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„JamiL“ Jugendarbeit in muslimischen und interkulturellen Lebenswelten

Kontaktdaten

Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (VAJA e. V.)
Hinter der Bauer 9
28195 Bremen
Tel: 0421 76266
info[at]vaja-bremen.de
http://vaja-bremen.de/teams/jamil/


Themenbereich

Islamistische Orientierungen und Handlungen


Projektziele

Das Projekt richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die in einer Auseinandersetzung mit Fragen von Identität, Glaube und Zugehörigkeit stehen und dabei mit dem Gedankengut des (politischen oder dschihadistischen) Salafismus sympathisieren. Diesen Bedarf einer Angebotsstruktur an sozialraum- und lebensweltorientierter Jugendarbeit, die sich der Identitätsfindungsprozesse und religiösen Orientierungssuche junger Menschen in einer langfristig angelegten Beziehungs- und Unterstützungsarbeit annehmen kann, greift JAMIL in seiner Arbeit auf. Durch Präventionsarbeit, die an den lebensweltlichen Problemlagen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Stadtteil, der Schule oder dem familiären Umfeld ansetzt, soll einem Entstehen religiös-extremistischer Orientierungen bereits frühzeitig entgegengewirkt werden.


Handlungskonzept

Das Handlungskonzept von JAMIL fußt auf der langjährigen Praxis und konzeptionellen Weiterentwicklung des Trägers VAJA e. V. (Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit) in der akzeptierenden Jugendarbeit und aufsuchenden Straßensozialarbeit. Der methodische Zugang der aufsuchenden Jugendarbeit des Teams JAMIL orientiert sich an den Lebenswelten, den Sozialräumen und den Problemlagen Jugendlicher und junger Erwachsener.

In einem ersten Arbeitsschritt gestaltet JAMIL dabei zunächst eine Eruierungs- und Kontaktierungsphase. Hierbei werden auf Grundlage der Arbeit der Streetwork-Teams von VAJA in Bremen und der Vernetzung mit weiteren Sozialraumakteuren (Schule, Behörden, Quartiersmanagement, Einrichtungen) Bezirke und Stadtteile Bremens ermittelt, in denen ein besonderer Bedarf Jugendlicher an Auseinandersetzung mit Fragen des (muslimischen) Glaubens, Identität und Zugehörigkeit besteht. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wird der Kontaktaufbau zur Zielgruppe durch aufsuchende Straßensozialarbeit gestaltet. Die Straßensozialarbeit von JAMIL folgt dabei der Mobilität der Jugendlichen an ihren Treffpunkten in den Stadtteilen und begleitet sie in ihrem Freizeitverhalten. Diese Arbeit ist langfristig angelegt und beziehungsorientiert. Der Arbeitsansatz umfasst dabei freizeit- und erlebnispädagogische Aktivitäten (Sport, Freizeitfahrten) mit Cliquen und Gruppen von Jugendlichen ebenso wie Einzelfallhilfe und Unterstützung bei Problemen in verschiedenen Lebensbereichen. Dies schafft eine Beziehung zu den Jugendlichen, die von einem starken Vertrauensverhältnis und gegenseitiger Akzeptanz geprägt ist. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene, die vom ideologischen Bann des Islamismus erfasst werden, benötigen ein soziales Umfeld, dem sie vertrauen und in das sie sich fallen lassen können. Auf Grundlage dieser Beziehung kann JAMIL den Jugendlichen daher Raum für eine intensive Auseinandersetzung mit den Überzeugungen und Weltanschauungen bieten.

Zudem wird angesichts der Verunsicherungen vieler Sozialraumakteure in Schulen, Einrichtungen und Behörden eine Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit einen wesentlichen Bestandteil der Arbeit des Teams JAMIL darstellen. Für eine Optimierung bestehender Angebots- und Kompetenzstrukturen, besteht ein wichtiger Teil darin, Sensibilisierung, Schulung und Fortbildung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner für das Wahrnehmen von strukturellen und biographischen Hintergründen einer religiösen Radikalisierung von Jugendlichen anzubieten. Das Angebot richtet sich an verschiedene Bereiche des Sozialraums, wie die kulturelle, pädagogische, religiöse und politische Arbeit, welche langfristig als mögliche Kooperationspartner für das Angebot erreicht werden sollen.