Zum Inhalt springen Zum Hauptmenü springen Zum Servicemenü springen

Glossar

Blood & Honour (B&H)

Blood & Honour (zu Deutsch: Blut und Ehre) ist ein international agierendes rechtsextremistisches Musik-Netzwerk. Gegründet wurde es in den 1980er Jahren durch den Musiker der britischen Skinhead -Kultband Skrewdriver, Ian Stuart Donaldson.

Der Name soll an die Grußformel der Hitlerjugend erinnern. Ziel des Netzwerkes ist es, die rechtsextreme Ideologie mittels Rechtsrockmusik zu verbreiten. Im Zentrum ihrer Tätigkeiten steht die Organisation von meist verbotenen Konzerten. Mit Combat 18 (C18) folgte 1992 die Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung als bewaffneter Arm des Neonazinetzwerks.Bis zu seinem Verbot im September 2000 durch den damaligen Innenminister Otto Schily war das Blood & Honour-Netzwerk einige Jahre auch in Deutschland aktiv, inzwischen soll es unter dem neuen Namen Division 28 agieren.

Dem Netzwerk zugehörig gelten deutsche Rechtsrockgruppen wie Landser, Spreegeschwader oder Noie Werte.Blood & Honour hatte in Deutschland Vereinsstatus, verfügte amtlichen Schätzungen zufolge über mindestens 240 Mitglieder und gliederte sich in neun "Sektionen" bzw. "Divisionen" Anfang des Jahres 2000 verabschiedete Blood & Honour ein 25-Punkte-Programm - in Anlehnung an das NSDAP- Programm von 1925 -, das unter anderem das "Führerprinzip" umfasste. Nach Auffassung des Innenministeriums war dieses Programm ausdrücklich nach "rassistischen Gesichtspunkten" ausgerichtet.

Es gelte, "erst die Rasse, dann die Nation" und nur solche Völker zu "respektieren", "die der weißen Rasse angehören." Damit verstieß Blood & Honour gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung. Auch in Russland wurde Blood & Honour 2012 verboten. Der international agierenden Organisation Blood & Honour dagegen, die über Niederlassungen in den meisten Ländern Europas und in Übersee verfügt, kommt auch heute noch eine maßgebliche Rolle bei der Veranstaltung von Neonazi-Konzerten zu, zum Teil wird B & H aber auch mit Drogen- und Waffengeschäften sowie Frauenhandel und Prostitution in Verbindung gebracht.

Die Website des Netzwerks dient weiterhin der weltweiten Vernetzung von Neonazis. 2008 machten Hacker die Accounts von rund 32.000 Nutzern öffentlich.

Verfasst von Gabriele Nandlinger im Auftrag der Amadeu Antonio Stiftung für das Glossar der Bundeszentrale für politische Bildung im Dossier Rechtsextremismus 2010
Überarbeitet und aktualisiert von Holger Kulick für das Glossar von BIKnetz - Präventionsnetz gegen Rechtsextremismus [Stand April 2013].