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Margot-Friedländer-Preis verliehen

Der Margot-Friedländer-Preis würdigt jährlich besondere Projekte von Jugendlichen und Auszubildenden, die sich mit dem Holocaust beschäftigen. In Berlin sind nun die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet worden. Stefan Zierke hielt die Laudatio auf sie.

In Berlin ist am 13. Mai der Margot-Friedländer-Preis verliehen worden. Mit dem Wettbewerb der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa werden Jugendliche und Auszubildende seit 2014 dazu aufgerufen, sich mit dem Holocaust auseinanderzusetzen und sich gegen heutige Formen von Antisemitismus, Rassismus sowie Ausgrenzung einzusetzen. Bei der Preisverleihung im Max Liebermann Haus hielt Stefan Zierke, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesfamilienministerin, die Laudatio auf die jungen Preisträgerinnen und Preisträger. Bei der Preisverleihung würdigte Stefan Zierke außerdem das Lebenswerk von Margot Friedländer.

Stefan Zierke:

„Ich bin tief beeindruckt von Frau Friedländer, die Jung und Alt lehrt: ,Man kann nicht alle Menschen lieben, aber respektieren. Seid Menschen, bleibt Menschen.' Dafür steht auch der Margot-Friedländer-Preis: Schülerinnen und Schüler setzen sich im Rahmen ihrer Projekte für ein friedliches, respektvolles Miteinander ein - für eine demokratische Gesellschaft. Und es motiviert junge Menschen sich mit unserer Geschichte, dem Holocaust, Rassismus und Antisemitismus auseinanderzusetzen. Das unterstützt das Bundesfamilienministerium sehr gerne mit dem Bundesprogramm ,Demokratie leben!'.“

Die ausgezeichneten Projekte

1. Platz: Den ersten Preis erhielten Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle im Saarland für ihr Projekt „Wege der Erinnerung in der Gemeinde Nohfelden". Die Gruppe möchte Wandertagskonzepte zur Erinnerung an jüdische Spuren erarbeiten, acht Informationstafeln mit QR-Codes an verschiedenen Orten aufstellen und damit einen außerschulischen Lernort erschaffen, den auch Jugendliche anderer Schulen nutzen können.

2. Platz: Die Martin-Buber-Schule im hessischen Gießen bekam für ihr Projekt „Steine ins Rollen bringen" einen Preis. Die Pädagoginnen und Pädagogen der Förderschule für geistige und motorische Entwicklung möchten sich zunächst mit den Schülerinnen und Schülern mit der Erinnerung an den Holocaust und an jüdische Traditionen beschäftigen. Anschließend planen sie, in Kleingruppen eine Skulptur mit selbstentworfenen kleinen Gedenksteinen zu gestalten - in Anlehnung an das Niederlegen von Steinen an Gräbern in der jüdischen Tradition.

3. Platz: Die Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Böll-Schule Hattersheim in Hessen holten mit dem Ausstellungsprojekt „Vertreibungen ins Exil - Hintergründe zur ersten Ausbürgerungsliste der Nationalsozialisten vom August 1933" den dritten Platz. Ihre Wanderausstellung zeigt alle Personen, die zwischen Januar und August 1933 von den Nationalsozialisten ausgebürgert wurden Die Ausstellung porträtiert diese Menschen und stellt ihre Fluchtwege sowie Exilländer vor. Um die Ausstellung an möglichst vielen Orten zu zeigen, bauen die Schülerinnen und Schüler ein Netzwerk auf.

Die Preise überreichten die Holocaust-Überlebende Margot-Friedländer und André Schmitz-Schwarzkopf, Vorstandsvorsitzender der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa, die über das Bundesprogramm „Demokratie leben!" in der Strukturentwicklung zum bundeszentralen Träger gefördert wird.

Der Margot-Friedländer-Preis

Der Margot-Friedländer-Preis wurde 2014 ins Leben gerufen und richtet sich bundesweit an Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe 5 sowie an Auszubildende. Teilnehmende Jugendliche beschäftigen sich in teils interaktiven Projekten mit dem Holocaust, mit seiner Überlieferung und mit Zeitzeugen. Die ausgezeichneten Projekte sind noch nicht abgeschlossen.

Junge Jury

Erstmals wird der Margot-Friedländer-Preis in diesem Jahr von einer Jungen Jury beraten. Sie besteht aus Mitgliedern zwischen 16 und 24 Jahren, die zum Teil bereits an dem Wettbewerb teilgenommen haben. Die jungen Engagierten evaluierten alle eingegangen Preisbewerbungen und übergaben anschließend ihre Empfehlung an Margot Friedländer und die Mitglieder der von ihr berufenen Jury.
 

Margot Friedländer

Die 1921 in Berlin geborene Margot Friedländer überlebte Verfolgung und Krieg im Untergrund in Berlin und im Konzentrationslager Theresienstadt. Ihre Familienangehörigen wurden nach Auschwitz deportiert. Nach dem Krieg emigrierte Margot Friedländer nach New York bis sie 2010 nach Berlin zurückkehrte. Seit ihrer Rückkehr besucht die Holocaust-Überlebende regelmäßig Schulen und andere Einrichtungen in ganz Deutschland, um über ihr Leben zu berichten und junge Menschen zu Zivilcourage zu ermutigen. Für ihr Engagement wurde die 97-Jährige mehrfach ausgezeichnet.