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Gemeinschaftsunterkunft trifft Gemeinde

Kontaktdaten

Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e. V.
Zum Jagenstein 3
14478 Potsdam
Tel: 0331 9676250
info(at)fazit-brb.de
http://www.fazit-brb.de/gu_trifft_gemeinde.html


Themenfeld

Rechtsextreme Orientierung und Handlungen


Projektziele

Seit dem sprunghaften Anstieg der Flüchtlingszahlen entstehen vielerorts neue Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende. So gab es beispielsweise im Landkreis Ostprignitz-Ruppin bis Anfang 2014 nur eine Unterkunft in der Kreisstadt. Inzwischen wurden aber vier weitere Unterkünfte ausschließlich in kleineren Gemeinden in Betrieb genommen, zwei weitere stehen kurz vor der Eröffnung. Bürgerinnen und Bürger sind erstmalig mit der Ansiedlung von Flüchtlingen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft konfrontiert. In der Reaktion auf diese neue Situation finden sich, neben spontaner Hilfsbereitschaft und Solidarität, häufig Unsicherheit und auch Ängste wieder. Das sind Anknüpfungspunkte für fremdenfeindliches, rechtsextremes Gedankengut.

Das Modellprojekt verfolgt zwei Oberziele:

  • durch den Aufbau von lokalen Begegnungs- und Unterstützungsstrukturen die Aufnahme von Flüchtlingen durch die Zivilgesellschaft zu begleiten;
  • durch die Unterstützung des bürgerschaftliches Engagements vor Ort die demokratischen Strukturen zu stärken, für eine aktive Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus zu ertüchtigen und Äußerungen von Fremdenfeindlichkeit in den Gemeinden und Nachbarschaften den Boden zu entziehen.

Das Modellprojekt entwickelt – gemeinsam mit Kooperationspartnern - zunächst in drei Standorten im Land Brandenburg konkrete Verfahren der Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern sowie der frühzeitigen Einbeziehung möglichst vieler zivilgesellschaftlicher Akteure in die Aufnahme von Flüchtlingen an. Es moderiert und begleitet die Überführung derartiger Verfahren in die lokale Praxis anderer Standorte im Land Brandenburg.


Handlungskonzept

Das Modellprojekt wählt auf der Grundlage von Erkenntnissen des Projektträgers und in enger Abstimmung mit Kooperationspartnern zunächst drei Standorte aus, an denen eine Gemeinschaftsunterkunft in den letzten Monaten in Betrieb genommen oder deren Eröffnung bevor steht. Im Jahr 2015  sind dies die Gemeinden Nauen, Stahnsdorf und Wusterhausen/Dosse.

Die Projektarbeit in diesen Standorten wendet sich an einen breiten Personenkreis, insbesondere an jene Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich in der Begleitung und Betreuung von Flüchtlingen engagieren möchten oder bereits vor Ort eine Reihe von Aktivitäten entwickeln.

Die Maßnahmen des Projektes bzw. Maßnahmenpakte gruppieren sich um vier inhaltliche Säulen, die darauf ausgerichtet sind, engagierte Personen, Vereine und Initiativen gezielt für die Aufgaben und Herausforderungen zu ertüchtigen, die aus der Aufnahme von Flüchtlingen entstehen, und ihre Mitwirkung am Aufbau von lokalen Begegnungs- und Unterstützungsstrukturen zu fördern.

Diese Säulen sind:

  • Unterstützung von lokalen Initiativen der Bürgerinnen und Bürger sowie Förderung des Dialogs innerhalb der lokalen Bevölkerung zu Migration, Flucht und Asyl durch Einrichtung von Runden Tischen, lokalen Arbeitskreisen, Newsletter oder direkten Organisationsberatungen
  • Bedarfs- und zielgruppengerechte Information und Schulung zu Hintergründen von Migration, Flucht und Asyl sowie zu aktuellen Strategien und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus durch ein regelmäßiges Schulungsangebot (Entwicklung eines Überblicks- und Aufbaumoduls)
  • Beratung der örtlichen Akteure zur Aufnahme von Flüchtlingen und zum Freiwilligen-management, insbesondere zu Beispielen Praxis aus anderen Kommunen
  • Förderung der Kooperation vor Ort und Vernetzung zum Aufbau und zur Entwicklung einer lokalen Willkommenskultur

Das Projekt strebt die Ertüchtigung und Aktivierung von lokalen Akteuren an. Aus diesem Grund soll das Projekt die unmittelbare Begleitung der Gemeinden nach und nach absenken, neue Standorte auswählen und vor dem Hintergrund der gewonnen Erfahrungen und Erkenntnissen die Projektarbeit an diesen fortsetzen. Ein regionaler Fachtag soll die Ergebnisse des ersten Projektjahres vorstellen.