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Zentrum Deradikalisierung im Thüringer Strafvollzug

Kontaktdaten

Drudel 11 e. V./
Violence Prevention Network e. V.
Schleidenstraße 19
07745 Jena
Tel: 03641 357805
zdt(at)drudel11.de


Bundesland

Thüringen


Projektziele

Der Strafvollzug bietet Insassen über weite Strecken nur ein eingeschränktes Sozialsystem. Die Gefahr einer Sozialisation in radikalisierten Szenen durch Anwerbeversuche radikalisierter Straftäterinnen und -täter ist daher besonders groß. Übergeordnetes Ziel des Modellprojekts „Zentrum Deradikalisierung im Thüringer Strafvollzug“ ist die Entwicklung, Erprobung und Implementierung eines Distanzierungs- und Deradikalisierungsangebots im Thüringer Strafvollzug und der Bewährungshilfe für radikalisierungsgefährdete bzw. radikalisierte Straftäterinnen und -täter in den Phänomenbereichen Rechtsextremismus und islamistischer Extremismus.

Potentielle Klientinnen und Klienten sollen frühzeitig erkannt und in Maßnahmen des Modellprojekts vermittelt werden. Um ein stabiles Hilfesystem aufzubauen und zu verstetigen, sollen parallel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Strafvollzug und der Bewährungshilfe sowie Angehörige und das soziale Umfeld der Straftäterinnen und -täter in den Deradikalisierungsprozess einbezogen und weiterführend mit separaten Angeboten gestärkt werden.

Am Ende der Projektlaufzeit soll ein landesweit funktionierendes System zur Radikalisierungsprävention und Deradikalisierungsarbeit im Strafvollzug und der Bewährungshilfe geschaffen werden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Modellprojekt sollen festgehalten und u. a. der Fachöffentlichkeit weitergeben werden.


Handlungskonzept

Das Modellprojekt „Zentrum Deradikalisierung im Thüringer Strafvollzug" wird zur Erreichung seiner Handlungsziele mehrere Maßnahmen für radikalisierte und radikalisierungsgefährdete Straftäterinnen und -täter, ihr nahes Umfeld sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzuganstalten und Bewährungshilfe in Thüringen entwickeln und erproben. Dazu gehören Beratungsangebote im Einzelsetting für die Hauptzielgruppe sowie separate Beratungsangebote für Angehörige und das soziale Umfeld. Ebenfalls werden fallspezifische Coachings für Fachpersonal entwickelt und angeboten. Darüber hinaus werden Gruppenangebote und Workshops für die Zielgruppe und Fortbildungsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten und der Bewährungshilfe bereitgestellt. Alle Maßnahmen werden über eine Clearingstelle gesteuert.

Die Beratungsangebote unterteilen sich in themenspezifische Module, die in Ausmaß und Reihenfolge ihrer Behandlung einzelfallbezogen angepasst werden. Da Angehörige, Freundeskreis sowie professionelle Helferinnen und Helfer grundsätzlich eine wichtige Rolle im Deradikalisierungsprozess der Klientinnen und Klienten spielen und wesentlich auf die Veränderungsmotivation Einfluss haben, verfolgt das Modellprojekt einen systemischen Ansatz. Die Ansprache der Unterstützungs- und Hilfesysteme ist damit obligatorisch.

Das Modellprojekt möchte sich als kompetenter Ansprechpartner für die Bewährungshilfe sowie für alle Justizvollzugsanstalten und die Jugendstrafanstalt in Thüringen etablieren. Dafür werden sämtliche Entwicklungsschritte in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Praktikerinnen und Praktikern aus dem Feld des Strafvollzuges konzipiert und umgesetzt. Die Kooperation des Trägers Drudel 11 e. V. mit Violence Prevention Network e. V. sichert zusätzlich den Erfahrungsaustausch zur Deradikalisierung in den beiden Phänomenbereichen Rechtsextremismus und Islamismus.
Das Modellprojekt versteht sich mit seinen innovativen Angeboten als Schnittstelle für Strafvollzug und Bewährungshilfe in Thüringen im Bereich Radikalisierungsprävention.