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Beschweren erwünscht! Antidiskriminierung als aktiver Kinderschutz in der Kita

Kontaktdaten

Internationale Akademie Berlin, INA gGmbH/ISTA Institut für den Situationsansatz, Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung
Nassauische Straße 5
10717 Berlin
Tel: 030 695 399 90
ista(at)ina-fu.org


Themenfeld

Antidiskriminierung und Frühprävention im Vorschulalter


Projektziele

Ziel des Modellprojekts „Beschwerden erwünscht! Antidiskriminierung als aktiver Kinderschutz in der Kita“ der Fachstelle Kinderwelten des ISTAs ist, den Schutz vor Diskriminierung als wichtigen Aspekt von Kinderschutz zu verankern. Dieses Ziel wird in zwei Bereichen umgesetzt: In der Entwicklung und Umsetzung

  1. von diskriminierungssensiblen Beschwerdeverfahren für Einrichtungen des Elementarbereichs
  2. eines Beratungsangebots für von Diskriminierung betroffener junger Kinder und ihren Bezugspersonen.

Seit 2012 sind geeignete Beschwerdeverfahren in Kitas gesetzliches Muss. Geeignet sind Beschwerdeverfahren erst dann, wenn sie für wirklich alle Kinder zugänglich sind. Das Projekt entwickelt und erprobt mit und für Kitas und Kinderläden ein Konzept zu Beschwerdeverfahren, das Diskriminierung systematisch mitdenkt und in dem Diskriminierung als Gewalterfahrungen ernstgenommen wird.

Mit diesem Konzept werden den im Elementarbereich tätigen Akteurinnen und Akteuren, Jugendämtern und der Fachöffentlichkeit Anregungen zur Verfügung gestellt, Beschwerdeverfahren auf ihre Geeignetheit zu überprüfen. Bisherige Konzepte zur Anti-Diskriminierungsberatung beziehen sich ausschließlich auf die Zielgruppe Erwachsener. Im Projekt sollen diese Konzepte auf Tauglichkeit für die Zielgruppe junger Kinder überprüft und erweitert werden.


Handlungskonzept

Grundlage für das Modellprojekt ist der Ansatz Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung, der als Adaptierung des Anti Bias Approach nach Louise Derman-Sparks verbreitet wurde. Dieser Ansatz basiert auf dem Situationsansatz mit seinem Bildungsverständnis, theoretischen Dimensionen und Grundsätzen zur Planung pädagogischer Praxis.

In dem Projekt werden diskriminierungssensible Beschwerdeverfahren in der Begleitung von vier Kitas und in Kooperation mit Selbstorganisationen von Menschen mit Diskriminierungserfahrungen entwickelt und erprobt. In einem ersten Schritt wird eine mehrperspektivische Situationsanalyse durchgeführt. In einem zweiten Schritt wird in der Aushandlung mit den Beteiligten entschieden, welche Ziele verfolgt werden sollen. Als Drittes entwickeln die Beteiligten ein Beschwerdeverfahren, erproben es und informieren darüber. Der vorerst letzte Schritt wird die entwickelten Beschwerdeverfahren ausgewertet und Erkenntnisse abgeleitet. Die Erfahrungen der Kitas werden ausgewertet, veröffentlicht und bei unserer jährlichen Fachtagung „Baustelle Inklusion“ im Sommer 2019 vorgestellt. Wünschenswert ist dabei eine hohe Beteiligung der Kitateams. Die Ergebnisse sollen Jugendämtern, Trägern, der Fachöffentlichkeit und Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Damit wird eine Lücke geschlossen – denn während es bisher wenig Fachliteratur zu Beschwerdeverfahren in Kitas gibt, gibt es keine, die in diesem Zusammenhang Antidiskriminierung als aktiven Kinderschutz begreift.

Darüber hinaus wird im Modellprojekt ein Beratungskonzept zur Anti-Diskriminierung und ein Empowerment-Konzept für junge Kinder entwickelt und erprobt. Beratungsfälle werden dabei dokumentiert. Kooperationspartnerinnen und-partner sind unter anderem verschiedene Kitaträger, wie z.B. INA.KINDER.GARTEN und FiPP e. V., Bezirksämter und Jugendämter, das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin Brandenburg, Selbsthilfegruppen von Bezugspersonen von diskriminierungserfahrenen Kindern und andere Strukturhilfe-Träger, Anti-Diskriminierungsorganisationen und staatliche Stellen wie z.B. die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die Berliner Landesantidiskriminierungsstelle und das Deutsche Institut für Menschenrechte.