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INSIDE OUT - Fach- und Beratungsstelle Extremismus

Kontaktdaten

Stuttgarter Jugendhaus gGmbH
Kegelenstr. 21
70372 Stuttgart
Tel: 0711 237280
geschaeftsstelle(at)jugendhaus.net
http://insideoutnow.de/


Themenbereich

Islamistische Orientierungen und Handlungen


Projektziele

Ziel des Modellprojekts „INSIDE OUT“ ist es,

  • sich radikalisierenden Jugendlichen eine alternative Bezugsgruppe zu geben. Dazu bietet „INSIDE OUT“ ein erlebnis- und wildnispädagogisches Angebot für Jugendliche: den „Gorilla Walk“ mit nachfolgendem Mentorenprogramm.
  • Pädagogische Fachkräfte zu sensibilisieren und fortzubilden. Dazu wurde der Workshop „Radikal Sein.“ mit Planspiel und fachlichem Input konzipiert.
  • Ein Fachforum für pädagogische Fachkräfte und die interessierte Bürgerschaft zu etablieren. Die „Stuttgarter Präventionsgespräche“ sollen eine Möglichkeit geben, sich kostenfrei zu aktuellen Themen der Radikalisierungsforschung fortzubilden.
  • Ein Netzwerk gegen gewaltorientierten Salafismus einzurichten. In diesem Netzwerk kommen Expertinnen und Experten unterschiedlicher beruflicher Herkunft zusammen, um ein Monitoring des gewaltbereiten Salafismus in Stuttgart zu erreichen.
  • Angehörige von sich radikalisierenden Jugendlichen zu beraten.
  • Leitlinien für den Umgang mit Radikalisierung zu entwerfen.

„INSIDE OUT“ beabsichtigt nach Ende der Projektlaufzeit aus der Arbeit in den fünf oben genannten Bereichen gelingende Wege der Extremismusprävention ableiten zu können. Dazu betreibt INSIDE OUT sowohl qualitative als auch quantitative Evaluation.

Direkte und hochwertige Zugänge zu gefährdeten Jugendlichen zu schaffen und zu erhalten ist mit dem „Gorilla Walk“ und dem angeschlossenen Mentorenprogramm beabsichtigt. Die indirekten Maßnahmen werden vor allem dann erfolgreich sein, wenn eine große Zahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern gefunden wird und für Themen der Demokratieentwicklung begeistert werden kann.

Die Fach- und Beratungsstelle „INSIDE OUT“ erprobt somit in Stuttgart und Umgebung modellhaft ein breites und vernetztes Präventionsprogramm, welches sich auf andere Großstädte übertragen lassen soll. Insbesondere der „Gorilla Walk“ und die Fortbildung „Radikal Sein.“ bieten sich dafür an, auch an anderen Orten in ganz Deutschland durchgeführt zu werden. Leitfäden über diese beiden Maßnahmen werden für die Anwendung andernorts erstellt.


Handlungskonzept

In der ersten konzeptionellen Phase wurde die Durchführung des Workshops „Radikal Sein.“ und der „Gorilla Walk“ geplant und Kontakte zu Akteuren im Feld gesucht. In einer Auftaktveranstaltung sind wurde die Öffentlichkeit über INSIDE OUT informiert. Nun bearbeitet „INSIDE OUT“ bereits einige Fälle, in denen Jugendliche drohen in radikale Szenen hineinzugeraten. In jedem Stuttgarter Jugendhaus wurden Ansprechpartner zum Thema Extremismus gefunden, fortgebildet und stehen nun mit INSIDE OUT in engem Kontakt. Die Stuttgarter Präventionsgespräche erzeugen bereits einige Resonanz.

Der „Gorilla Walk“ ist eine 3-tägige Klausur für junge Männer. Sie erhalten hier die Chance sich auf die Suche nach ihren persönlichen Zielen zu machen. Es ist eine „Vision Quest“. Der Gedanke dahinter ist, dass Jugendliche, die sich ihren Zielen bewusst sind und die Chance haben diese zu verfolgen, weniger anfällig sind für menschenverachtende Ideologien. Es wird damit gerechnet, dass vor allem der direkte Kontakt mit Jugendlichen, die sich in Lagen befinden, die Radikalisierung begünstigen, eine gute Möglichkeit bietet, Jugendliche in gesellschaftliche Prozesse einzubinden und somit den Weg in radikale Handlungen zu erschweren. Innovativ und modellhaft ist der „Gorilla Walk“, insofern er den Gedanken einer Visionssuche auf eine neue Zielgruppe überträgt.

Im Workshop „Radikal Sein.“ soll Vorurteilen gegenüber religiösen Menschen entgegenwirkt werden. Die Teilnehmerinnen, und Teilnehmer, in erster Linie pädagogische Fachkräfte aus der Jugendarbeit, nehmen Rollen aus fiktiven Religionen an und sollen erleben, was passiert, wenn man durch religiöse Normen im Alltag auf Unverständnis stößt. Das Format des Workshops „Radikal Sein.“ bezieht spielerische und emotionale Formen des Lernens in sein Programm ein. Das Planspiel ist eine neue Entwicklung unter Mithilfe der LMU München.

Als Kooperationspartner stehen die Landeszentrale für politische Bildung Baden- Württemberg, die LMU München sowie der Verein für interreligiöse Bildung Occurso zur Seite.