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Diskussionsforum in Erfurt: Antisemitismuskritische Bildung - Ansätze, Streiträume, Allianzen

Datum: 19. März 2018
Beginn: 17:00 Uhr
Ende: 22:00 Uhr

Anmeldung
Eine Online Anmeldung ist ab sofort hier möglich. Der Eintritt ist frei. Nach dem Gespräch ist ein kleiner Imbiss vorgesehen.

Kontakt
Jana Scheuring, Bildungsreferentin (Perspektivwechsel Plus, ZWST)
info(at)zwst-perspektivwechsel.de

Kurzbeschreibung

Antisemitismus zieht sich durch alle Gesellschaftsgruppen und kommt aktuell immer häufiger zum Tragen. Antisemitische Vorkommnisse erreichen eine neue Qualität – verbale Aggressionen vermischen sich immer mehr mit offener Gewalt und Verletzung psychischer und körperlicher Integrität der von Antisemitismus Betroffenen.

Antisemitismusprävention war viele Jahre durch die Wissensvermittlung über Antisemitismus gekennzeichnet. Die überwiegend wissensbasierten Ansätze unterschätzten aber die emotionale Aufladung sowie soziale Verwobenheit des aktuellen Antisemitismus und machen ihn unsichtbar.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bildungsarbeit zu Antisemitismus weiterqualifiziert und ausdifferenziert. Antisemitismuskritische Bildung gilt inzwischen als eine übergeordnete Bezeichnung für verschiedene Konzepte antisemitismusbezogener Interventionen. Zu ihren Grundannahmen gehören u. a. das Verständnis von Antisemitismus als ein tradiertes und flexibel einsetzbares Einstellungspotenzial und die Kritik an "Othering" in Bezug auf Juden*Jüdinnen. Um eine antisemitismuskritische Perspektive einzunehmen, ist es wichtig anzuerkennen, dass judenfeindliche Positionen oft ungewollt übernommen werden.

Das hauptsächliche Anliegen antisemitismuskritischer Bildung besteht demzufolge darin, individuelle wie auch kollektive Verstrickungen in antisemitische Dispositionen kritisch zu hinterfragen und auf ihre Dekonstruktion hinzuarbeiten. In diesem Zusammenhang ist auch die Beschäftigung mit den Wechselwirkungen zwischen Antisemitismus und  Rassismus unerlässlich.

Die Veranstaltung schafft einen Diskussionsraum über die Relevanz und Wechselwirkung von Rassismus- und Antisemitismuskritik und stellt die Frage nach Streiträumen und Allianzen zur Debatte.

Ablauf

17.00 Uhr
Grußwort

Martin Seelig
  (ThILLM, Bad Berka) 

17.15 Uhr
Thematische Einführung in antisemitismuskritische Bildung
Unter Einbeziehung der Erkenntnisse aus dem Antisemitismusbericht des zweiten Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestages

Marina Chernivsky (Kompetenzzentrum, ZWST)

17.45 Uhr
Ankommen - ein Gespräch mit dem Publikum


Moderation: Beate Klammt (Perspektivwechsel Plus, ZWST)

18.30 Uhr
Pause

19.00 Uhr
Podiumsgespräch: Streiträume und Allianzen in der rassismus- und antisemitismuskritischen Bildungs- und Beratungsarbeit

Anne Goldenbogen (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, Berlin), Michal Schwartze (Gymnasium, Frankfurt a. Main), Saba-Nur Cheema (Anne Frank Bildungsstätte, Frankfurt a. Main), Christina Büttner (ezra - Mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, Erfurt), Matthias Quent (Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft, Jena)

Moderation: Jana Scheuring (Perspektivwechsel Plus, ZWST)

Anschließend Imbiss und Empfang