konstruktiven Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten. Dialogräume sollen geschaffen, demokratische Konfliktbearbeitung gefördert und der Austausch mit sowie Respekt vor Andersdenkenden auf der Basis demokratischer Grundwerte gestärkt werden. In der Programmebene "Bund" wird im Handlungsfeld "Demokratiebildung" eine Ausrichtung auf Regelstrukturen vorgenommen. Diese Anbindung an Regelstrukturen soll die Wirksamkeit von Demokratiebildung auch in der Breite stärken, das Erreichen aller relevanten Zielgruppen fördern und einen nachhaltigen Transfer der projektgeförderten Vorhaben in den jeweiligen Regelstrukturen unterstützen. Extremismusprävention Die demokratische Gesellschaft wird durch unterschiedliche Formen des Extremismus bedroht. Dazu gehören Rechtsextremismus, Linksextremismus, islamistischer Extremismus sowie phänomenübergreifende Ausprägungen. Die Ideologien dahinter basieren auf Ungleichwertigkeitsvorstellungen, Verschwörungsdenken, Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus sowie Ausprägungen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und können mit Gewaltbereitschaft einhergehen. Radikalisierung verläuft heute verstärkt im digitalen Raum. Immer jüngere Kinder sowie Jugendliche und junge Erwachsene verfangen sich in extremistischem Gedankengut und Szenen. Prävention muss daher online wie offline ansetzen, muss Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie deren soziales Umfeld adressieren, Fachkräfte in Regelstrukturen und deren Multiplikatorinnen und Multiplikatoren einbeziehen, um Radikalisierung frühzeitig entgegenzuwirken und Betroffene zu schützen.
Programmebene "Digitaler Raum" Mit der Weiterentwicklung des Bundesprogramms "Demokratie leben!" wird zukünftig der Einsatz für die Demokratie im digitalen Raum als Programmebene gefördert. Die Menschen sollen dort erreicht werden, wo sie sich zunehmend informieren, aufhalten und mit anderen Menschen interagieren: im digitalen Raum. Dort finden zugleich aber auch in wachsendem Maß Radikalisierungsprozesse statt. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, werden digitale Demokratiebildung und Extremismusprävention angeboten – auch und gerade mit Blick auf junge Menschen. Im Zentrum stehen dabei die Vermittlung von Medien- und Digitalkompetenz, Demokratiebildung und Extremismusprävention im Gaming sowie Prävention gegen Anfeindungen, Desinformation, Verschwörungsdenken und gegen Ausprägungen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) im digitalen Raum. Sondervorhaben "Integration und Teilhabe" Deutschland ist ein Einwanderungsland. Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe und von geteilten beziehungsweise divergenten Wertvorstellungen sind somit Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Integration als zentrale gesamtgesellschaftliche Aufgabe bedeutet, allen in Deutschland lebenden Menschen eine möglichst chancengerechte Teilhabe an zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu ermöglichen. Je nach individueller Ausgangssituation stehen dabei unterschiedliche Voraussetzungen und Bedarfe im Vordergrund. Das neue Sondervorhaben "Integration und Teilhabe" trägt diesen Unterschieden Rechnung, indem es durch die Themenfelder "Teilhabe und Chancengerechtigkeit" sowie "Zusammenhalt und Dialog" Fachkräfte in Regelstrukturen dabei unterstützt, Teilhabe und demokratische Mitgestaltung zu stärken und gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Begegnung, Dialog und pluralistische Konfliktbearbeitung zu fördern. Die Förderaufrufe und weitere Informationen finden Sie hier.
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