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Seitenwahl

Kontaktdaten

Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Ost gGmbH; c/o Zentrum Demokratische Bildung (ZDB) Wolfsburg
Heinrich-Nordhoff-Str. 73-77
38440 Wolfsburg
Tel: 05361 8913050

info(at)zdb-wolfsburg.de
http://www.arug-zdb.de/


Themenbereich

Rechtsextreme Orientierung und Handlungen


Projektziele

Das Modellprojekt „Seitenwahl“ vom Zentrum Demokratische Bildung in Wolfsburg hat das Ziel, dass rechtsorientierte Jugendliche einen engagierten und professionellen Gegenwind in formalen und informellen Sozialisationskontexten erfahren und Veränderungsprozesse initiiert werden.

Jugendliche, die im Begriff sind sich zu radikalisieren, bekommen allzu oft zu wenig oder gar keinen Gegenwind, der sie zu einem Umdenken bewegen könnte. Hierfür ist entscheidend, dass pädagogische Fachkräfte Vorfälle mit menschenfeindlichen Hintergründen identifizieren können und in der Lage sind solche Ereignisse in Gruppenverbänden oder einzelfallbezogen zu bearbeiten. Deshalb werden im Rahmen des Projekts entsprechende Strukturen entwickelt, Materialien erarbeitet und erprobt, Bildungsveranstaltungen durchgeführt und Fachkräfte geschult.

Rechtsextreme bedienen sich zunehmend einer Vielzahl von Subkulturen und sozialer Netzwerke. Jugendliche, die den unterschiedlichsten Subkulturen angehören, sollen durch „Seitenwahl“ im Umgang mit rechtsextremistischen Kampagnen und rassistischen und vorurteilsbehafteten Argumentationen aus dem eigenen Kontext sensibilisiert werden. Peers werden geschult und in der Lage sein, innerhalb ihrer Subkultur und sozialen Netzwerken rechtsextremes Gedankengut zu erkennen und Diskurse und Distanzierungsprozesse zu initiieren, peer-to-peer- Kontakte zu etablieren, Themenkontraste zu setzen und bestenfalls Perspektivwechsel zu veranlassen.


Handlungskonzept

„Seitenwahl“ bietet ein breites Angebot von Vorträgen, Workshops und intensiven Fortbildungen, die sich an pädagogische Fachkräfte richten. Hier werden Methoden zur Erweiterung der Handlungskompetenz, Gesprächsführung und Konfliktbearbeitung vermittelt.

Bei dem peer-to-peer-Ansatz, nachdem die Jugendlichen in ihren jeweiligen Subkulturen rechtsextremen Diskursen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren entgegentreten können, ist eine umfassende Sensibilisierung und Qualifizierung vorgesehen. Es sollen Handlungstrainings gegen Hatespeech und Radikalisierungsprozesse in sozialen Netzwerken entwickelt, sowie ein Coachingangebot für Strategien zur Entwicklung von Gegenkultur und Selbstheilungskräften in spezifischen Subkulturen (z.B. über Musik, etc.) installiert werden. Weiterhin soll in Workshops mit Jugendlichen ein Fokus auf Selbstbehauptung als Teil demokratischer Kultur gelegt werden. Innerhalb von „Seitenwahl“ ist ein Fachtag für alle Peers geplant, die sich für eine demokratische und tolerante Kultur innerhalb ihrer Subkulturen und in sozialen Netzwerken einsetzen wollen.

Um der Rolle sozialer Netzwerke in der Lebenswelt vieler Jugendlicher gerecht zu werden, werden in „Seitenwahl“ vermehrt medienpädagogische Methoden zur Anwendung kommen, um Jugendlichen Handlungsmöglichkeiten gegen Hatespeech zu vermitteln.

Die Interaktion in sozialen Netzwerken ist kaum erprobt oder analysiert worden. „Seitenwahl“ will hier Themenkontraste und Diskurse setzen, um der Lebenswelt vieler Jugendlicher gerecht zu werden. Im besten Fall können so Distanzierungsprozesse und Perspektivwechsel initiiert werden.