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Glossar

Autoritarismus

Autoritarismus ist ein Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen. Ideologisch stellt Autoritarismus u. a. die Lehren der Aufklärung in Frage, die den Menschen als freies, vernunftbestimmt handelndes Subjekt begreifen. In der sozialpsychologischen Einstellungsforschung bezeichnet er zudem ein Syndrom von Einstellungen und Persönlichkeitsprofilen, das u. a. durch eine hohe Bereitschaft zu konformem Verhalten, eine Tendenz zur Unterwerfung unter Stärkere und zur Beherrschung Schwächerer, eine übermäßige Kontrolle der eigenen Gefühle und Impulse und ein hohes Maß an sexueller Prüderie gekennzeichnet ist.

Autoritäre Personen oder Gruppen tendieren zumeist zu einem hohen Maß an Intoleranz, zu rassistischen oder antisemitischen Einstellungen und neigen zur Abwertung und Feindlichkeit gegenüber Fremden und gesellschaftlichen Minderheiten. Häufig ist Autoritarismus mit politisch-reaktionären und konservativen Auffassungen verbunden.

Außerdem haben autoritär veranlagte Personen nach wissenschaftlichen Studien häufig einen niedrigen, sozioökonomischen Status und einen geringen Ausbildungsgrad.Auf der politisch-strukturellen Ebene meint Autoritarismus eine Herrschaftsordnung, die demokratischen Strukturen entgegensteht. Autoritäre Staaten unterbinden demokratische Formen der Willensbildung, werden z. B. von einer alleinherrschenden Partei dominiert oder tragen polizeistaatliche und quasi-militärische Züge.

Literatur:
Adorno, Theodor W. u. a.: The Authoritarian Personality (deutsch: Die autoritäre Persönlichkeit), New York 1950
Fuchs-Heinritz, Werner u.a. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie, 5. Aufl., Wiesbaden 2011
Rippl, Susanne: Autoritarismus. Ansätze und Kontroversen der aktuellen Autoritarismusforschung, Opladen 2000
Verfasst von Romy Wöhlert für das Glossar der Bundesprogrammseite von kompetent. für Demokratie. Durchgesehen für das Glossar von BIKnetz - Präventionsnetz gegen Rechtsextremismus [Stand Januar 2013].