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Die Angst vor dem Radikalen

Egal ob London, Stockholm oder Berlin – Terror ist längst keine abstrakte Diskussion mehr, sondern auch in europäischen Metropolen eine reale Gefahr. Welche Antworten gibt es auf den gewaltbereiten Salafismus? Unterwegs mit einem Bremer Präventionsprojekt.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Couragiert-Magazin. Nähere Informationen finden Sie unter www.couragiert-magazin.de.

Die Aufgeregtheit war groß, als im Dezember 2014 ein bewaffneter Polizeitrupp die Moschee des Kultur- und Familienvereins Masjidu-l-Furqan in Bremen-Gröpelingen durchsuchte. Zum ersten Mal in der bundesdeutschen Geschichte wurde ein Moscheeverein verboten, weil dieser Propaganda für den IS mache, begründete Innensenator Ulrich Mäurer das Vorgehen. „Gegen solche Vereine gilt Null-Toleranz, um Terroranschläge in Deutschland zu verhindern“, so der SPD-Politiker weiter. In Predigten sei dazu aufgerufen worden, sich dem Kampf im Nahen Osten anzuschließen. Tatsächlich sind damals ein Dutzend Mitglieder des Vereins, darunter auch Frauen, nach Syrien oder in den Irak ausgereist. Während eine Handvoll gefallen ist, kehrten andere zurück, möglicherweise desillusioniert.

Nachdem der Moscheeverein als islamistischer Anlaufpunkt wegbrach, zog sich die Anhängerschaft ins Private zurück und bietet seit dem regelmäßig stattfindende Gesprächskreise in den Wohnungen an. Auch einschlägige Protagonisten wie der YouTube-Prediger Pierre Vogel sind dort gerngesehene Gäste. Offenkundig ist, dass die Spur salafistischer Hintermänner häufig in die Hansestadt führt. Der Verfassungsschutz rechnet der Szene momentan 360 Menschen zu und führt Bremer Moscheen in seinen Berichten auf – zum Beispiel das nahe dem Hauptbahnhof gelegene Islamische Kulturzentrum. Sicherheitskreise vermuten im Großraum Bremens ein Drehkreuz des radikalen Islam in Deutschland. Auch die Zahl islamistischer Gefährder ist hier gemessen an der Gesamtbevölkerung am höchsten.

Mehlike Eren-Wassel und David Aufsess, Bildnachweis: Jonas Ginter
Mehlike Eren-Wassel und David Aufsess, Bildnachweis: Jonas Ginter

Gerade in Gröpelingen ist die Polizeipräsenz deshalb hoch. Das Viertel im Norden gehört auch zum Arbeitsgebiet von Mehlike Eren-Wassel und David Aufsess. Die beiden Streetworker betreuen ein Präventionsprojekt mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die muslimisch sozialisiert sind und sich mit Fragen zu Identität, Glaube oder Zugehörigkeit auseinandersetzen. Der Stadtteil ist in den vergangenen 50 Jahren um beinahe 30.000 Menschen geschrumpft. Als die Werft in den Siebzigern nicht mehr konkurrenzfähig war, brach der Schiffbau als Hauptarbeitgeber weg und Zehntausende verloren ihren Job. Schließlich ließen sich viele türkische Gastarbeiter-Familien in Gröpelingen nieder. Heute habe jede zweite Person einen Migrationshintergrund. Die Identifikation allerdings ist groß im Quartier, Konflikte gibt es dennoch, „ auch zwischen der türkischen und kurdischen Community“.

Wenn Aufsess den grauen Ford-Transit-Transporter durch die engen Gassen im Stadtteil manövriert, werden er und seine Kollegin meist schon von weitem erkannt. Beim Vorbeifahren grüßt ihnen vom Bürgersteig aus ein junger Mann entgegen, der die Finger zum Peace-Zeichen spreizt. Seit 1992 gibt es den Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit – kurz Vaja. Zehn kleine Teams arbeiten in mehreren Bremer Bezirken und zu unterschiedlichen Themen: Geflüchtete, rechtsextrem orientierte Jugendliche, Suchtprävention. Obwohl die Cliquen und deren Probleme kaum vergleichbar sind, funktioniert die Ansprache durchaus ähnlich: Die Streetworker suchen die Jugendlichen vorrangig im öffentlichen Raum auf, treiben gemeinsam Sport, kochen zusammen oder besuchen Seminare.

Das Bremer Schulzentrum Walle, Bildnachweis: Jonas Ginter
Das Bremer Schulzentrum Walle, Bildnachweis: Jonas Ginter

„Sie müssen zuallererst Vertrauen fassen und verstehen, dass es um sie geht“, erklärt David Aufsess. Der Erziehungswissenschaftler arbeitete die letzten sechs Jahre über als Straßensozialarbeiter. Mit dem Projekt „Jamil“, arabisch für schön, konzentriert sich der Verein erstmalig auf die pädagogische Arbeit in Schulen. Im und nach dem Unterricht zeigen Eren-Wassel und Aufsess deshalb viel Präsenz. Im Bremer Schulzentrum Walle haben sie nicht nur einen kleinen Raum gleich neben der Cafeteria, sondern auch die Schlüsselgewalt bekommen – ein schlicht eingerichtetes Zimmer mit einem bequemen roten Sofa, Kugellampen, vier, fünf Tischgruppen und Regalen mit allerhand Büchern. Raum „0.06“ ist zu einer festen Anlaufstelle geworden. Mehr als ein Dutzend Jugendliche kommen regelmäßig.

Islamismus in den Schulklassen

Wann immer sie da sind, wird das Team angesprochen – oft gleich auf dem Gang. In dem vieretagigen Backsteinbau sind gymnasiale Oberstufe und Berufsschule für Gesundheit kombiniert. 70 Prozent der Lernenden haben einen Migrationshintergrund, ein Unterschied zu anderen Stadtteilen. Schulleiter Matthias Möller ist dankbar für die Kooperation mit dem Jamil-Team, die recht zufällig entstand. Im Frühjahr 2014 geriet die Schule in die Schlagzeilen, weil sich Möller in einer großen Boulevardzeitung wie folgt äußerte: „Wir haben ein Problem mit einer Handvoll radikaler Islamisten. Und wir gehen das jetzt an“. Es ging damals um Aussagen einzelner Jugendlicher, die wohl frauenfeindlich waren und den Dschihad glorifiziert haben sollen. Möller wandte sich damit schließlich an die Bildungsbehörde.

Inzwischen ist die Zusammenarbeit mit „Jamil“ sehr eng, Aufsess und Eren-Wassel sind mit Möller per Du. Die drei tauschen sich regelmäßig aus. Viele Lehrkräfte fühlen sich in Diskussionen alleine gelassen. Die schulische Bewertungssituation stehe dem Wunsch entgegen, dass sich Jugendliche gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern öffnen, erklärt Möller. Deswegen gebe es einen gewissen Abstand. „Die Schule hat in erster Linie den Auftrag, Inhalte zu vermitteln“, sagt Möller. Identitätsentwicklung und das Konzept, wie Schule heute gemacht werde, passe nicht zusammen. Deshalb brauche es Angebote von außen. Regelmäßig werden im Kollegium die Fortbildungsbedarfe abgefragt. Möller will seinen Teil beitragen und lässt beispielsweise Unterrichtszeiten frei räumen.

Die Schule könne nicht alles alleine lösen – sich nach innen abzuschotten, helfe deshalb nicht weiter. Die Lehrkräfte wissen schon um die sozialen Probleme einiger Jugendlicher, gibt Möller zu verstehen, sie haben aber nicht die Zeit, sich diesen auch zu widmen. „Das gute an ‚Jamil‘ ist“, sagt der Direktor, der früher selbst Politiklehrer war, „dass es niedrigschwellig ist. Die Jugendlichen bekommen so die Chance, unter sich zu sprechen“. In der Schule hält er mehr „Demokratieerziehung“ für grundsätzlich sinnvoll und verweist gleichzeitig auf die Integration von Geflüchteten in den Klassenverband: „Wenn ich aus patriarchalen Strukturen komme und plötzlich etwas völlig anderes kennenlerne, brauche ich neben einer sanften Hinführung, auch einen Dialog darüber, was Demokratie überhaupt ausmacht“.

Eren-Wassel und Aufsess betonen mehrfach, dass sie mit ihrem Projekt keine Salafismus-Prävention betreiben, sondern sich mit „religiösen Hinwendungsprozessen“ auseinandersetzen. Die Übernahme radikaler und provokanter Positionen sei ein Teil jugendlicher Sinnsuche, erklärt Aufsess. Es bringe demzufolge nichts, sie als extremistisch zu brandmarken. Der gewaltbereite Salafismus ist nicht erst seit dem Terroranschlag mit einem Lkw am Berliner Breitscheidplatz omnipräsent und beschreibt eine ultrakonservative Strömung des Islam. Salafisten lesen den Koran buchstabengetreu, verbunden mit dem Anspruch, eine eigene Identität zu schaffen, die sich von der westlichen unterscheidet. Es gibt darunter auch Strömungen, die das mit Gewalt gegen Andersgläubige durchsetzen wollen.

Die Sozialarbeit ist deshalb überall dort gefragt, wo junge Menschen nach Unterstützung suchen – Liebe, Familie, Zugehörigkeit und Berufschancen ist das Klassische. Gerade muslimische Jugendliche suchen ihre Antworten häufig in der Religion. Problematisch wird es dann, wenn sie dabei auf salafischtische Gruppen stoßen. Das kann dazu führen, dass sie sich von anderen abwenden. Antisemitische Vorurteile, Homophobie oder abfällige Sprüche gegenüber anderen Minderheiten sind auch unter jungen Muslimen keine Seltenheit. Die Aufgabe von Eren-Wassel und Aufsess liegt darin, dieses Schwarz-Weiß-Denken und unreflektierte Aussagen zu hinterfragen und mit den Jugendlichen aufzuarbeiten. Entscheidend ist es, dass sie sich von selbst öffnen und Diskussionen zulassen.

Religion als Orientierungshilfe

Das Team „Jamil“ kann zur Debatte motivieren oder auch den Raum öffnen, um über problematische Sichtweisen zu sprechen – immer unter der Prämisse, dass es von den Jugendlichen auch gewollt ist. Es stellen sich hauptsächlich Fragen nach Identität und lebensweltbezogene Probleme: Wer bin ich, was bedeutet es, als Muslim oder Muslima in Deutschland zu leben? Sind Schwarzfahren oder laut lachen mit der Scharia – den ethischen Grundsätzen des Islam – vereinbar? Was ist verboten, was erlaubt? Aufsess weiß, dass viele Jugendliche nach einem engen Wertekorsett suchen: „Die Welt ist kompliziert und komplex. Deshalb sind sie für Antworten empfänglich, die Halt geben“. Viele von ihnen suchen nach einer verlässlichen Struktur, einer Orientierung inmitten des hektischen Alltags.

Gleichzeitig sei das Interesse an politischen Fragestellungen groß unter den  Jugendlichen im Stadtteil – im Moment bewege sie insbesondere die Entwicklung nach dem Referendum in der Türkei. Das Projekt, das vom Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ gefördert wird, ist für den Verein ein weiterer Puzzlestein. Seit mehreren Jahren schon existiert ein Netzwerk, um Familienangehörige oder das nähere Umfeld im Umgang mit radikalisierten Jugendlichen zu unterstützen. Wenn ein junger Mann beispielsweise seit Wochen Propagandamaterial konsumiert, den Kontakt zu Frauen ablehnt oder mit alten Freundschaften bricht, helfe oft nur noch Intervention, weil die Bereitschaft zur Auseinandersetzung fehlt und die Gefahr ideologischer Radikalisierung akut wird.

Muslime, die ihre Religion als problembehaftet erleben, sich ausgestoßen fühlen, erfahren gerade in der Gemeinschaft Akzeptanz. Oft ist es die salafistische Szene, die dieses Willkommen-Sein anbietet. Damit es so weit aber erst gar nicht kommt, wird versucht, die Themen, die sich im Jugendalter ganz von selbst stellen, altersgerecht aufzuarbeiten, erklärt Aufsess und ergänzt: „Bei uns bekommen die Jugendlichen einen geschützten Raum, um Dinge zu äußern, die an anderer Stelle für Hysterie sorgen würden. Im Jugendalter muss es erlaubt sein, radikale Ansichten zu haben. Sie wollen anecken und Grenzen ausreizen. Das ist nicht per se schlecht. Doch unter Pädagoginnen und Pädagogen ist die Angst vor Salafismus weit verbreitet, weil der Kontakt mit praktizierender Religion fremd erscheint“.

Das Sozialarbeiterduo rät dazu, die Religiosität aufzugreifen und ernst zu nehmen. „Die Gesellschaft verändert sich und es gibt Jugendliche, die spirituell geprägt sind“. Es brauche nicht nur authentische Lehrkräfte, sondern vor allem eine eigene Haltung und ein Verständnis für andere Meinungen, um jugendgerecht und sensibel reagieren zu können. Beispiel Pluszeichen: Im Matheunterricht weigerten sich junge Muslime das Rechensymbol zu schreiben, weil es einem christlichen Kreuz ähnelt. Für die Schule sorgen solche Vorfälle meistens für ratloses Schulterzucken. „Lockerheit und Geduld“, nennt Aufsess als die wichtigsten Tugenden. „Die letzten Schüler-Generationen waren eher apolitisch. Nun sitzen aktive, muslimische Jugendliche in den Klassen. Das ist für die Lehrkräfte natürlich eine ganz neue Herausforderung einfach.“

Um knifflige theologische Fragen zu beantworten, laden sie Fachleute ein: Ali Ghandour zum Beispiel – 32, Doktorand der Islamischen Theologie an der Uni Münster. Vor zwei Jahren veröffentlichte er ein Buch über Sex und Erotik aus der Sicht muslimischer Gelehrter, ein Thema, das sonst tabuisiert wird. Der Austausch mit den Jugendlichen ging deshalb über mehrere Stunden. Aufsess will die Meinungen der Jugendlichen herausfordern, sie irritieren, um die traditionellen Denkmuster zu reflektieren. „Wir haben natürlich auch mit Vorstellungen zu tun, die dem entgegenstehen, die ich als selbstverständlich ansehe“. In vielen Diskussionen wird es recht schnell persönlich. Aus diesem Grund werden alle Fälle vereinsintern aufgebarbeitet – zur Reflexion, aber auch zum Selbstschutz der Teammitglieder.

Anwerbeversuche durch Salafisten

„Wenn es einem schlecht geht“, sagt Eren-Wassel, „dann hilft ein gutes Essen“. Die Mittagspause verbringt sie mit ihrem Kollegen in einem türkischen Imbiss: „Özlem“, ein kleines Eckhaus mitten in Gröpelingen. Türkische Geschäfte gibt es im alten Hafenarbeiterviertel zuhauf. Die Begrüßung mit dem Chef des Hauses ist herzlich und vertraut, die Auswahl typisch. Bei „Özlem“ herrscht geschäftiges Treiben. Bestellt wird auf Türkisch. Das Essen kommt frisch aus dem großen Lehmofen. Für Eren-Wassel bedeutet es auch ein Stück Heimat. Nach Bremen kam sie wegen ihres Masterstudiums. In der Türkei studierte die 30-Jährige Internationale Beziehungen und Politikwissenschaft. Nebenbei hat sie für das Präventionsprojekt Ufuq gearbeitet und minderjährige Geflüchtete betreut.

Zu Vaja kam sie über einen Aushang am schwarzen Brett. Im atheistisch geprägten Norden stellt es nicht nur die Schulen vor große Herausforderungen, wenn Jugendliche überzeugt religiös sind und das durch ihr Aussehen zum Ausdruck bringen. Schon 1999 wurde die Fatih-Moschee in Gröpelingen eröffnet, das drittgrößte islamische Gotteshaus in Deutschland mit Platz für 1300 Gläubige. Auch Jugendliche sind dort regelmäßig zu Gast, um die Gebetspraktiken kennenzulernen. „Sie sind willens, sich damit zu beschäftigen und Zeit zu investieren“, weiß Eren-Wassel, die die Heranwachsenden dorthin begleitet. Das Projekt versucht an möglichst vielen Stellen anzudocken – Stadtteil, Schule, Familie, Jugendarbeit oder eben religiöse Einrichtungen. Die Islamverbände dagegen tun sich mit einer Zusammenarbeit noch schwer.

„Um mit muslimischen Jugendlichen zu arbeiten, muss man nicht zwangsläufig muslimisch sein. Die Religiosität könne auch angreifbar machen, wenn sie ein anderes Bild von Muslim-Sein vertreten.“ Distanzierung durch Integration heißt das Konzept von Vaja. Aus dem Vertrauen im täglichen Umgang miteinander wächst Akzeptanz, die für diese so persönliche Arbeit entscheidend ist. Dennoch gibt es Grenzen. Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sei nicht leistbar und Veränderungen im Denken gebe es nur langfristig. Das Kontakthalten ist zudem schwieriger geworden, weil Bremens Datenschützer allen Trägern untersagt, Facebook und WhatsApp zu nutzen. Neben der inhaltlichen Arbeit ein zusätzliches Problem. „Social Media ist ein Teil der Lebenswelt, die wir nutzen und bedienen wollen“, sagt Eren-Wassel.

Ein Enthauptungsvideo auf dem Handy sei heutzutage ohnehin viel präsenter, als die Ansprache von Hasspredigern auf der Straße. „Mit der Propaganda, die täglich in den sozialen Netzwerken kursiert, müssen wir uns auseinandersetzen, um auf dem Laufenden zu bleiben und selbst eine Position zu haben. Die Jugendlichen kommen damit zwangsläufig in Berührung und akzeptieren viele Inhalte, ohne sie zu hinterfragen.“ Salafisten gehen dabei sehr subtil vor, predigen anfangs vom Sinn und der Schönheit des Glaubens, später von den Verbrechen an den Muslimen. Heute seien es vor allem Berichte über den Syrienkrieg, die unter den Jugendlichen zu emotionalen Diskussionen führen. „Was macht du für deine Brüder, die in Syrien sterben“, heißt es auf salafistischen Webseiten.

Vor drei Jahren noch gab es in Tenever, gelegen ganz im Osten Bremens, einen Konvertiten mit langem Bart und knöchellangem Gewand, der die Jugendlichen im Stadtteil offensiv ansprach. „Bei einigen hat er oft vor der Haustür gestanden. Deshalb war er in jeder Klasse Thema“, erinnert sich David Aufsess. Mit dem Projekt ist er auch dort unterwegs, in einem Stadtteil mit weiß-grauen Zwanziggeschossern, die parallel zur Autobahn verlaufen. Die Jugendlichen wurden versucht mit einschlägigem Material und der Losung „Religion als alleiniger Lebensinhalt“ zu ködern. Dennoch, meint Aufsess, dürfe Salafismus nicht überbewertet werden. Allein 2016 gab es 1000 rechtsextreme Übergriffe auf Geflüchtete. „Die Gefahr, die von Salafisten ausgeht, steht in keinem Verhältnis dazu.“

Autor: Tom Waurig

David Aufsess, Bildnachweis: Jonas Ginter
David Aufsess, Bildnachweis: Jonas Ginter