Zum Inhalt springen Zum Hauptmenü springen Zum Servicemenü springen

Deradikalisierung im Sozialraum

Kontaktdaten

Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation e. V.
An der Alster 40
20099 Hamburg
Tel: 040 28006852
noellenburg(at)ikm-hamburg.de


Themenfeld

Islamistische Orientierungen und Handlungen


Projektziele

Die Ziele des Modellprojektes „Deradikalisierung im Sozialraum“ sind:

  1. Stärkung aller Akteurinnen und Akteure im Sozialraum hinsichtlich ihrer Kompetenzen in der Präventionsarbeit
  2. Vernetzung und Aktivierung von Migranten-Selbst-Organisation (MSO),
  3. Etablierung einer Lenkungsgruppe für das Themenfeld „Islam, Islamismus und Muslimfeindlichkeit“.

Zum Ende der Projektlaufzeit soll eine möglichst diverse Lenkungsgruppe etabliert sein, welche die Verstetigung der Arbeit sicherstellt. Die Lenkungsgruppe soll im Projektverlauf dazu befähigt werden, selbstständig Probleme in Bezug auf Prävention im Stadtgebiet zu identifizieren und daraus Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Etablierte Strukturen der Zusammenarbeit sollen ergänzt und diverser aufgestellt werden. Dies erreichen wir durch den Ansatz, dass Akteurinnen und Akteure vor Ort im Sinne des Community Organizings selbst Verantwortung übernehmen. Die Beteiligungen müssen immer wieder überprüft und gegebenenfalls verändert werden, da in Zeiten des permanenten Wandels jeweils auch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen mit zu berücksichtigen sind. Ziel ist, eine Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg zwischen etablierten Entscheidungsstrukturen und Vertreterinnen und Vertretern von muslimischen Verbänden und örtlichen zivilgesellschaftlichen Gruppen herzustellen.


Handlungskonzept

Nach einer Stadtteilanalyse (generelle Erhebung von Sozialdaten und standardisierte Interviews) wird zu einer ersten konstituierenden Sitzung der Lenkungsgruppe eingeladen. Bedarfe werden geklärt und gemeinsame Handlungsoptionen erörtert.

Im Zentrum des Projektansatzes stehen der Aufbau und die Stärkung von Shareholderinnen und -holdern im Sozialraum. „Kooperationspartnerin“ bzw. „-partner“ ist ein zu schwacher Begriff in dem Ansatz des Projektes. Es geht um Shareholderinnen und -holder– um Partnerorganisationen, die sich mit einem Eigeninteresse an den Prozessen und der Verbindung mit anderen beteiligen. Sie sollen zu einem Netzwerk verbunden werden, welches sich im Sozialraum mit den konkreten Anliegen der Akteurinnen und Akteure beschäftigt.

Das Netzwerk ist zusammengestellt aus staatlichen Trägerinnen und Trägern, verschiedenen Beteiligten der Zivilgesellschaft insbesondere migrantische Gruppen. Erfolgreich wird das Konzept erst dann sein, wenn auf der lokalen, der regionalen wie auch der Landesebene ein sinnstiftendes System entsteht, welches Krisenlagen bearbeitet und ein handlungsfähiges „Wir“ entwickelt.

Grundlage des Handelns im Projekt ist der Anti-Bias-Ansatz. Dabei wird das Querschnittsziel verfolgt, die Selbstreflexion aller beteiligten Akteurinnen und Akteure sowohl in Bezug auf Vorurteile, die Kompetenz im Umgang mit Andersartigkeit als auch die Entwicklungsfähigkeit von alternativen Handlungsstrategien in der Auseinandersetzung mit radikalen Positionen zu stärken. Dies geschieht in Form von Beratung, öffentlichen und geschlossenen Veranstaltungen sowie Workshops für jeweils unterschiedliche Zielgruppen und mit unterschiedlichen Ausrichtungen. Hierfür besteht eine zwanzigjährige Trainings- und Moderationserfahrung.

Der Modellcharakter besteht darin, in der Präventionsarbeit gezielt einerseits den Community-Organizing-Ansatz anzuwenden und ihn andererseits mit dem Anti-Bias-Ansatz zu verknüpfen. Präventionsarbeit zur Verhinderung von Radikalisierung im Islam kann nicht nur bei Musliminnen und Muslimen ansetzen, sondern es bedarf auch der Bearbeitung von Islamophobie auf Seiten der Mehrheitsgesellschaft.