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Bildungsprogramm "Kompetent gegen Diskriminierung von Sinti und Roma"

Datum: 09. April 2018 - 11. April 2018

Basismodul

Antiziganismus.
Thematische Einführung und (Verfolgungs-) Geschichte

Das Basismodul bildet die Grundlage des Bildungsprogramms.
Inhaltliche Schwerpunkte sind die Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Formen antiziganistischer Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung, sowie die dahinterliegenden Ideologien. Ein zentrales Ziel ist neben der Vermittlung von Grundlagenwissen insbesondere auch die Reflexion individueller Ressentiments, Vorurteile und rassistischer Denk- und Handlungsmuster.

Das Modul beinhaltet folgende Themen:

  • Was ist Antiziganismus? – Entstehung und Funktionsweisen
  • antiziganistischer Ressentiments
  • Ideologien der Ungleichwertigkeit
  • Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma vor und während des Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Polizei, Justiz, Behörden und Verwaltungen
  • Themenspezifisches Seminar in der Gedenkstätte in der
  • JVA Wolfenbüttel
  • Kontinuitäten der Diskriminierung – das Fortleben des Antiziganismus
  • nach 1945, unter besonderer Berücksichtigung der
  • Rolle von Polizei, Justiz, Behörden und Verwaltungen
  • Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in Deutschland
  • (Subjekt-) Geschichte der Sinti und Roma

Termin: 9. bis 11. April 2018
Seminarorte: 38300 Wolfenbüttel, Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

Aufbaumodul

Antiziganismus heute.
Strukturelle und institutionelle Diskriminierung

Im Aufbaumodul liegt der Fokus auf gegenwartsbezogenen Fragestellungen. Inhaltliche Schwerpunkte bilden einerseits die soziale und rechtliche Situation von Roma und Sinti in Deutschland und Europa, sowie andererseits das Problem struktureller und institutioneller Diskriminierung. Im Austausch mit Angehörigen aus den Minderheiten werden Möglichkeiten und Barrieren (alltäglicher) Lebensgestaltung angesichts vielfacher Diskriminierung, Ausgrenzung und Entrechtung thematisiert. Eine zentrale Frage hierbei ist, wie Roma und Sinti ihre unteilbaren und universal gültigen Grund- und Menschenrechte wahrnehmen und geltend machen können. Welche Rolle spielen in diesem Kontext staatliche Institutionen wie Polizei, Justiz, Justizvollzug oder Verwaltung? Wie und in welcher Form kann polizeiliches, justizielles oder Verwaltungshandeln diskriminieren – und wie kann es zum Abbau von Diskriminierung beitragen?

Folgende Seminareinheiten und Themen sind hierfür geplant:

  • Diskriminierung von Sinti und Roma – eine aktuelle Bestandsaufnahme
  • Leben als Sinti / Sintize und Roma / Romnja heute?
  • Antiziganismus als systemisches Unrecht – institutionelle und strukturelle Diskriminierung
  • das Handeln von Polizei, Justiz und Behörden / Verwaltungen im Spannungsfeld von Grund- und Menschenrechten
  • Das Recht auf Asyl und die Regelung sicherer Herkunftsstaaten – Beispiel struktureller Diskriminierung von Roma?
  • Politische Rahmenbedingungen und Rechte zum Schutz (nationaler) Minderheiten

Termin: 4. bis 6. Juni 2018
Seminarort: Hannover

Vertiefungsmodul

„Good Practices“ der Arbeit gegen Antiziganismus in den Bereichen Beratungs- und Methodenkompetenz sowie Personal- und Organisationsentwicklung

Das Vertiefungsmodul vermittelt praxisbezogene Handlungskompetenzen gegen Antiziganismus für die eigene berufliche Tätigkeit. Es werden unterschiedliche Konzepte und die Arbeit von Institutionen der Beratung und Unterstützung vorgestellt. Zudem erproben die Teilnehmenden ansatzweise verschiedene Methoden und reflektieren darüber. Derzeit planen  wir die Einbindung und Vorstellung folgender „Good Practices“ der Beratungs- und Methodenkompetenz gegen Antiziganismus:

  • Beratungsstellen für Sinti und Roma
  • Mediator_innen, Sprach- und Kulturmittler_innen
  • Rechtshilfe und Beschwerdestellen bei Diskriminierungen
    und rassistischen Übergriffen
  • Roma Antidiscrimination Network 
  • Mobile Anlaufstelle für europäische Wanderarbeiter_innen
    und Roma
  • Modellprojekte bei Polizei, Justiz und / oder Verwaltungen zur Sensibilisierung gegen antiziganistische Einstellungsmuster und Handlungsweisen
  • Arbeit des European Roma Rights Center (ERRC) und anderer
  • Menschenrechtsorganisationen
  • Ansätze / Konzepte antiziganismuskritischer und inklusiver Personal- und Organisationsentwicklung bei den Zielgruppen
  • Methoden antiziganismuskritischer Bildungsarbeit und Menschenrechtsbildung
  • Planspiel: Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

Die Teilnehmenden des Bildungsprogramms haben die Möglichkeit,
ihre Interessen in die Programmgestaltung einzubringen und
im Austausch mit dem KogA-Team die endgültige Auswahl der
Themenbereiche und „Good Practices“ festzulegen.

Termin: 10. bis 12. September 2018
Seminarort: Hannover

Praxis- und Abschlussmodul

Im Rahmen des Bildungsprogramms können die Teilnehmer_innen eine Eigenleistung erbringen. Dabei werden die in den Seminaren  gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen der eigenen beruflichen Praxis umgesetzt und angewendet. Im zweitägigen Abschlussseminar werden die Ergebnisse entlang der Methode „Kollegiale Beratung“ vorgestellt, besprochen und reflektiert.

Als Eigenleistungen / Praxiseinheit sind möglich:

  • Konzepterstellung zu einem Seminar, Workshop, Projekt-, Aktionstag, …
  •  Konzeption einer Informations- und Fachveranstaltung, …
  •  Konzeption einer Personal- und Organisationsentwicklungsmaßnahme wie Mitarbeiter_innenfortbildung, Teamentwicklung, Beratungskonzept, …

Wünschenswert wäre neben der Konzeption bereits eine Durchführung
der Maßnahme im Zeitraum des Bildungsprogramms, zumindest aber die Planung der Umsetzung und Durchführung. Weitere Praxiseinheiten als Eigenleistungen sind denkbar und können abgesprochen werden. Genauere Informationen erfolgen zu Beginn des Bildungsprogramms.

Termin: 19. und 20. November 2018
Seminarort: Hannover

Anmeldung

Bitte melden Sie sich verbindlich bis Freitag, 9. Februar 2018 für die Teilnahme am Bildungsprogramm „Kompetent gegen Diskriminierung von Sinti und Roma“ bei Frau Marion Seibel unter marion.seibel(at)stiftung-ng.de an. Weitere Informationen zum Projekt und dem Programm sowie das Formular zur Anmeldung finden Sie unter: http://geschichte-bewusst-sein.de/koga/ und auf www.stiftung-ng.de/de/projekte

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Modellprojektes Kompetent gegen Antiziganismus/Antiromaismus (KogA) - in Geschichte und Gegenwart statt und wird unter anderem gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!".