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BAHIRA Beratungsstelle

Kontaktdaten

Violence Prevention Network e. V.
Alt-Moabit 73
10555 Berlin
Tel: 030 91705464
post(at)violence-prevention-network.de
www.bahira-beratungsstelle.de


Themenbereich

Islamistische Orientierungen und Handlungen


Projektziele

Hauptziel der Beratungsstelle BAHIRA ist die Prävention von islamisch begründetem Extremismus innerhalb muslimischer Communities. Mit der Berliner Şehitlik Moschee als Projektstandort trägt die Beratungsstelle zur Sensibilisierung und Qualifizierung von Mitgliedern muslimischer Communities zum Thema Radikalisierungsprävention bei. Zugleich beabsichtigt BAHIRA, Moscheegemeinden als Orte und Anbieter von Radikalisierungsprävention zu etablieren.

So entsteht ein wichtiges Signal: Die muslimischen Organisationen sind nicht nur gewillt, sich dem Thema zu stellen, sie werden zudem fachkundig, eigenständig und aktiv in die Lage versetzt, Radikalisierungsprävention umzusetzen. Der vernetzende Ansatz des Projektes und die Qualifizierung muslimischer Communities helfen ihnen aus dem Status der Hilfeersuchenden und versetzt sie in die Position der aktiv Handelnden.

Mit diesem Ansatz stellt das Projekt sicher, dass die innermuslimische Thematisierung von Radikalisierungsphänomenen voran gebracht wird. Diese größere Öffentlichkeit sichert die langfristige Umsetzung derartiger Veranstaltungen und erhöht die Bereitschaft der beteiligten Moscheegemeinden zur Übernahme von Verantwortung für einen bisher eher tabuisierten Themenbereich.


Handlungskonzept

Die Beratungsstelle BAHIRA ist ein Kooperationsprojekt von Violence Prevention Network, dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) sowie der DITIB-Şehitlik Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Neukölln.
Die BeraterInnen verfolgen den Ansatz der Verantwortungspädagogik zur Unterbrechung von Radikalisierungsverläufen bzw. zur Deradikalisierung junger Menschen. Dieses Vorgehen bezieht sukzessive das Umfeld mit ein. Es sieht eine andauernde Betreuung vor und unterliegt der Annahme, dass Menschen die erforderlichen Kompetenzen nur durch langfristige Beziehungsarbeit erlernen, die eine Distanzierung von menschenverachtenden Ideologien ermöglichen. Dies geschieht in einer wertschätzenden Atmosphäre und mit einer die Ideologie hinterfragenden Methode. Angewandt werden flexible Module der Biografiearbeit, der politischen Bildung und der Anti-Gewaltarbeit.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen in der Şehitlik Moschee als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Angehörigen und das unmittelbare soziale Umfeld von radikalisierten Personen zur Verfügung. Sie beraten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Moschee in Prävention und im Umgang mit radikalisierten Personen, führen mit Gemeindemitgliedern Veranstaltungen durch, die einerseits der Awareness-Bildung dienen und andererseits die Debatte rund um das Thema "Islamismus" innerhalb der Moschee voranbringen.

Folgende konkrete Maßnahmen schließt dieses Vorgehen mit ein:

  • Umsetzung spezifischer Qualifizierungs- und Sensibilisierungsveranstaltungen mit und für Mitglieder der Moscheegemeinden und MultiplikatorInnen
  • Implementierung der direkten Interventions- und Beratungsarbeit innerhalb einer Moscheegemeinde (sowohl örtlich als auch personell)
  • Durchführung von Veranstaltungen und Anfertigung von Publikationen zur Initiierung eines Diskurses bzgl. der Rolle der Moscheegemeinden innerhalb der Radikalisierungsprävention
  • Moderation von Diskussionsprozessen innerhalb der Moscheegemeinden mit extremistisch gefährdeten bzw. radikalisierten Personen 
  • Dissemination der Erfahrungen, Kenntnisse und Kompetenzen in andere Moscheegemeinden über die Netzwerke der beiden Partner ZMD und Şehitlik Moschee.