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Der Teufel auch im Netz - Analyse und Aktionsformen im Kontext demokratiefeindlicher christlicher Social Media

Kontaktdaten

Evangelische Akademie zu Berlin
Charlottenstr. 53/54
10117 Berlin
Tel.: 030 203 55 411
NetzTeufel(at)eaberlin.de
www.netzteufel.eaberlin.de


Projektziele

Das Projekt @NetzTeufel ist auf der Suche nach den wiederkehrenden Negativ-Erzählungen im Namen des christlichen Glaubens in den Sozialen Medien. Dabei geht es nicht nur um offen formulierten Hass, menschenverachtende und demokratiefeindliche Äußerungen, sondern auch um deren Vorstufe, die sogenannte gefährliche Rede („Dangerous Speech“). Das Projekt will aus christlicher Perspektive alternative Erzählungen gegen diese „Vergiftung“ des öffentlichen Raums entwickeln.

Diese theologisch anspruchsvollen, gleichwohl einfach darstellbaren Gegen-Narrative sollen im digitalen Raum in Worten, Hashtags, Memes, etc. umsetzbar sein. Die Erprobung und Entwicklung dieser Erzählungen und Methoden sind mehr als reines „Counter Speech“, also mehr als reines Reagieren auf Hasskommentare. Es ist das Ringen um eine demokratische, menschenfreundliche Kultur aus christlicher Perspektive. Es stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten es offline und online im 21. Jahrhundert braucht. Die Besonderheit des Projekts ist, dass es sowohl mit seiner Analyse als auch durch die Interaktionen auf digitale Räume als virtuelle und dennoch reale Lebenswelten blickt.


Handlungskonzept

Grundlage für die Identifizierung der wiederkehrenden Negativ-Erzählungen sind eigene Recherchen in Sozialen Medien, Befragungen von kirchlichen Akteurinnen und Akteuren, sowie die Studie „Verhasste Vielfalt. Eine Analyse von Hate Speech im Raum von Kirche und Diakonie". @NetzTeufel versucht die verschiedenen Erfahrungen seiner Partnerinnen und Partner zusammenzubringen. Dazu gehören unter anderem die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus, das Netzwerk antisemitismus- und rassismuskritische Religionspädagogik und Theologie, sowie die Amadeu-Antonio-Stiftung, die in den letzten Jahren zu den Narrativen rechts-alternative Akteurinnen und Akteuren gearbeitet hat.

Diese Impulse will das Projekt auch in die Auseinandersetzung über Zukunft der Kirche im digitalisierten und mediatisierten Zeitalter hineintragen. Auf den anstehenden BarCamps zu #DigitaleKirche wird @NetzTeufel inhaltliche Impulse einbringen. Als eigene Angebote werden 2018 ein Seminar zu technischen Umsetzung von Erzählungen im digitalen Raum sowie eines zur Entwicklung und Auseinandersetzung mit den alternativen Erzählungen und ihrer Umsetzbarkeit angeboten. Darüber hinaus will das Projekt verschiedene Testballone für eine digitale christliche Kultur der Nächstenliebe steigen lassen.

Es sollen positive Beispiele aus dem Netz gesammelt werden und in die verschiedenen Arbeitsfelder zurückfließen. Der weitere Blick ist gerichtet auf die offene Frage, welche Inhalte, Methoden und Plattformen es langfristig braucht, damit Nächstenliebe und demokratische Kultur im realen digitalen Miteinander spürbar werden. Die Erfahrungen, die @NetzTeufel in den rund zwei Jahren sammelt, können auch für Akteurinnen und Akteuren anregend sein, die sich nicht christlich verorten.