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Glossar

Ethnozentrismus

Ethnozentrismus ist ein Fachbegriff aus der Vorurteils- und Rassismus forschung. Er bezeichnet eine politische Einstellung, die bestimmte Merkmale der eigenen Volksgruppe (Ethnie) wie die Hautfarbe oder die Zugehörigkeit zu einer Religion über die anderer Völker stellt.

Den Begriff geprägt hat 1906 der US-Soziologe William G. Sumner in seinem Buch Folkways. Darin bezeichnet er Ethnozentrismus als "Fachausdruck für jene Sicht der Dinge, in welcher die eigene Gruppe der Mittelpunkt von Allem ist und alle anderen mit Bezug darauf bemessen und bewertet werden ("...in which one's own group is the center of everything and all others are scaled and rated in reference to it.").

Ethnozentrismus sei also eine Denk- und Verhaltensweise, in der "jeder denke, seine Lebensweise wäre die richtige". Dieser Selbstbezogenheit einer Gruppe wird in der Entwicklungspsychologie und Pädagogik das Erlernen interkultureller Kompetenz entgegengesetzt, um insbesondere bei Kindern und Jugendlichen eine frühe Festigung rassistischer Vorurteile zu verhindern.

Verfasst von Holger Kulick für das Glossar von BIKnetz - Präventionsnetz gegen Rechtsextremismus [Stand April 2013]