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Frontaldiskurs - Konfrontationen die Stirn bieten mit Medien, Kunst und Kultur

Kontaktdaten

Minor - Projektkontor für Bildung und Forschung e. V.
Alt Moabit 73
10555 Berlin
Tel: 030 39744227
minor(at)minor-kontor.de
www.minor-kontor.de


Themenbereich

Linke Militanz


Projektziele

Übergreifendes Ziel des Projektes ist es zum einen, das Verhalten von Jugendlichen in Konfrontationssituationen (wie zum Beispiel Demonstrationen, Blockaden, Besetzungen) in den Blick zu nehmen. Daraus sollen geeignete Handlungsstrategien und Methoden entwickelt werden, die einer Radikalisierung und Gewaltbereitschaft von Jugendlichen präventiv entgegenwirken.

Zum anderen zielt das Projekt darauf ab, dass Jugendliche ihre (ggf. radikalen oder militanten) Handlungs- und Einstellungsmuster kritisch reflektieren und alternative Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Darüber hinaus soll auch die mediale Ebene von Konfrontationen wie z. B. bei Mobilisierungen im Internet, über Aufkleber, Presse usw. in den Blick genommen werden.

Das Projekt zielt ferner darauf ab, Jugendliche in den gesellschaftlichen Diskurs zu Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Untauglichkeit von Gewalt als politischer Ausdrucksform und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzubinden.


Handlungskonzept

Zielgruppe des Projektes sind Jugendliche zwischen 16 und 27 Jahren in Jugendeinrichtungen, Schulen, Sportvereinen und kulturellen Einrichtungen bundesweit. Dabei arbeitet das Projekt mit Jugendlichen aus verschiedenen Milieus und unterschiedlicher politischer Orientierung zusammen. Dazu gehören neben linksorientierten Jugendlichen auch rechtsaffine Jugendliche; Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund; demokratisch aktive Jugendliche oder auch unpolitische Jugendliche.

Geplant sind 5 Zyklen, die den fünf Jahren der geplanten Projektlaufzeit entsprechen.

  • 1. Zyklus: Gruppen, in denen sowohl dezidiert linksaffine Jugendliche als auch demokratisch aktive und unpolitische Jugendliche vertreten sind.
  • 2. Zyklus: Gruppen mit Konfrontationspotenzial, in denen sowohl dezidiert linksaffine als auch rechtsaffine Jugendliche vertreten sind.
  • 3. Zyklus: Gruppen mit Überlagerung verschiedener ethnischer und politischer Konstellationen, in denen z. B. linksaffine Jugendliche mit Migrationshintergrund vertreten sind.
  • 4. Zyklus: Parallele Teilprojekte mit Gruppen in gewalttätiger Auseinandersetzung in einem Sozialraum
  • 5. Zyklus: Peer-Learning-Prozess der erfolgreichen Teilprojekte der vier vorherigen Zyklen, der sowohl medienbasiert arbeitet, als auch sich mit medienbasierten Konfrontationsdynamiken auseinandersetzt.

Frontaldiskurs ist bundesweit tätig. Das Projekt ermöglicht in Kooperation mit jährlich wechselnden Jugend- und Kultureinrichtungen die Umsetzung von zwei Teilprojekten pro Jahr. Dabei wird die Zusammenarbeit beider Teilprojekte angeregt. Im Jahr 2015 werden ein Projekt in Leipzig und ein Projekt in Halle durchgeführt.  Um die Jugendlichen zu erreichen, arbeitet „Frontaldiskurs“ eng mit Jugendzentren und Kultureinrichtungen, mit Künstlerinnen und Künstlern, Kunst- und Sozialpädagoginnen und -pädagogen, aber auch mit Trägern von Jugendhilfemaßnahmen, der offenen Jugendarbeit und der Straßensozialarbeit zusammen.

Transportmittel für die Umsetzung des politischen Diskurses mit den Jugendlichen sind Kunst-, Medien- und Kulturaktivitäten. Dabei stehen Kunstformen im Mittelpunkt, die sich für einen Dialog besonders anbieten:

Graffiti, Musik, Theater, Plakatkunst sowie Performance- und Aktionskunst.

Die selbstständige/eigenhändige Entwicklung von Kunstprodukten bzw. die Mitwirkung an kulturellen Beiträgen, Veranstaltungen & Angeboten unter pädagogischer Begleitung kann einerseits zur Selbstreflektion der Jugendlichen beitragen.

Andererseits regen die entstehenden Formate wie Aufführungen, Ausstellungen, Medienangebote zum Dialog mit dem Publikum, dem sozialen Umfeld der Beteiligten sowie mit Außenstehenden an.

Über die Produktion von Kunstprodukten haben die Jugendlichen die Möglichkeit, eigene Bezüge zu ihrer Lebenswelt herzustellen und schaffen zudem etwas Originelles.

Zentrale Fragestellungen an alle sind die Fragen der Jugendlichen an die Gesellschaft und die Untauglichkeit von Gewalt als Mittel der Politik, aber auch der kreative Umgang mit Protest und dessen legale Umsetzung. Der methodische Zugang über künstlerisch-ästhetische Praxis wird durch klassische Formate der politischen Bildung wie Diskussionsrunden, Workshops und Seminare ergänzt.

Am Ende eines Jahres enden die Teilprojekte mit einer Abschlussveranstaltung auf der die Projektergebnisse präsentiert und anschließend publiziert werden.