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Musikvideo „Gutmensch“ - gegen Diskriminierung

 

7. August 2019

In Zusammenarbeit mit der Beauftragten für Diskriminierungsfragen der Stadt Nürnberg und gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie Nürnberg erstellte der junge Künstler Charles Junior ein Musikvideo, in dem er sich gegen jegliche Art von Diskriminierung ausspricht und dazu aufruft, nicht wegzuschauen, sondern sich für ein gewaltfreies und vorurteilsfreies Miteinander einzusetzen.

 

Obwohl es nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz unzulässig ist, Menschen aufgrund ihrer beispielsweise ethnischen Herkunft den Zutritt zu einer Gaststätte oder einer Diskothek zu verwehren, kommt es immer wieder zu Vorfällen im Nachtleben. Infolge eines Vorwurfs der Ungleichbehandlung in der Nürnberger Innenstadt entstand die Idee, mithilfe der Kunst auf das Thema aufmerksam zu machen und zu zeigen, wie vielfältig die Stadtgesellschaft ist.

Vom Bettler auf der Straße bis zum lesbischen Pärchen, das sich vor der Lorenzkirche küsst, hält der 24-Jährige unter dem Künstlernamen „Charles Junior“ das vielseitige Leben der Menschenrechtsstadt Nürnberg in Filmaufnahmen fest, um für ein solidarisches Miteinander in der Gesellschaft zu werben und es aktiv zu fördern. Er wolle versuchen, etwas zu ändern, weil wir alle eins sind, kommentiert der Musiker, der mit echtem Namen Chadi Saad heißt. Mit dem Liedtitel möchte er den negativ konnotierten Begriff „Gutmensch“, mit dem er sich selbst identifiziere, wieder aufwerten.

Dank der Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin des Multiplexkino Cinecittà, Laura Weber, wird das Musikvideo nun für einige Zeit vor Kinofilmen zu sehen sein.
 

Musikvideo „Gutmensch“
 

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist das einheitliche zentrale Regelungswerk in Deutschland zur Umsetzung von europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien, die seit dem Jahr 2000 erlassen worden sind. Das AGG trat am 18. August 2006 in Kraft. Erstmals wurde in Deutschland ein Gesetz geschaffen, das den Schutz vor Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität durch private Akteure (z. B. Arbeitgeber, Vermieter, Anbieter von Waren und Dienstleistungen) umfassend regelt.

Das Gesetz enthält Rechte und Pflichten für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gleichermaßen wie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der gesamte Bewerbungsprozess, beginnend mit der Stellenausschreibung, muss diskriminierungsfrei gestaltet sein. Bei bestehenden Arbeitsverhältnissen haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch auf Schutz vor Benachteiligungen. Sie können Schadensersatz oder Entschädigung verlangen und sich bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern über Benachteiligungen beschweren. Dafür muss in allen Betrieben eine entsprechende Beschwerdestelle eingerichtet werden, über deren Existenz alle Beschäftigten informiert sein müssen. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass Diskriminierungen unterbleiben. Darüber hinaus sind sie verpflichtet, gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorzugehen, die andere Kolleginnen und Kollegen diskriminieren. Die möglichen Maßnahmen reichen dabei von einer Versetzung über eine Abmahnung bis hin zur Kündigung.

Auch bei Geschäften des täglichen Lebens wie dem Einkaufen, bei Versicherungs- und Bankgeschäften und bei Restaurant- oder Clubbesuchen gilt der Diskriminierungsschutz des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes.


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