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DisTanZ_Trainingsmaßnahmen für Risikojugendliche und lokal verankerte Zentren zur Radikalisierungsprävention

Kontaktdaten

cultures interactive e. V.
Mainzer Str. 11
12053 Berlin
Tel: 030 60401950

Projektkoordination:
Paul-Schneider-Str. 17
99423 Weimar

info(at)cultures-interactive.de
http://cultures-interactive.de/de/das-projekt-distanz


Themenbereich

 Rechtsextreme Orientierungen und Handlungen


Projektziele

Hauptziele des Projekts sind die Einrichtung eines modellhaften institutionell interdisziplinären Fachforums zur lokal verankerten Präventionsarbeit (Radikalisierungsprävention) in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Weimarer Land (DisTanz-Zentrum) und die Erarbeitung und Durchführung von sogenannten „DisTanzTrainings“. „DisTanzTrainings“ stellen Sozialtrainings für Heranwachsende dar, deren Leben und Umfeld geprägt ist von menschenverachtenden und rechtsextremen Haltungen. Hierbei sollen junge Menschen – bevor sie negativ auffällig und/oder straffällig werden – Möglichkeiten und Erfahrungsräume erhalten, die Prozesse der Reflektion zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus anzustoßen.

Das DisTanZ-Zentrum ist ein Kompetenzforum unter Beteiligung relevanter Akteure aus den Regelstrukturen, welche eine übergreifende Fallarbeit mit gefährdeten Heranwachsenden und langfristig kompetente Begleitung gewährleisten soll. Mit Hilfe dieses institutionsübergreifenden (inter-agency)Ansatzes wird ein gemeinwesenbildendes Verfahren zur Radikalisierungsprävention etabliert, das Vorbildcharakter für andere Regionen hat. Vertreterungen aus verschiedenen Institutionen wie der Familienhilfe, ambulante undstationäre Jugendhilfe, Jugendgerichtshilfe, Schule/Schulsozialarbeit, offene Jugendarbeit, Polizei u. a. sind beteiligt.

Für das Weimarer Land wird ein kommunales DisTanZ-Zentrum innerhalb der bestehenden Regelstrukturen aufgebaut, welches ein Fall-Management der Prävention und frühen Distanzierung gewährleistet. Dieses Modell wird übertragbar sein auf andere Regionen inklusive der DisTanZ-Trainings.


Handlungskonzept

Das DisTanZ-Zentrum dient
1) als Frühwarnsystem für die Prävention von Gewaltakzeptierenden Ideologien, Rechtsextremismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Relevante Institutionen gehen eine zweckgebundene Kooperation ein und finden einen Modus der Zusammenarbeit. In regelmäßigen Treffen werden Auffälligkeiten, Problemlagen, Ressourcen und Anknüpfungspunkte ausgetauscht. Durch den Modus der Regelmäßigkeit entsteht ein funktionales Arbeitsnetzwerk, das vom Jugendamt und ggf. einer weiteren Institution gesteuert wird.

Beim Erkennen von markanten Problemfällen ist dieses Fachforum dann in der Lage
2) eine gut abgestimmte Strategie zu entwickeln und durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen umzusetzen. Durch die Zusammenarbeit im DisTanZ-Zentrum werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einzelnen Institutionen entlastet, für die Bearbeitung von Radikalisierungsprozessen allein verantwortlich zu sein. Betreffende Jugendliche werden im Rahmen der DisTanZ-Trainings fachlich begleitet.

Zum Aufbau der DisTanz-Zentren wird der Ansatz zunächst über Fortbildungen in verschiedenen Institutionen des Weimarer Landes vorgestellt. Anschließend findet eine Auftaktkonferenz des DisTanZ-Zentrum statt. Um Kontakt mit den Jugendlichen für eine Trainingsbeteiligung aufzunehmen, und eine Gefährdungseinschätzung für die Region vornehmen können, bietet Cultures Interactive Schulprojekttage an. Schließlich wird dann das DisTanZ-Trainingskonzepts entwickelt und erprobt.
Geplant sind Trainings im Gruppensetting von 8-12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen von 3-6 Modulen à 15 Tagen. Mindestens ein mädchenspezifisches Training soll erprobt werden.

Cultures Interactive arbeitet bei dem Aufbau des modellhaften DisTanZ-Zentrums mit Akteuren der„Info-House“-Praxis (Dänemark) zusammen. Es gilt Zugänge zu Jugendlichen zu finden, die sich außerhalb von Pflichtkontexten wie Schule oder Gefängnissen befinden, aber beispielsweise durch familiäre Hintergründe gefährdet sind. Zudem wird eine Einbeziehung des Mentoring-Ansatzes u. a. aus der systemischen Familientherapie, der bereits in Großbritannien für die Prävention und Deradikalisierung eingesetzt wird, geprüft.