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Landgewinn

Kontaktdaten

Arbeiterwohlfahrt Landesverband Schleswig-Holstein e. V.
Sibeliusweg 4
24109 Kiel
Tel: 0431 5114350
michael.treiber(at)awo-sh.de

www.awo-sh.de


Themenfeld

Empowerment zur demokratischen Teilhabe


Projektziele

Zentrales Ziel des Modellprojekts „Landgewinn“ ist es, Zugewanderte in ländlichen Räumen Schleswig-Holsteins darin zu unterstützen, sich über die möglichen politischen und gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten in ihrer Region sowie über ihre eigenen Ressourcen bewusst zu werden. Sie sollen in die Lage versetzt werden, diese Möglichkeiten und Mittel so auszuschöpfen, dass ihre Eigenständigkeit gestärkt wird, sie selbstbestimmt leben können und an partizipativen Entscheidungsprozessen teilzunehmen.

Dem Modellprojekt liegt die Beobachtung zugrunde, dass besonders im ländlichen Raum Migrantinnen und Migranten von der politischen Teilhabe isoliert sind, da sie zum Beispiel die zivilgesellschaftlichen Strukturen nicht kennen, weniger mobil sind oder von der Gesellschaft nicht beteiligt werden, weil sie sie als nicht gleichberechtigte Subjekte anerkennt sind.

Diese Erkenntnisse der Projektarbeit sollen sich nach erfolgreicher Erprobung auch auf die Arbeit anderer Träger transferieren lassen.


Handlungskonzept

In der Durchführung des Modellprojekts sind zwei Prozesse von zentraler Bedeutung. Einerseits wird direkt mit den Migrantinnen und Migranten gearbeitet, um ihnen denkbare Teilhabemöglichkeiten an gesellschaftlichen und politischen Prozessen aufzuzeigen und sie darin zu unterstützen, sich über ihre Ressourcen bewusst zu werden. Dadurch wird der Prozess der Selbstbemächtigung eingeleitet.

Andererseits wird die Mehrheitsgesellschaft für das Thema sensibilisiert. Die Mehrheitsgesellschaft und die Zuwanderer werden dabei als gleich starke Pole angesehen, die im Rahmen von „Landgewinn“ zusammengeführt werden, um ein pluralistisches und demokratisches Zusammenleben zu ermöglichen. Zur Erreichung der genannten Ziele wird mit unterschiedlichen Vereinen und Organisationen zusammengearbeitet, wie zum Beispiel mit Demokratie e. V.

Das Mentoring-Programm wird eine zentrale Methode darstellen, in dessen Rahmen Migrantinnen und Migranten zivilgesellschaftliche Strukturen in ihrem Umfeld kennenlernen, einen Überblick über die Arbeit von Vereinen, Organisationen und politischen Parteien in ihrer Region erhalten und in Kontakt mit den Akteurinnen und Akteuren dieser Institutionen stehen. Migrantinnen und Migranten gehen dabei eine zeitlich befristete Partnerschaft mit Kommunalpolitikerinnen und -politikern ein.

Außerdem werden Begleitseminare für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Mentoring-Programms veranstaltet, in denen sie Wissen über das politische System Deutschlands sowie über Zusammenleben und politische Teilhabe in einer Demokratie erlangen. Zusätzlich können die Migrantinnen und Migranten in regelmäßig stattfindenden regionalen Vernetzungstreffen ein Netzwerk aufbauen.

Außerdem wird eine Onlineplattform geschaffen, um den überregionalen Austausch über Beteiligungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Der Innovationsgehalt des Modellprojekts „Landgewinn“ liegt hierbei in der Fokussierung auf die ländlichen Räume. Während hinsichtlich des Empowerments von Migrantinnen und Migranten im Rahmen der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe in urbanen Räumen bereits Modellprojekte existieren, ist das Thema in ländlichen Räumen bisher nur marginal behandelt worden.