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Erster Fachtag des Kompetenznetzwerks "Demokratie leben!" in Rheinland-Pfalz

Der erste von jährlich zwei stattfindenden Fachtagen des Kompetenznetzwerks „Demokratie leben!“ in Rheinland-Pfalz fand am 15. Juli 2015 in der Gedenkstätte KZ -Osthofen statt.

Das Kompetenznetzwerk bildet die Gesamtheit aller in Rheinland-Pfalz innerhalb des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ aktiven Organisationen und Personen. Es setzt sich zusammen aus den folgenden Säulen:
1. Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz
2. elf Partnerschaften für Demokratie
3. zwei Modellprojekte zur Prävention gegen islamistische 
    Radikalisierung  
4. Weitere Partnerinnen und Partner als Unterstützer und Experten

Initiiert und organisiert wurde der Fachtag durch die Landes­koordinierungsstelle „Demokratie leben!“ mit Sitz im Landesjugendamt. Zentrales Anliegen der Veranstaltung war die Förderung der Vernetzung unter den alten und den im Laufe des aktuellen Jahres neu gewonnenen Mitgliedern des Kompetenznetzwerks.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Petra Fliedner, Leiterin der Projekte gegen Rechtsextremismus im Landesjugendamt und Martin Rüttgers als Moderator der Veranstaltung begrüßt.

Lucia Stanko, für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zuständige Referatsleiterin für Jugendpolitik im rheinland-pfälzischen Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, richtete sich  mit einem Grußwort an die Anwesenden. Die Wichtigkeit der Anliegen des Bundeprogramms „Demokratie leben!“ und der bereits in den Vorgängerprogrammen und der noch zu leistenden Arbeit würden auch und gerade durch den Veranstaltungsort deutlich.

Felix Eitel, Mitarbeiter in der Landeskoordinierungsstelle „Demokratie leben!“, gab einen Bericht zum aktuellen Sachstand und den weiteren Planungen bzgl. des Kompetenznetzwerks. Er wies darauf hin, dass mittlerweile eine ganze Reihe neuer Mitglieder gewonnen werden konnte, was wegen der bisherigen landesweit sehr positiv wahrgenommenen Aktivitäten des Beratungsnetzwerks und der Lokalen Aktionspläne ein leichtes gewesen sei. Dazu beigetragen habe auch die Einrichtung der neuen vierten Säule „Weitere Partnerinnen und Partner als Unterstützer und Experten“, da diese eine an den Ressourcen der Organisationen angepasste Mitarbeit bzw. Mitgliedschaft ermöglicht.

Anschließend berichtete Frau Plachecki vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben vom Stand der Umsetzung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Insbesondere die Kolleginnen und Kollegen der Partnerschaften für Demokratie nutzten die Gelegenheit, konkrete Fragen über administrative Details an Frau Plachecki zu richten.

Der Rest des Vormittags war der Vernetzung in Anlehnung an die Methode World-Café gewidmet. In Stehtischgruppen fanden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen und tauschten sich zu den anleitenden Fragestellungen:  „Wer macht was?“, „Wer kann was?“ sowie „Wer braucht was?“ aus. So bestand die Möglichkeit, sich intensiv über die Projekte, Expertisen und Möglichkeiten der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Anregungen zu erhalten.

Der Nachmittag war der fachlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Phänomenen des Rechtspopulismus gewidmet. Beispielhaft und aufgrund tagesaktueller Entwicklungen wurde dabei die AfD in den Blick genommen. Unter dem Motto „Dem Stammtisch zuhören - Füllt die AfD die rechtspopulistische Lücke?“ referierten Rainer Röser, freier Journalist und u. a. für „blick nach rechts“ schreibend, sowie Luis Caballero von der Forschungsgruppe Rechtspopulismus der rheinland-pfälzischen Heinrich-Böll-Stiftung.

Zur Reflexion der überaus spannenden Beiträge fand dann eine „Aktive Pause“ statt. Dabei wurden die gewonnenen Eindrücke und Informationen lebhaft diskutiert.
In einer abschließenden Plenum-Phase wurden gemeinsam Handlungsbedarfe und Handlungsansätze für das Kompetenznetzwerk in Bezug auf aktuelle und zu erwartende rechtspopulistische Phänomene formuliert. Ebenso konnten Wünsche und Anregungen für die weitere Arbeit im Kompetenznetzwerk bzw. die nächsten Fachtagungen geäußert werden.

Als Resümee für den ersten Fachtag des Kompetenznetzwerks „Demokratie leben!“ in Rheinland-Pfalz kann festgehalten werden, dass die gemeinsame fachliche Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Rechtspopulismus zu abgestimmten strategischen Handlungsansätzen führte und dass das Wir-Gefühl und die Bereitschaft bzw. der Wunsch nach gegenseitiger Unterstützung noch weiter intensiviert werden konnte.


Beratungsnetzwerk Rheinland-Pfalz