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Glossar

Zivilcourage

Zivilcourage bezeichnet den Mut, sich einzumischen. Sie kann sich in verschiedenen Handlungen äußern, beispielsweise wenn jemand bei einer Gewalttat einschreitet, offen gegen wahrgenommene Ungerechtigkeit und Diskriminierung protestiert oder sich gegen ausländerfeindliche Stammtischparolen wendet. Ziel der Einmischung ist dabei normalerweise, demokratische Werte zu verteidigen.

Anschaulich definiert der Musiker Sebastian Krumbiegel: Zivilcourage bedeute für ihn "erstmal, sich ein[zu]mischen und [zu] wissen, dass man eine Sache selbst in die Hand nehmen kann. Laut geben, damit fängt es also schon an und auch laut sagen, was einem nicht passt. Auch wenn es Ärger bringt. Sich wegducken und unterordnen in uniforme Ideologien, das ist dann das Gegenteil davon".

Eine wissenschaftliche Definition stammt von dem Sozialpsychologen Dr. Kai Jonas, an der Universität Amsterdam: "Zivilcourage ist mutiges, öffentlich gezeigtes Verhalten zu Gunsten gefährdeter oder bedrohter Dritter, welches auf der Basis von universellen Menschenrechten ausgeübt wird." Dieses Engagement setze oft, aber nicht notwendigerweise einen "sozialen oder legalen Normbruch voraus, um eine höher bewertete Norm zu schützen". Ebenso gehe mit Zivilcourage "die Gefahr negativer Konsequenzen für denjenigen einher, der eingreift - entweder, weil der Täter ihn ebenfalls gefährdet oder weil die gesellschaftliche Wahrnehmung seines Handelns negativ ist."

Anders drückte dies der Schriftsteller Kurt Tucholsky aus: "Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein". Auch das ist Zivilcourage, insbesondere unter den Bedingungen einer Diktatur.

Verfasst von Holger Kulick für das Glossar von BIKnetz - Präventionsnetz gegen Rechtsextremismus [Stand Januar 2013]