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Glossar

Symbole

Symbole dienen Rechtsextremen als Erkennungszeichen, zur Identitätsbildung und Provokation und finden sich meist auf Aufnähern, Accessoires, Autoaufklebern, Transparenten, CD-Covern oder Kleidungsstücken.

Sie entstammen dabei ganz unterschiedlichen Kontexten:
Der germanischen Mythologie , z. B. Triskele, Sig-Rune, Lebensrune, Keltenkreuz, Odalsrune, Thorshammer, Wolfsangel, Sonnenrad (die meisten davon wurden auch im Nationalsozialismus verwendet).
Dem Nationalsozialismus , z. B. Hakenkreuz, NSDAP-Symbole & -Abzeichen, SA-Zivilabzeichen, Gau-Dreieck (oder auch Gau-Winkel), Zahnrad.
Dem militärischen Bereich z. B. Reichkriegsflagge von 1867-1921 (und ihre Farben schwarz, weiß, rot), eisernes Kreuz.
Rassistischen Gruppierungen, z. B. "White Power"-Faust, Ku-Klux-Klan-Symbol.
Revolutionären, anti-etatistischen Zusammenhängen wie Che Guevara-T-Shirts oder Palästinensertücher.
Eigenkreationen rechtsextremer Gruppierungen oder Versandhäuser zur Verunglimpfung politischer Gegner und anderer Feindbilder, z. B. Symbole mit Warnungen vor Zecken (in Anspielung auf Punks und Linke), mit durchgestrichenen Nasen und dem Slogan "gegen Nasen" (in Anspielung auf Juden) und durchgestrichene, als Karikatur dargestellte Menschen mit schwarzer Hautfarbe, dazu Schriftzüge, die meist auf die Zerstörung des politischen Gegners anspielen, wie "Rot-Front zerschlagen" (im Schrifttyp von Coca-Cola) oder "Keine Ruhe den Rotfaschisten".

Viele dieser Symbole wären in anderen Zusammenhängen jenseits der rechtsextremen Szene unbedenklich, erhalten aber im Kontext der rechtextremen Ideologie eine spezifische Aufladung. Ein Keltenkreuz auf einem Friedhof in Irland ist nichts anderes als eine traditionelle Art der Grabmalgestaltung. Das Keltenkreuz auf einer Demonstration rechtsextremer Gruppierungen, vielleicht noch inmitten einer Reihe weiterer germanischer Runen, verweist dagegen auf die Ahnengemeinschaft mit der angeblichen nordisch-arischen weißen Rasse.

Symbolik wird als internes Erkennungs- und Kommunikationsmittel eingesetzt und bietet unterschiedlichsten Gruppierungen innerhalb der rechtsextremen Szene eine Ausdrucksform.

Verfasst von Holger Kulick im Auftrag der Amadeu Antonio Stiftung für das Glossar der Bundeszentrale für politische Bildung im Dossier Rechtsextremismus 2010.
Überarbeitet, ergänzt und aktualisiert von Holger Kulick für das Glossar von BIKnetz - Präventionsnetz gegen Rechtsextremismus [Stand Januar 2013]