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Diagnostisch - Therapeutisches Netzwerk Extremismus (DNE)

Kontaktdaten

ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH
Ebertystraße 46
10249 Berlin
Tel: 03212 1745890
info(at)zentrum-demokratische-kultur.de
http://zentrum-demokratische-kultur.de/initiativen/?c=dne


Themenbereich

Islamistische Orientierungen und Handlungen


Projektziele

Die Idee für das „Diagnostisch-therapeutische Netzwerk Extremismus (DNE)“ ist im Zuge der Professionalisierung des Case Managements bei EXIT-Deutschland und HAYAT entstanden. Das DNE reagiert auf den Bedarf an psychologischer Intervention, der aufgrund der Verstrickung von Individuen, Familien oder Gruppen in  Radikalisierungsprozessen entsteht, denn Radikalisierungsprozesse beziehen sich nicht allein auf den sich Radikalisierenden, sondern wirken sich auch auf sein familiäres und weiteres soziales Umfeld aus und können zu verschiedenen Wechselwirkungen führen. Hauptziel ist es, durch die Einbeziehung diagnostisch-therapeutischer und beratend-begleitender Hilfsmittel einen Beitrag zur Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Ansätzen der Deradikalisierung zu leisten.

Das DNE besteht aus einer psychologisch-psychotherapeutischen Fachstelle mit Sitz in Berlin, die fall- und problembezogen mit lokalen Netzwerkpartnern in verschiedenen bundesdeutschen Städten und Regionen zusammenarbeitet. Es werden positive Kooperationsbeziehungen gefördert und deren Reflektion ermöglich. Auf diese Weise werden die konzeptuellen und praktischen Möglichkeiten der Psychologie und ihrer Teilgebiete (z.B. Familienpsychologie, forensische Psychologie), der Psychotherapie, Sozialpsychiatrie und psychosozialen Kriminologie (z.B. im Bereich deliktpräventiver Therapien) für die Praxis der Deradikalisierung erschlossen. Ergebnisse und Erkenntnisse des DNE werden aus Fallbezügen heraus in die Fachöffentlichkeit zurückgespiegelt.


Handlungskonzept

Ein Schwerpunkt des DNE liegt in der Unterstützung der Familienberatungsstelle HAYAT, der Bundesinitiative EXIT-Deutschland sowie deren Kooperationspartnern im bundesweiten Netzwerk. Dabei arbeitet das DNE nach einem Konsiliar-Modell: Fachkräfte, die im Kontext der Deradikalisierung tätig sind, können durch das DNE eine methodisch-inhaltliche Beratung im Umgang mit psychologisch komplexen Situationen erhalten, die bei der Arbeit mit Einzelnen, Familien oder Gruppen im Gemeinwesen auftreten. Die Beratung kann diagnostische Fragestellungen umfassen, Handlungsmöglichkeiten in Krisensituationen finden helfen und eine sinnvolle Kooperation mit ambulanten und (teil-)stationären psychotherapeutischen Hilfsan-geboten unterstützen.

Je nach den regionalen Möglichkeiten des DNE ist auch eine ergänzende psychologische Mitbetreuung von Familien oder ausstiegswilligen Klienten denkbar. Diese kann beispielsweise in Form von psychologischer Beratung, diagnostischer Klärung von Problemen, psychotherapeutischer Orientierungshilfe oder in Form von Familiengesprächen und Kriseninterventionen stattfinden. Das DNE bemüht sich um eine Unterstützung bei der Vermittlung von Klienten in ein weiteres Hilfenetzwerk.

Darüber hinaus lässt das DNE seine Erfahrungen in Diskussions- oder Arbeitspapiere und Hilfsmittel für die Beratungstätigkeit einfließen. So beschäftigt sich das Projekt  u. a. mit psychologischen Grundlagen von Radikalisierung und Deradikalisierung, Ansätzen der Rehabilitation von Rückkehrern aus Kampfgebieten, Delikt- und rückfallpräventiven Einzeltherapien oder den Grundlagen des Umgangs mit Traumata und Persönlichkeitsstörungen.

Die Angebote des DNE richten sich explizit auch an psychosoziale sowie psychotherapeutisch tätige Berufsgruppen, die ihre Klienten im Rahmen ihrer Tätigkeit in den Regelversorgungsstrukturen in Prozessen von Deradikalisierung und Ausstieg aus Extremismus und Gewalt begleiten wollen. Indem das DNE multiprofessionelle Kooperationen und Reflexionsstrukturen aufbaut, leistet es einen Beitrag dazu, das Arbeitsfeld der Deradikalisierung (einschließlich Familienberatung) und der Ausstiegshilfen insgesamt zu stärken.