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"Vaterzeit im Ramadan"

Kontaktdaten

Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e. V. Beratungs und Geschäftsstelle Leipzig
Arndtstr. 63
04275 Leipzig
Tel: 0341 68 800 22
vaterzeit(at)verband-binationaler.de
www.vaterzeit.info


Themenfeld

Aktuelle Formen von Islam-/Muslimfeindlichkeit


Projektziele

Das Modellprojekt zielt darauf ab, den oftmals vorurteilsbeladenen Bildern gegenüber muslimischen Männern und Vätern entgegenzuwirken. Dazu werden die vielfältigen Lebensentwürfe muslimischer Männer und Väter sichtbar gemacht und die gelebte Rollenvielfalt im Alltag muslimischer Familien thematisiert. Es werden Vorurteilsstrukturen und diskriminierende Zuschreibungen herausgearbeitet, wie sie muslimische Väter in ihrer konkreten Lebenswirklichkeit erfahren.

Die (Fach-)Öffentlichkeit wird durch interaktiv gestaltete und vielfältige Medienprodukte sowie praxisorientierte Fortbildungsprogramme für die besondere Situation muslimischer Väter sensibilisiert. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden in die Lage versetzt, kritische Positionen gegenüber stereotypen Bildern von muslimischen Männern einzunehmen und diese in die Breite der Gesellschaft zu tragen.

Die Position von Vätern als zentrale Bezugspersonen ihrer Kinder und ihre Wahrnehmung als aktive und engagierte Väter wird dadurch gestärkt, ohne vorhandene Konfliktfelder auszublenden. Dies erfolgt im Kontext der interkulturellen Öffnung und Erweiterung der bestehenden Angebote für Väter, von der Familien insgesamt profitieren.


Handlungskonzept

Bei seiner Arbeit schöpft das Projekt aus den umfassenden Erfahrungen der Beratung in Leipzig und den weiteren Geschäftsstellen des Projektträgers, dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften e. V.

Erweitert wird diese Expertise durch eine kritische Sichtung von Forschungsliteratur und Studienergebnissen sowie einer umfassenden Analyse der Mediendiskurse. Zudem werden die von diskriminierenden Zuschreibungen betroffenen muslimischen Väter mit ihren Erfahrungen einbezogen. Die Ergebnisse und Erkenntnisse werden öffentlichkeitswirksam präsentiert und zur Diskussion gestellt. Dabei erfolgt auch eine umfassende Nutzung audio-visueller Medien.

In einem Ideenpool werden Themen, Inhalte und Veranstaltungsformate gesammelt. Die Projekttools und ihre methodische Umsetzung werden im Projektteam diskutiert und für die Umsetzung vorbereitet. Dabei wird mit verschieden Stiftungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und staatlichen Institutionen auf Landes- und Bundesebene kooperiert.

Die Realisierung erfolgt zudem im Abgleich mit Erfahrungen aus Vorläuferprojekten, in denen erlebnisorientierte Angebote entwickelt und Empowermentprozesse in die Wege geleitet wurden. „Vaterzeit im Ramadan?!“ stellt sich damit quer zu verbreiteten Wahrnehmungsmustern von muslimischen Männern, indem es muslimische Vaterschaft thematisiert. Dadurch wird nicht in erster Linie Rassismus in den Fokus gerückt, sondern mit Bildern und Tools gearbeitet, die die Vorstellung einer positiven und vielfältigen muslimischen Lebenswirklichkeit ermöglichen und anregen.

Die Projektarbeit erfolgt an einer sensiblen Schnittstelle zwischen Migrations- und Mehrheitsgesellschaft aus der sich eine inhaltliche Verschränkung von Diskursen um Geschlecht und Rassismus ergibt. Die Stigmatisierung muslimischer Männer und Väter im Kontext aktueller Formen von Islam- und Muslimfeindlichkeit hat vor diesem Hintergrund eine gesellschaftliche Relevanz, die weit über die Familienpolitik hinausreicht.