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Die Zukunft miteinander gestalten: Hessische Muslime für Demokratie und Vielfalt! Prävention. Partizipation. Teilhabe.

Kontaktdaten

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam
Senckenberganlage 31
60325 Frankfurt a.M.
Tel: 069 798 32752 oder 33312
schindler-wirth(at)em.uni-frankfurt.de
www.uni-frankfurt.de


Themenbereich

Islamistische Orientierungen und Handlungen


Projektziele

Hessische Muslime für Demokratie und Vielfalt! (HMDV) ist ein muslimisches Projekt der Radikalisierungsprävention durch zivilgesellschaftliches Empowerment. Dabei bietet die innovative Kooperation von universitären Islamischen Studien und Moscheegemeinden in den konfliktbelasteten urbanen Sozialräumen die Möglichkeit, Jugendlichen mit muslimischer Identität authentische, selbstbestimmte Angebote zur Auseinandersetzung mit Fragen im Spannungsfeld von Religion, Identität und Politik zu machen.

Hauptinhalt des Projekts ist es, die theoretische und praktische Vereinbarkeit von Islam, Menschenrechten, Vielfalt und Demokratie erfahrbar zu machen und peerbasierte Alternativen zu menschenfeindlichen und gewaltbereiten Narrativen und Netzwerken zu bieten. Eine Didaktik der zielgruppenspezifisch ressourcenorientierten politischen Bildung unterstützt die Diskursfähigkeit und Selbstorganisation der Jugendlichen und ermöglicht so die notwendigen Selbstwirksamkeitserfahrungen, um sich als Gestalter der eigenen Zukunft zu erleben.

Dabei generiert die modellhafte Kooperation zwischen der Goethe-Universität Frankfurt und muslimischer Community den dringend benötigten Wissenschaft-Praxis-Wissenschaft-Transfer im Bereich der muslimischen Jugend- und Gemeindearbeit und vermittelt das wissenschaftlich fundierte und praxisrelevante Wissen an ihre Studierenden.


Handlungskonzept

Wie kaum eine andere Bevölkerungsgruppe stehen muslimische Communities im Fokus aktueller gesellschaftspolitischer Diskurse – meist als Objekt einseitig defizitorientierter Fremdwahrnehmung. Das Selbstverständnis vieler junger Muslime ist geprägt von Gefühlen der Macht- und Einflusslosigkeit. Hier bietet der pädagogische Ansatz des Empowerment die Möglichkeit einer zielgruppenspezifisch ressourcenorientierten Intervention zur Entwicklung einer Strategie und Praxis muslimischer Selbstermächtigung. Dabei sind die Stärkung von Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und bürgerschaftliches Engagement notwendige Schritte zur Nutzung und Ausbau bestehender Gestaltungsspielräume, gerade im Bereich der muslimischen Jugend- und Gemeindearbeit.

Mit Hinblick auf die Methodik der politischen Bildungsarbeit kommen primär prozessorientierte, ergebnisoffene Programme der Menschenrechtspädagogik und Demokratieerziehung zur Anwendung, wie das Anti-Diskriminierungs-Training Anti-Bias und das Demokratie-Programm Betzavta-Miteinander. Dem Streben nach Eindeutigkeitsnarrativen werden immer wieder mehrdeutige, ergebnisoffene Diskurse entgegengestellt, die Vielfalt muslimischer Traditionen und Interpretationen aufgezeigt, demokratische Aushandlungsprozesse implementiert und Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglicht. Die entstehenden Jugendgruppen der teilnehmenden Moscheegemeinden sollen sich vernetzen und einen Runden Tisch muslimischer Jugendlicher in Hessen und, im Laufe der Projektlaufzeit, einen entsprechenden Landesjugendverband gründen.

Als zweite Zielgruppe nehmen auch die am universitären Mentoring-Programm teilnehmenden Studierenden Angebote zur theologisch-politischen Bildung wahr: Beispielsweise ein wöchentliches Seminar zur Ideengeschichte der Salafiyya, mehrtägige Anti-Bias-Fortbildungen und ein Seminarangebot zum Empowerment muslimischer Jugendlicher und ihrer Communities. Die gegründeten studentischen Arbeitsgemeinschaften in den Themenfeldern Jungenarbeit, Mädchenarbeit, Muslimisches Jugendtheater, Events, Flüchtlinge und Obdachlose, Antidiskriminierung und Social Media tragen studentisches Engagement, Ideen und Expertise in die Jugendarbeit der Community.