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Glossar

Sexismus

Sexismus bezeichnet die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts sowie die Ideologien und Einstellungen, die dieser zugrunde liegen. Insbesondere wird unter Sexismus die Benachteiligung und Unterdrückung der Frau aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit zusammengefasst. Sexismus basiert also auf einer Ideologie der Ungleichwertigkeit, obwohl Abwertung und Abwehrverhalten sich nicht gegen eine Minderheit richten.

Der Begriff wurde in den 1960er Jahren von der US-amerikanischen Frauenbewegung analog zum Begriff des Rassismus entwickelt, um das Unterdrückungsverhältnis nach Geschlecht zu thematisieren und die Benachteiligung und den Ausschluss von Frauen aus gesellschaftlichen Räumen und Institutionen anzuprangern. Ähnlich wie beim Rassismus findet sich auch beim Sexismus ein deutlicher Zusammenhang zwischen ideologischer Diskriminierung und ökonomischer Ausbeutung, indem die Unterdrückung des anderen Geschlechts mit dem Sichern eigener Machtpositionen und Ressourcen verbunden ist.

In der soziologischen Forschung wird vor allem der strukturelle Aspekt von Sexismus betont und dabei argumentiert, dass Sexismus kulturelle Wurzeln hat und sich insbesondere in sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Regelungen, menschlichem Handeln, Denken und Meinungen spiegelt, nach denen Männer privilegiert werden und Frauen benachteiligt. Sexismus äußert sich z. B. in schlechterer Ausbildung von Frauen, bei gleicher Bildung schlechteren Berufen und Karrieren, geringerem Lohn bei gleicher Arbeit, der vorwiegenden Übertragung der Kindererziehung, geschlechtsspezifischen Moralvorstellungen, aber auch faktischer Gewalttätigkeit (Vergewaltigung, sexuelle Belästigung).

In postfeministischen Definitionen wird Sexismus noch weitgehender gefasst und meint ganz grundsätzlich alle Erwartungen und Forderungen nach dem Entsprechen oder Erfüllen von Geschlechtsnormen (also auch bei Männern). Sexismus wird zusammen mit Phänomenen wie Homophobie oder Rassismus unter den Begriff gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gefasst.

Literatur:
Becker, Ruth; Kortendiek, Beate (Hrsg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie, 3., erw. und durchges. Aufl., Wiesbaden 2010.
Heitmeyer, Wilhelm (Hrsg.): Deutsche Zustände, Folge 1-10, Frankfurt a. M. 2003-2011.

Verfasst von Romy Wöhlert für das Glossar der Bundesprogrammseite von kompetent. für Demokratie. Durchgesehen von Romy Wöhlert für das Glossar von BIKnetz - Präventionsnetz gegen Rechtsextremismus [Stand Dezember 2012].