Zum Inhalt springen Zum Hauptmenü springen Zum Servicemenü springen

Gegneranalyse – Antiliberales Denken von Weimar bis heute

Datum: 06. Dezember 2018
Beginn: 17:00 Uhr
Ende: 18:30 Uhr

Die antiliberale Revolte hat eine lange Tradition. Was heute als „Neue Rechte“ auftritt, ist ein Aufguss alter Ideen. Was können wir aus der Ideengeschichte für die aktuelle Auseinandersetzung mit den Gegner*innen einer offenen Gesellschaft lernen?

mit:
Prof. Dr. Micha Brumlik,
Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg
Ellen Daniel, Autorin und Politikwissenschaftlerin
Dr. Volker Weiß, Historiker und Publizist

GRUSSWORT: Juliane Seifert, Staatssekretärin im
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
MODERATION: Ralf Fücks, Zentrum Liberale Moderne


Die liberale Demokratie und ihre Gegner

Die liberale Demokratie steht weltweit unter Druck. Wer der "antiliberalen Konterrevolution" (Timothy Garton Ash) erfolgreich entgegentreten will, muss sich mit ihren Ursachen und ideologischen Mustern auseinandersetzen.

Geschichte wiederholt sich nicht, dennoch erinnert die heutige Debatte an die geistigen und politischen Kämpfe um die Weimarer Republik. Hitlers Machtübernahme war nur möglich, weil große Teile der Gesellschaft – gerade die Eliten – der liberalen Demokratie skeptisch bis feindselig gegenüberstanden.

So klagte der prominente Staatsrechtler Carl Schmitt in den 20er-Jahren über den Charakter der liberalen Demokratie: Ihr Kennzeichen sei das Verhandeln. Parlamentarismus, Gewaltenteilung und universelle Rechte seien Erfindungen des Liberalismus, dagegen sei Demokratie an einen homogenen Volkskörper gebunden. Über „Artfremde“ schrieb Schmitt, sie würden strukturell „anders“ denken und müssten aus dem politischen Entscheidungsprozess ausgeschlossen werden. 

Heute wird rund um den Globus erneut das Zeitalter der „illiberalen Demokratie“ ausgerufen, die Pressefreiheit eingeschränkt, die Unabhängigkeit der Justiz infrage gestellt. Die offene Gesellschaft ist bedroht - von außen durch autoritäre Mächte, von innen durch nationalistische und fremdenfeindliche Gegenbewegungen.

Was wir tun

Die langen Linien antiliberalen Denkens für die heutige Debatte aufzuarbeiten ist Ziel des Projekts. Zu den prägenden Köpfen der Opposition gegen die liberale Moderne gehören Carl Schmitt, Ernst Jünger, Oswald Spengler, Sophie Rogge-Börner, Martin Heidegger, Arthur Moeller van den Bruck, Ernst Niekisch, Benito Mussolini, Armin Mohler, Konrad Lorenz, Alain de Benoist, Alexandr Dugin, Sigrid Hunke, Rolf Peter Sieferle. Auch Sayyid Qutb gehört als Vertreter des radikalen Islamismus in diese Reihe.

Die Auseinandersetzung mit den Vordenkern der Neuen Rechten wird auf unserer Website
www.gegneranalyse.de gebündelt. Dort gibt es neben Essays zu den genannten Autor*innen ein Glossar zu Grundmustern des antiliberalen Denkens, aktuelle Debattenbeiträge sowie Verweise auf weiterführende Literatur. Unter @gegneranalyse kann auf Facebook, Twitter und Instagram mitdiskutiert werden. Dazu kommen eine Reihe von Podiumsdiskussionen und eine internationale Abschlusskonferenz.

Veranstaltungsort
Tieranatomisches Theater
Philippstraße 12/13
10115 Berlin

Kontakt für Rückfragen über die Veranstaltung
events(at)libmod.de

Anmeldung

Veranstaltungswebseite

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Begleitprojekts „Die liberale Demokratie und ihre Gegner“ statt und wird unter anderem gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.