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Das Gegenteil von Gut - Antisemitismus in der deutschen Linken seit 1968 | Vernissage und Ausstellung

Datum: 27. März 2019
Beginn: 19:00 Uhr

 

Kraken-Symbolik bei Massenprotesten, Boykottaufrufe gegen Israel und der Streit ums Palituch – die Geschichte der politischen Linken in der Bundesrepublik ist immer wieder auch von Momenten gekennzeichnet, in denen antisemitische Stereotype in Umlauf gebracht und ignoriert wurden oder die Szene tief spalteten. Momente, in denen linkspolitische Anliegen hinter ihre eigenen emanzipatorischen Ansprüche zurückfallen, Widersprüche in Theorie und Praxis sind Gegenstand dieser Ausstellung.

Frankfurt war und ist dabei immer wieder Austragungsort solcher Auseinandersetzungen: Wir blicken auf den Häuserkampf der frühen Siebziger, die geplante Aufführung des Fassbinder-Stücks »Der Müll, die Stadt und der Tod« und die jüngsten Blockupy-Proteste. 1968 bildet den Ausgangspunkt, weil in diesem Jahr die Stimmung zu kippen scheint: Eine vormals eher israelsolidarische Haltung der Linken mündete in den Antizionismus.

Dabei folgt die Ausstellung einer Topographie von Räumen, in denen linkspolitische Kritik geübt wurde: an der Trinkhalle, an der Universität, im Supermarkt, in der Wohnung, auf der Bühne und auf der Straße zeichnet sie die Traditionslinien antisemitischer Argumentationsformen nach. Auch – nicht nur in Frankfurt.

Die Ausstellung und ihr Begleitprogramm laden dazu ein, zu ergründen, wann das Gutgemeinte das Gegenteil von gut ist.

Begleitprogramm der Ausstellung (27. März - 27. September 2019)

 

VERNISSAGE am 27. März

Begrüßung: Thomas Heppener (Bundesamt für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank), Sabine Andresen (Goethe-Universität Frankfurt) und Jan Gerchow (Historisches Museum)

Einführung in die Ausstellung: Tom Uhlig und Eva Berendsen

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Modellprojekts „Von Hausbesetzung zu Blockupy - (Dis)Kontinuitäten antisemitischer Deutungsmuster in der deutschen Linken“ statt und wird unter anderem gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.