Zum Inhalt springen Zum Hauptmenü springen Zum Servicemenü springen

"Erfurter Medienlabor" - Rassismuskritische Medienarbeit im Sozialraum

Kontaktdaten

KOMED e. V. / Radio F.R.E.I.
Gotthardtstr. 21
99084 Erfurt
Tel: 0361 7467421
hoenemann(at)radio-frei.de
http://medienlabor.radio-frei.de/


Themenfeld

Rassismus und rassistische Diskriminierung


Projektziele

Das „Erfurter Medienlabor“ setzt an der medialen Lebenswelt Jugendlicher an, die lokale und partizipative Medien (soziale Netzwerke, Schülerzeitungen, Homepages u. a. ) nutzen und dabei an einer öffentlichen Meinungsbildung in ihrem Sozialraum (Stadtteil, Schule, Jugendclique) mitwirken.

Diese Medien stellen nicht nur eine wichtige Orientierungshilfe und Quelle der Meinungsbildung dar, sondern (re)produzieren potentiell auch fremdenfeindliche Ressentiments und rassistische Hetze und wirken diskriminierend in den Sozialraum hinein.

Um diesem etwas entgegen zu setzen, sieht das „Erfurter Medienlabor“ vor:

  • Eine Bewusstseinsbildung für die Thematik an drei ausgewählten Standorten Erfurts anzustoßen,
  • dort Handlungsoptionen für ein rassismuskritisches Medienwirken und Zusammenleben  herauszuarbeiten
  • sowie modellhaft rassismuskritische Standards für Lokalmedien zu entwickeln, die nicht nur an den einzelnen Projektstandorten Relevanz haben sondern ein Potential entwickeln, auf andere Settings und Zielgruppen übertragbar zu sein.

Handlungskonzept

Das Handlungskonzept sieht die Umsetzung aktiver Medienarbeit auf unterschiedlichen Ebenen vor.

Bildungsmodule an Schulen und bei stadtteilspezifischen Akteurinnen und Akteuren werden durchgeführt, die eine Bewusstseinsbildung für die Thematik „Rassismus in Lokalmedien“ fördern.
Eine Mediengruppe aus Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Jugendlichen gründet sich an jedem Projektstandort., Diese Gruppen werden in rassismuskritischer Medienarbeit fit gemacht und sollen sich langfristig im Stadtteil gegen Rassimus in Lokalmedien einsetzten.

Rassismuskritische Medienstandards für die im Stadtteil genutzten Medien (Printmedien, digitale Medien, Stadtteilradio) werden entwickelt, die in einem Gütesiegel festgeschrieben werden. Dieses wird innerhalb eines Projektjahres entwickelt und praktisch erprobt und letztendlich an die teilnehmenden Akteurinnen und Akteure vergeben. Das Gütesiegel wird öffentlichkeitswirksam z.B. als Label auf den Medien im Stadtteil präsentiert und ist strukturell bei den Beteiligten (Jugendhaus, Schule, Stadtteilkonferenz) verankert und mit geeigneten Engagement- und Folgestrukturen (Mediengruppe) untersetzt.

Begleitend werden in den Sommermonaten partizipative Medienangebote an einem „Medienlabor“ (umgebauter Schiffscontainer mit Radio- und Sendetechnik, Laptops, ausklappbaren Bühnen u. a. ) unterbreitet. Diese zentrale Anlaufstelle dient als Radio- und Sendestudio, als Kontaktbüro und Treffpunkt. Stadtteilmedien (Stadtteilradio, Stadtteilvideos, Soziale Netzwerke) können hier produziert, Veranstaltungsformate ausprobiert und umgesetzt werden. Eine begleitende Veranstaltungsreihe findet statt, die öffentlichkeitswirksam auf die  Thematik aufmerksam macht.

Die Innovationskraft des Projektes liegt in der verstetigten, nachhaltigen Beschäftigung mit Rassismus in Lokalmedien bzw. deren Ausprägungsformen im eigenen Stadtteil sowie mit Möglichkeiten der Intervention auf medialer Ebene, die einen großen Teil der lokalen Bevölkerung erreicht. Die Entwicklung des Gütesiegels ermöglicht eine Übertragbarkeit auf andere Stadtteile und Regionen.