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Kompass F - Kompetenzentwicklung im Diskriminierungsschutz für Flüchtlinge

Kontaktdaten

Anti-Rassismus Informations-Centrum, ARIC-NRW e. V.
Mauritiussteinweg 36a
50676 Köln
Tel: 0221 31 09 72 60
kompassf(at)aric-nrw.de
www.kompass-f.de


Themenfeld

Rassismus und rassistische Diskriminierung


Projektziele

Geflüchtete Menschen tragen aufgrund ihrer ungesicherten aufenthaltsrechtlichen Situation sowie ihrer prekären Lebenslagen ein erhöhtes Risiko für institutionelle, strukturelle und individuelle Diskriminierungen. Beispielsweise geraten sie verstärkt in den Fokus sich verschärfender rassistischer Diskurse. Beispiele finden sich in fast allen Lebensbereichen wie dem Zugang zu Wohnraum, Arbeit und (Aus)Bildung, zu Gütern und Dienstleistungen. Häufig wirken diese Benachteiligungen intersektional entlang von Kategorien wie Gender, Behinderung, sexueller Identität oder Religion.

Zielperspektive des Projektes ist der Kompetenzaufbau bezüglich Interventionsstrategien zum Abbau von Diskriminierungen. Voraussetzung ist eine rassismuskritische, differenzsensible und intersektionale und auf Empowerment ausgerichtete Beratungs- und Unterstützungsarbeit.

Das Projekt legt eine Analyse der Diskriminierungsrisiken, ‐felder und ‐formen, denen Geflüchtete in Nordrhein-Westfalen ausgesetzt sind, vor. Fachkräfte und engagierte Bürgerinnen und Bürger in Unterstützungsstrukturen in Nordrhein-Westfalen erhalten praxisnahe Informationen zur Erkennung von Diskriminierung und Möglichkeiten der Intervention dagegen. Zudem werden Grundlagen für eine notwendige Auseinandersetzung mit den eigenen Positionierungen innerhalb bestehender gesellschaftlicher Machtverhältnisse vermittelt, die auch für Regelstrukturen der Kinder-und Jugendarbeit den Maßstab bilden sollten.


Handlungskonzept

Exemplarisch entwickelt das Projekt „Kompass F“ mit den Einrichtungen der Flüchtlingshilfe des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Nordrhein-Westfalen systematisiertes Hintergrund- und Anwendungswissen sowie passgenaue Interventionsstrategien zur Abwehr und zum Abbau von Diskriminierungen von geflüchteten Menschen.

  • Analyse der Diskriminierungsrisiken sowie der Arbeitsfelder der Unterstützungsstruktur für geflüchtete Menschen in Nordrhein-Westfalen:

    • Qualitative Befragung von Betroffenen
    • Befragung von Flüchtlingsinitiativen und Beratungsstellen
    • Recherche zu Diskriminierungsfällen und –feldern u. a. mittels einer internetgestützten Falldokumentation; Sekundäranalyse vorhandener Untersuchungen; Anfertigung eines Forschungsberichts
    • Entwicklung einer themenspezifischen Handreichung für Beraterinnen und Berater sowie Unterstützerinnen und Unterstützer

  • Ko‐Beratung bei Diskriminierungsfällen und Fachberatung für paritätische Einrichtungen zu Schutzkonzepten im gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen

  • Workshops zur Sensibilisierung und Qualifizierung von Beraterinnen und Beratern sowie Unterstützerinnen und Unterstützern von Geflüchteten bezüglich Diskriminierung und Interventionsmöglichkeiten und rassismuskritischer, intersektional und auf Empowerment ausgerichteter Arbeit mit Geflüchteten

  • Entwicklung einer internetgestützten Tool-Box für den Diskriminierungsschutz von Geflüchteten

Das Projekt kooperiert mit dem Paritätischen NRW, Paritätischen Mitgliedsorganisationen vor allem im Bereich der Flüchtlingsarbeit, dem Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) und  der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS). Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch Prof. Beate Küpper (Hochschule Niederrhein).

Der innovative Ansatz von „Kompass F“ liegt darin, dass eine fundierte vertiefende Analyse der Diskriminierungen von Geflüchteten vorgenommen wird und gleichzeitig praxistaugliche Konzepte für deren Bearbeitung auf der individuellen und strukturellen Ebene v.a. im Wohlfahrtsverbandskontext entwickelt werden. Gleichzeitig verknüpft das Projekt Erkenntnisse und Standards aus der Antidiskriminierungsarbeit mit denen der Beratungs-und Unterstützungsarbeit für Geflüchtete, um insbesondere die Menschenrechtsorientierung sozialer Arbeit zu stärken.