Zum Inhalt springen Zum Hauptmenü springen Zum Servicemenü springen

Vortrag „Swing tanzen verboten! Jazz im Nationalsozialismus“

Datum: 22. Februar 2018
Beginn: 19:30 Uhr

Vortrag „Swing tanzen verboten! Jazz im Nationalsozialismus“

Ort: Haus der Jugend
Eintritt: frei
Anmeldung: nicht erforderlich

Jazz ist keine Musik, sondern eine als Musik getarnte internationale Kulturpest und eine den niedersten Instinkten der Masse entgegenkommende Respektlosigkeit mit Zweck, die Kulturmusik des Abendlandes und hier im Speziellen des musikreichen Deutschlands zu besudeln und in jeder Form zu zerstören.“ (Hans Petsch, „Der Jazzbazillus“, Zeitschrift für Musik 1940)

Alle Rädelsführer, und zwar die Rädelsführer männlicher und weiblicher Art, unter den Lehrern diejenigen, die feindlich eingestellt sind und die „Swing-Jugend“ unterstützen, sind in ein Konzentrationslager einzuweisen.“ (Heinrich Himmler – Reichsführer SS – am 26.1.1942)

Der von den Nationalsozialisten als entartet, volkstumzersetzend, anglophil, verjudet, verniggert oder als Afterkultur bzw. internationale Kulturpest diskreditierte Jazz wurde in den 30er- und 40er Jahren durch die Swingmusik geprägt, die im krassen Gegensatz zur weitgehend von Marschmusik und sogenannter volksverbundener deutscher Tanzmusik geprägten Musikkultur der Jahre 1933-1945 stand.

Das führte nicht nur zu Verboten von Musikproduktionen, Konzerten und Rundfunksendungen, sondern vor allem zur Verfolgung von Jazzanhängern, Musikern, Tänzern, Komponisten, Produzenten, Musikalienhändlern etc. durch Gestapo und SS. Für viele Jazzfreunde bedeutete die Verhaftung gleichzeitig die Deportation in Polizeigefängnisse und Konzentrationslager.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wird Andreas Kohrs anhand von historischen Musikstücken der Swing-Ära, Dokumenten und zeitgeschichtlichem Bildmaterial die Geschichte des Jazz im nationalsozialistischen Deutschland nachzeichnen. Neben der Vorstellung einzelner Swing-Bands und ihrer Musik wird ein Schwerpunkt die Darstellung und Verfolgung der damaligen Jazzanhänger bilden.

Auch der soziokulturelle Hintergrund der weitgehend jugendlichen Jazzanhänger und das Verhältnis von sogenannter entarteter Jazzmusik und volksverbundener Tanzmusik sowie dessen Brüchigkeit innerhalb des nationalsozialistischen Kulturapparats finden eine nähere Darstellung.

Andreas Kohrs lebt in Göttingen und erforschte über viele Jahre die Jugendkonzentrationslager in Moringen und Uckermark sowie die Geschichte des Jazz im Nationalsozialismus.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Cuxhaven statt und wird unter anderem gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.