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Vernissage: Re:Orient – Die Erfindung des muslimischen Anderen

Datum: 15. Oktober 2019
Beginn: 18:00 Uhr
Ende: 21:00 Uhr
Bild: Gülcan Turna, Reenacting The Empress? Power To The People. What Are We For? The Turkish Artist As An Empress., 2019


Es war einmal, es war keinmal. Zu Beginn wirkt alles unschuldig, bezaubernd sogar. Märchen aus 1001 Nacht: Der Duft von Moschus und die Autorität von Sultanen. Basare, auf denen noch Wunderlampen und fliegende Teppiche zu erwerben sind. Im Harem sitzen Frauen in paradiesischer Umgebung.

Diese Worte dürften wohl ausreichen, um bei den meisten Menschen die Fantasie vom „Orient“ anzuregen. Neben diesen romantischen Beschreibungen schwingt in vielen alten Erzählungen auch oftmals die Vorstellung einer vermeintlichen Gefahr durch konstruierte Gruppen Anderer mit. Liegen hier bereits die Wurzeln für eine Sprache, welche Muslime gewaltvoll unter den Verdacht der „sexuell übergriffigen Messermigranten“ stellt?

Die Ausstellung verfolgt die historischen Vorbilder und aktuellen Auswirkungen eines antimuslimischen Rassismus. Wie konnten so unterschiedliche Beschreibungen zwischen romantischer Verklärung und der Vorstellung über äußerste Brutalität entstehen und wie gehen muslimisch konnotierte Menschen und die sogenannte Mehrheitsgesellschaft heute damit um?

Auf verschiedenen Wegen will sich die Ausstellung diesen Fragen stellen und den Besucher*innen Antwortmöglichkeiten oder weiterführende Fragestellungen vermitteln. Dafür schafft das Museum einen dialogischen Raum. „Re:Orient – Die Erfindung des muslimischen Anderen“ ist eine Reorientierung hin zu dem, was im Schauen auf „die Anderen“ allzu häufig ungesehen bleibt.

Weitere Informationen

Anmeldung:
kellner(at)verband-binationaler.de
unter Angabe von Name und Institution bis 27. September 2019

Der Eintritt ist frei.

Kontakt für Rückfragen:
kellner(at)verband-binationaler.de
malik@verband-binationaler.de

Ort:
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Johannispl. 5-11,
04103 Leipzig

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Modellprojektes "Vaterzeit im Ramadan" statt, das durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!" gefördert wird.