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„Was mich antreibt? Ich kann Ungerechtigkeiten nur schwer ertragen.“

Matthias Hofmann, Fach- und Koordinierungsstelle der Partnerschaft für Demokratie Stadt Falkensee, im Interview mit „Demokratie leben!“

Im Gespräch gab uns Matthias Hofmann Auskunft über seinen Werdegang, seine bisherigen Projekte und seine Pläne für die Partnerschaft für Demokratie Stadt Falkensee.


Portrait Matthias Hofmann, Bildnachweis: Privat
Portrait Matthias Hofmann, Bildnachweis: Privat

Bitte stellen Sie sich kurz vor und beschreiben Sie Ihre Funktion/Rolle in der Partnerschaft für Demokratie Falkensee.

Mein Name ist Matthias Hofmann. Ich bin 42 Jahre alt und habe zwei Kinder. Meine Frau hat drei Kinder, wir sind also eine klassische Patchworkfamilie. Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Mainz, dort habe ich auch Erziehungswissenschaften studiert. Bevor ich als Koordinator in der Partnerschaft für Demokratie in Falkensee angefangen habe, war ich 10 Jahre als Lehrer in demokratischen Grundschulen, auch Alternativschulen genannt, tätig.

Wie sind Sie zu ihrer Tätigkeit gekommen? Waren Sie bereits vorher im Themenfeld aktiv? Gab es für Sie ein prägendes Ereignis?

Engagiert habe ich mich schon als Schüler. Ich war damals Schulsprecher und auch in der KreisschülerInnenvertretung aktiv. Übrigens gemeinsam mit dem Journalisten Deniz Yücel, der zurzeit in der Türkei im Gefängnis sitzt. Mich hat die Arbeit in der Schülervertretung sehr politisiert, zumal wir als Jugendliche immer wieder von Neonazis angegriffen wurden.

Neben dem Studium habe ich unter anderem in einem interkulturellen Stadtteilprojekt gearbeitet, das hat mich sehr geprägt. Nachdem ich zuletzt 10 Jahre als Lehrer in freien Grundschulen gearbeitet habe, wollte ich mich beruflich verändern. Zumindest für eine Weile etwas anderes machen. Über die Willkommensinitiative in Falkensee kannte ich den damaligen Geschäftsführer des ASB und der hat mich angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, die Partnerschaft für Demokratie in Falkensee zu koordinieren.


Welche Pläne haben Sie für 2017 in der Partnerschaft für Demokratie in Falkensee? Wo wollen Sie die Schwerpunkte setzen?

Mit der Stadt arbeiten wir intensiv zusammen, damit unser Jugendforum aufgewertet wird. Da es in Falkensee keine stadtweite Jugendbeteiligung außer unserem Jugendforum gibt, hoffe ich, dass unser Forum zur ‚offiziellen‘ Kinder- und Jugendvertretung in Falkensee wird.

 

Nach einer sehr erfolgreichen Demokratiekonferenz zum Schwerpunkt Inklusion im letzten Herbst fließen die Ergebnisse in den Teilhabeplan der Stadt ein. Mich freut das sehr, denn wenn wir Konferenzen machen, stellt sich ja immer wieder die Frage, was mit all den guten Ideen passiert?

 

Worauf ich mich am meisten freue, ist die Demokratiekonferenz 2017, denn die soll dieses Jahr Teil des Stadtfestes werden. Wir haben uns gedacht, dass wir dorthin gehen sollten, wo die meisten Menschen sind. Am Rande des Stadtfestes werden wir ein Demokratieforum errichten. Mit Infoständen, einer Bühne, Stehtischen usw., damit die Besucherinnen und Besucher des Stadtfestes mit den Mitgliedern des Begleitausschusses ins Gespräch kommen können. Das bereite ich gerade vor.

Was treibt Sie persönlich in Ihrer Arbeit an? Was motiviert Sie an Ihrer Tätigkeit besonders? Hatten Sie bei Ihrer Tätigkeit besondere Erfolgserlebnisse?

Was mich antreibt? Ich kann Ungerechtigkeiten nur schwer ertragen, egal welcher Art sie sind. Mich motiviert, dass ich als Koordinator genau die Menschen und Projekte unterstützen kann, die unser Zusammenleben demokratischer und solidarischer gestalten. Die Erfolgserlebnisse haben die Menschen, die die Projekte umsetzen! Wenn ich davon etwas mitbekomme, freue ich mich sehr!

Worin sehen Sie persönlich die größte Herausforderung bei Ihrer Tätigkeit?

Der persönliche Schutz meiner Familie ist die größte Herausforderung. Meine Frau ist in der Willkommensinitiative sehr aktiv und da bleibt es nicht aus, dass man auch Drohungen abbekommt. Da muss man einen Weg des Umgangs finden, der weder leichtsinnig noch panisch ist.

Wenn Sie aus Ihren Erfahrungen in der Partnerschaft für Demokratie in Falkensee schöpfen – welche Tipps würden Sie anderen Partnerschaften für Demokratie für deren Arbeit mit auf den Weg geben?

Wer ein Jugendforum organisieren will, sollte schon bei der Vorbereitung mit Jugendlichen zusammen arbeiten und lernen, sich zurückzuhalten. In Falkensee denke ich manchmal, dass ich dafür sorgen muss, dass nicht alle möglichen Erwachsenen auf das Jugendforum drauf springen und von den Jugendlichen und ihren Themen nachher wenig übrig bleibt.