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Glossar

Xenophobie

Xenophobie bedeutet wörtlich übersetzt Angst vor Fremden, im wissenschaftlichen Gebrauch hat sich aber die weitergehende Bedeutung Fremdenfeindlichkeit etabliert.

Xenophobie basiert auf einer Einteilung der Welt in Eigen- und Fremdgruppen und drückt sich in ablehnenden bis hin zu feindseligen Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber Individuen oder Gruppen aus, die nicht zur Eigengruppe gezählt werden. Kriterien für die Abgrenzung können unterschiedlich sein, oft sind es Äußerlichkeiten, ethnische Unterschiede oder kulturelle Gepflogenheiten.

Ebenso kann sich Xenophobie auf verschiedene Art äußern, passiv in Form von Furcht oder Vorurteilen gegenüber Angehörigen der anderen Gruppe, aber auch aktiv bis hin zu gewalttätigen Übergriffen. Xenophobie liegt anders als Rassismus i. d. R. keine klare ideologische Linie zugrunde, oft sind Begründungen für die Feindseligkeit unpräzise und diffus. Gerade diese Unbestimmtheit scheint jedoch oft sogar zu einer größeren gesellschaftlichen Toleranz gegenüber fremdenfeindlichen Einstellungen zu führen, die letztlich die Opfer als "keine von uns" ausgrenzen.

Verfasst von Holger Kulick im Auftrag der Amadeu Antonio Stiftung für das Glossar der Bundeszentrale für politische Bildung im Dossier Rechtsextremismus 2010.
Überarbeitet, ergänzt und aktualisiert von Holger Kulick für das Glossar von BIKnetz - Präventionsnetz gegen Rechtsextremismus [Stand Januar 2013]