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Du siehst was, was ich nicht bin | Bilder aus eigener Hand | Fotoausstellung

Datum: 28. Mai 2019 - 28. Juni 2019

 

Das Projekt „Du siehst was, was ich nicht bin - Bilder aus eigener Hand!“ beschäftigt sich mit Fremd- und Selbstdarstellungen von Muslim*innen. Wir sind eine Gruppe Studierender der Islamischen Studien, die eine Fotoausstellung zu dem Thema erstellt haben. Es geht darum, der häufig stereotypen Darstellung des Islam und von Muslim*innen unser Selbstbild gegenüber zu stellen und von unseren Erfahrungen zu berichten.

Das Projekt bestand aus einen Workshop zum Thema Rassismus und gesellschaftlichen Machtstrukturen sowie einem Fotoworkshop. Darüber hinaus haben wir in Bockenheim Passant*innen gefragt, was sie über den Islam und Muslim*innen denken. Unsere Ergebnisse präsentieren wir in einer Ausstellung, die einerseits die Fremddarstellung und deren Auswirkungen und andererseits unsere Selbstdarstellung zeigt.

Dieses Projekt wurde initiiert und durchgeführt von Aylin Kuș, Hatice Dönmez, İnci Gülüm Parlak, Jülide Sansar, Rabia Kücükșahin, Rosa Lütge, Yasin Dülger und Yonca Ördü.

Wo
Hochschule Heilbronn
Campus Sontheim
Gebäude B, Aula Max-Planck-Straße 39
74081 Heilbronn

 

Edward Said hat in dem Werk Orientalismus darauf aufmerksam gemacht, dass der Orient durch den Westen erzeugt wird. Das heißt er besteht nur als Konstruktion. Es ist eines der bekanntesten Bilder des Anderen in Europa. Besonders der Islam und Muslim*innen wurden und werden als Gegensatz zu Europa dargestellt. Das Andere wird mit Stereotypen und Projektionen aufgeladen. Diesen Prozess nennt man Othering (Veranderung), weil Andere zu etwas Anderem gemacht werden.

Über Erzählungen und Bilder werden Vorstellungen darüber, wie die Anderen sein sollten erzeugt. Dabei wird die Vielfältigkeit des Islam und muslimischer
Lebensweisen und Gesellschaften ignoriert und spezifische historische Kontexte werden verkürzt dargestellt. Diese Bilder werden immer wieder reproduziert und beeinflussen so unsere Wahrnehmung der Welt. Das führt zu Vorurteilen, Stereotypen und Ängsten.

Auch in angeblich neutralen Medien, wie Wörterbüchern spiegelt sich das wieder. Hier wird der Islam im Gegensatz zum Christentum als nicht normal oder Europa zugehörig dargestellt. In Schulbüchern wird der Islam hauptsächlich im Mittelalter und als Glaubenssystem abgebildet. Das vernachlässigt die Entwicklungen, die danach passierten und es entsteht der Eindruck, die Religion passe nicht zur Moderne. Das wirkt dann als hätten islamisch geprägte Kulturen keine Entwicklungen durchlaufen und seien nicht dynamisch.

Die hier gezeigten Beispiele zeigen, dass Muslim*innen häufig in Zusammenhang mit Problemen dargestellt werden. Ihre Zugehörigkeit wird permanent in Frage gestellt. Das zeigt sich auch in der immer mal wieder aufkommenden Debatte darüber, ob der Islam zu Deutschland gehört.

Kontakt für Rückfragen über die Veranstaltung
kuecueksahin.rabia(at)gmail.com

 

Das Modellprojekt „Die Zukunft miteinander gestalten: Hessische Muslime für Demokratie und Vielfalt! Prävention. Partizipation. Teilhabe.“ wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.