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Lagebericht „Islamismus im Netz 2018“ und Handreichung „Salafismus Online“ vorgestellt

Dr. Franziska Giffey stellt Lagebericht „Islamismus im Netz 2018" vor


Islamistische Akteure nutzen die neuen Medien gezielt, um Kinder und Jugendliche zu beeinflussen. Das zeigt ein neuer Bericht von jugendschutz.net. Dr. Franziska Giffey betonte die Bedeutung der Präventionsarbeit, die das Bundesprogramm „Demokratie leben!" in zahlreichen Projekten fördert.

Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey hat am 2. April den Lagebericht „Islamismus im Netz 2018" vorgestellt. Erarbeitet und herausgegeben wird er von jugendschutz.net. Der Bericht macht deutlich, wie islamistische Akteure ihre Deutungsmuster an junge Menschen herantragen. Dabei docken sie bewusst am medialen Kommunikationsverhalten vieler Jugendlicher an.

Lagebericht „Islamismus im Netz 2018"

Der Lagebericht „Islamismus im Netz 2018" wurde in den Räumen von  Ufuq e. V. vorgestellt - ein in Berlin-Kreuzberg angesiedelter Verein, der durch das Bundesjugendministerium unterstützt wird und sich gegen islamistische Radikalisierung im Netz engagiert. Für den Bericht hat jugendschutz.net insgesamt 19.200 Angebote mit islamistischen Inhalten gesichtet. In 649 Beiträgen in sozialen Medien wurden insgesamt 872 Verstöße gegen jugendschutzrechtliche Bestimmungen festgestellt und untersucht. Zu 56 Prozent bezogen sich die Verstöße auf Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. In 20 Prozent der Fälle ging es um Kriegsverherrlichung, zum Beispiel in Form der Glorifizierung des Dschihads. In 14 Prozent der Fälle wurde die Menschenwürde verletzt, beispielsweise durch Leidensdarstellung von Kriegsopfern und in sechs Prozent der Fälle ging es um Gewaltdarstellungen wie Hinrichtungs- oder Foltervideos. Im Vergleich zu 2017 ging die Zahl der Gewaltdarstellungen von 195 registrierten Verstößen auf 48 im Jahr 2018 zurück. Der Großteil der 2018 gesichteten Fälle islamistischer Propaganda (87 Prozent) befand sich auf ausländischen Social-Media-Diensten wie YouTube, Facebook, Instagram oder Telegram. YouTube löschte die Beiträge nach Hinweis in 99 Prozent der Fälle, Instagram in 98 Prozent, Facebook in 82 Prozent und Telegram lediglich in 58 Prozent der gemeldeten Verstöße.

Handreichung „Salafismus Online"

Die Broschüre Salafismus Online stellt Arbeitsmaterialien für die praktische Arbeit in der Schule bereit und bietet Hintergrundinformationen über Propagandastrategien im Netz. Sie wird von jugendschutz.net und  klicksafe in Kooperation mit Ufuq herausgegeben.