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TANDEM TolerANz fördern, DEmokratie erfahren, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit abbauen

Kontaktdaten

RE/init e. V.
Am Steintor 3
45657 Recklinghausen
Tel: 02361 3021150
info(at)reinit.de

http://tandem-nrw.de


Themenbereich

Rechtsextreme Orientierungen und Handlungen


Projektziele

TANDEM NRW ist ein Projekt zur Radikalisierungsprävention für und mit rechtsaffinen und/oder rechtsextremen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Großregion Ruhrgebiet (Dortmund, Gelsenkirchen und Kreis Recklinghausen). Es versucht, durch ineinandergreifende Angebote demokratiefeindlichen Einstellungen entgegenzuwirken und zur Gewalt und Extremismus neigenden jungen Menschen, Handlungsalternativen an die Hand zu geben. Der Projektname ist ein Konstrukt der damit verbundenen Kernziele – TolerANz fördern, DEmokratie erfahren, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit abbauen.

Im Rahmen verschiedener Formate wird erprobt, wie der Einsatz von Peer-Education , also Wissensvermittlung durch Gleichaltrige, dazu beitragen kann, Jugendliche und junge Erwachsene für Formen und Folgen extremistischen Gedankenguts zu sensibilisieren und die Akzeptanz demokratischer Werte zu fördern.

Um junge Menschen im Prozess politischer Meinungsbildung zu erreichen, ist TANDEM in Schulen, Jugendeinrichtungen und darüber hinaus online präsent. Das Projekt zielt darauf ab, in diesen Sozialräumen eine Alternative zur konventionellen Bildungsarbeit zu etablieren. Erwartet wird die Verankerung von Programmbestandteilen in den Regelstrukturen. Hierfür sollen Fachkräfte in den Einrichtungen gewonnen werden, die mithilfe bereitgestellter Methodenkoffer die Demokratieförderung eigenständig fortführen und verstetigen. Durch die bereits bestehenden zahlreichen Kontakte des Trägers erfolgt der Zugang zur Zielgruppe, konzentriert auf Schulen und Einrichtungen des 2. Bildungsweges, Berufsschulen und Jugendhilfeeinrichtungen.


Handlungskonzept

Die Modellhaftigkeit des Projekts liegt in der Kombination verschiedener sozialraum- bzw. zielgruppenorientierter Angebote. Im Mittelpunkt des auf Peerkommunikation aufbauenden Gesamtkonzepts steht die Idee, Multiplikatoren für demokratische Grundwerte auszubilden. Während der Ausbildung zum „Trainer für Demokratie und Vielfalt“ werden mit Teilnehmenden Workshops konzipiert, die an Schulen und Jugendeinrichtungen durchgeführt werden. Es werden im ersten Förderjahr bis zu acht Peertrainer_innen ausgebildet und 16 Trainings/Workshops mit jeweils bis zu 25 Teilnehmenden aus Schulen und Jugendzentren durchgeführt. Das wird in den Folgejahren fortgesetzt. Ein Peer-Trainer und eine Fachkraft arbeiten hier stets nach dem Prinzip eines Tandems zusammen. Ergänzt werden diese Workshops durch ein von Teilnehmenden mitgestaltetes Online-Angebot.

Zum Zweck ideologiefreier Aufklärung beinhaltet die TANDEM-Internetseite u. a. ein Lexikon zu Begriffen aus dem Kontext des Nationalsozialismus sowie Faktenchecks zu gängigen Stammtischparolen. Daneben bietet ein moderierter Chat jungen Menschen Raum zum Austausch über politische Themen sowie die Gelegenheit in Kontakt mit einem Ex-Aussteiger zu treten, der Fragen zum Ein- und Ausstieg aus der rechten Szene beantwortet.

Ein weiterer Programmbaustein besteht im Zusammenbringen junger Menschen mit Holocaust-Überlebenden im Rahmen einer Ausbildung zum „Zeitzeugen von Zeitzeugen“. Die Kooperation des Trägers mit bundesweit bekannten Zeitzeug_innen, z.B. Sally Perel, eröffnet Teilnehmenden einen unmittelbar Zugang zur Zeitgeschichte und zugleich die Möglichkeit deren Lebensgeschichten zu bewahren. Hierfür wird mit den Teilnehmenden ein auf die jeweiligen Zeitzeug_innen zugeschnittenes strukturiertes Interview erarbeitet, was eine intensive Auseinandersetzung mit deren Biographien und den historischen Umständen erfordert. Die Zeitzeug_innenberichte werden anschließend von den Teilnehmenden innerhalb von Workshops an Gleichaltrige weitergegeben und Online präsentiert.

Erlebnispädagogische Aktivitäten stellen einen weiteren Zugang zu jungen Menschen mit extremistischen Tendenzen dar und unterstützen die Beziehungsarbeit. Bei sportlichen Aktivitäten sollen integrative Prozesse angeregt werden. Gedenkstättenbesuche oder Begegnungen mit gleichaltrigen Geflüchteten dienen dazu, Empathie für Opfer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu fördern.