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Jasmin muss heiraten

Was tun bei drohender Zwangsheirat und Verschleppung?

Der Kampagnenfilm #HolDirHilfe der Berliner Hilfsorganisation PAPATYA ermutigt Mädchen und junge Frauen, sich bei Zwangsheirat und Verschleppung ins Ausland online beraten zu lassen.

Der Film erzählt die Geschichte von Jasmin, einem 16-jährigen Mädchen. Berlin ist ihre Heimat, sie geht hier zur Schule und verbringt ihre Nachmittage gern auf dem Fußballplatz. Aber ihre Familie ist mit ihrem Freund nicht einverstanden und bringt sie ins Ausland. Dort soll sie gegen ihren Willen einen Mann heiraten, den sie nicht kennt und der viel älter ist als sie selbst.

Mädchen wie Jasmin sind kein Einzelfall. Allein im Jahr 2017 wurden in Berlin 570 Fälle von versuchter oder erfolgter Zwangsverheiratung bekannt. 87% der erfolgten Zwangsehen wurden im Ausland geschlossen. Im Jahr 2018 beriet die Onlineberatung SIBEL 410 Ratsuchende, von denen 40% von einer Zwangsheirat betroffen waren. 21% meldeten sich aufgrund einer drohenden oder erfolgten Verschleppung. In etwa der Hälfte dieser Fälle stand die Verschleppung in Zusammenhang mit einer Zwangsverheiratung.

Gerade für Mädchen und junge Frauen, die gegen ihren Willen im Herkunftsland der Familie zurückgelassen werden, ist das Internet die einzige Möglichkeit, auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Zudem soll die Kampagne für das Phänomen Verschleppung sensibilisieren und dazu aufrufen hinzuschauen, wenn Jugendliche nach einem vermeintlichen Urlaub nicht zurückkehren. Denn Rückführungen sind nur unter erheblichen Schwierigkeiten und in Kooperation mit Hilfsorganisationen und Botschaften vor Ort möglich.

Das Modellprojekt SHEROES

Seit 2017 wird die Arbeit der Onlineberatung SIBEL im Rahmen des Projekts „SHEROES – gemeinsam mit Betroffenen gegen Gewalt im Namen der Ehre“ mit Mitteln des Bundesprogrammes „Demokratie leben!” gefördert. Das Modellprojekt entwickelt Empowermentstrategien für Betroffene von ehrbezogener Gewalt und bietet für junge Menschen spezialisierte Beratung und Schutz vor Gewalt im Namen der sogenannten Familienehre. Das Team der Mitarbeiterinnen verfügt über langjährige Erfahrung in diesem Bereich, ist multikulturell zusammengesetzt und berät in verschiedenen Sprachen zu den Themen Zwangsheirat, familiäre Gewalt oder Verschleppung.