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Glossar

Modellprojekt

Projekte sind im Allgemeinen Aktivitäten, Interventionen oder Maßnahmen, die intentional aufeinander bezogen darauf ausgerichtet sind, bestimmte Veränderungen/Stabilisierungen bei bezeichneten Zielgruppen, in Organisationen oder in sozialen Systemen auszulösen. Für gewöhnlich sind Projekte zeitlich begrenzt.

Im Rahmen von Programmen in verschiedenen politischen Handlungsfeldern auf Bundes- und Landesebene werden häufig Projekte gefördert, um einen Beitrag zur Erreichung der übergeordneten Programmziele zu leisten.

So fördert aktuell beispielweise das Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" Projekte zur Stärkung von zivilem Engagement, Vielfalt und Toleranz. Die konkrete Ausgestaltung inhaltlicher und formaler Natur für förderfähige Projekte legen die Programme dabei in sogenannten Förderrichtlinien fest. Modellprojekte im Speziellen zeichnen sich zusätzlich durch ihren Entwicklungs- bzw. Erprobungscharakter aus. Sie sollen neue Wege beschreiten, also beispielsweise Konzepte und Methoden entwickeln, die es in dieser Form noch nicht gab oder mit denen keine praktischen Erfahrungen bestanden. Übergeordnetes Ziel von Modellprojekten ist es, neue Modelle auszutesten und die praktisch bewährten anschließend in die Regelpraxis zu überführen.

Der Modellcharakter eines Projektes kann sich dabei durch verschiedene Neuerungen zeigen, nicht immer muss eine neue Methode erfunden werden. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI; Bischoff u. a. 2011) entwickelte für die Beurteilung des Modellcharakters einen Kriterienkatalog. Demnach kann ein Projekt als modellhaft gelten, wenn es neue Methoden/Strategien entwickelt, Methoden oder Strategien kombiniert, bewährte Methoden/Strategien in ein neues Feld überträgt, bewährte Methoden/Strategien in ein neues Setting übernimmt, bewährte Methoden/Strategien in neue regionale Bezüge setzt oder bewährte Methoden/Strategien für die Arbeit mit neuen Zielgruppen/Zielgruppenkombinationen weiterentwickelt. Aus dieser Erläuterung ergeben sich spezifische Herausforderungen für Modellprojekte.

Sie müssen über den aktuellen Stand von Forschung und Praxis hinausgehen, durch Monitoring und (Selbst-)Evaluation eine kontinuierliche Überprüfung der umgesetzten Interventionen vornehmen, um das erprobte Konzept ggf. im Projektverlauf anpassen und schließlich bewerten zu können, eine nachvollziehbare Dokumentation des Projektkonzepts inkl. der zentralen Bedingungen sowie der Projekterfahrungen und -ergebnisse mit Annahmen zur Übertragfähigkeit des Projektkonzepts auf andere Settings, Zielgruppen etc. erstellen sowie ein geeignetes Konzept für die Nachhaltigkeit sowie Verstetigung von Projektmaßnahmen erarbeiten und umsetzen, sofern es sich bewährt hat.

Quellen : Eval-Wiki: Glossar der Evaluation. URL: www.eval-wiki.org/glossar/Eval-Wiki:_Glossar_der_Evaluation Bischoff, Ursula u. a. (2011): Abschlussbericht der Programmevaluation der Bundesprogramme "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" und "kompetent. für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus" für den Berichtszeitraum 01.07.2007 bis 31.12.2010. Halle/Saale: DJI. S. 132. PDF-Download unter www.biknetz.de/fileadmin/Dokumente/Wissen/Wissensdatenbank/BIK009900412_Gesamtevaluation_VTG_kompetent.pdf [20.03.2013] Verfasst von Susanne Giel und Melanie Niestroj (Univation Institut für Evaluation Dr. Beywl & Associates GmbH) für das Glossar von BIKnetz - Präventionsnetz gegen Rechtsextremismus [Stand April 2013]