Zum Inhalt springen Zum Hauptmenü springen Zum Servicemenü springen

Landkreis Gotha

Kontaktdaten

Stadtverwaltung Ohrdruf
Hauptamt
Marktplatz 1
99885 Ohrdruf
Tel: 03624 330100

hauptamt(at)ohrdruf.de
www.wir-leben-demokratie.de

Fördergebiet

Landkreis Ohrdruf

Größe des Fördergebiets

936 km²

Einwohnerzahl des Fördergebiets

135.155

Themenfelder

  • Aktuelle Formen von Islam-/Muslimfeindlichkeit
  • Demokratiestärkung im ländlichen Raum
  • Rechtsextreme Orientierungen und Handlungen
  • Förderung einer Willkommenskultur

Ziele und Handlungskonzept

Der Landkreis Gotha ist der bevölkerungsreichste Kreis in Thüringen. Die Region besitzt eine gute verkehrstechnische Anbindung und zahlreiche Unternehmen der Auto-, Werkzeug- und Nahrungsmittelindustrie sowie Logistikbranche haben sich hier angesiedelt. Die Mehrzahl der Kommunen weist einen angenehmen Lebensstandard und ein reichhaltiges Vereinsleben auf. Dennoch ist die ländliche Region stark vom demographischen Wandel und von Abwanderung betroffen.

Aufgrund des rechtsextremen, demokratiefeindlichen Potenzials wurde 2007 erfolgreich ein Lokaler Aktionsplan (LAP) in der Erfüllenden Gemeinde Ohrdruf installiert. Mit Hilfe des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit konnte dieser auch im Landkreis aktiv werden. Der bisherige LAP ist ein Netzwerk von Projekten, Bürgerbündnissen, Aktivitäten und Akteuren zur Rechtsextremismusbekämpfung und Demokratiestärkung. Die integrierte Strategie wird zu einer Partnerschaft für Demokratie ausgebaut.In der Region existieren zahlreiche Immobilien der rechtsextremen Szene. Diese tritt durch Straftaten, Kundgebungen und Konzerte immer wieder in Erscheinung. Die anhängigen Strafverfahren und die Waffenfunde zeigen die Gewaltbereitschaft der Rechtsextremen, aber auch ihre europaweite Vernetzung. Rechtsextreme Aktivisten sind u. a. das Bündnis Zukunft Landkreis Gotha, Parteien und die Mitglieder der Rechtsrockband S.K.D

In den betroffenen Gemeinden entstand ein reges und kreatives Engagement seitens der Bürgerinnen und Bürger. Der brutale rechtsextreme Überfall am 9.Februar 2014 auf eine friedliche Feiergesellschaft in Ballstädt hat Stärken und Schwächen der bestehenden Netzwerke aufgezeigt. Es existieren belastbare Arbeitsbeziehungen, so dass in kurzer Zeit die Deutungshoheit in den Medien zurückgewonnen, Betreuung der Opfer organisiert, Mahn-, Solidaritäts- und Informationsveranstaltungen realisiert werden konnten. Gleichzeitig bestätigt sich die These des Thüringen-Monitors, wonach in vielen Gemeinden eine hohe Indifferenz gegenüber Rechtsextremismus und sogar eine hohe Affinität gegenüber den populistischen und fremdenfeindlichen Parolen besteht.

Ausgehend von diesen Problemlagen wurde das Handlungskonzept der drei Säulen fortgeschrieben:
Säule 1: Prävention - Demokratie- und Toleranzerziehung sowie die Soziale Integration.

Säule 2: Intervention - bei der Arbeit mit Gefährdeten und Betroffenen sowie mit „extremen“ Gruppen sind bei jungen Menschen die soziale Integration sowie die Bekämpfung rechtsextremistischer Bestrebungen gesetzte Förderschwerpunkte.

Säule 3: Aktivierung - der Zivilgesellschaft mit Schwerpunkt der Stärkung der demokratischen Bürgergesellschaft.