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„Re:Vision“ – Beratungsstelle Prävention bei religiöser Radikalisierung in Gefängnis/Bewährungshilfe

Kontaktdaten

IFAK e. V. – Verein für multikulturelle Kinder- u. Jugendhilfe – Migrationsarbeit
Kortumstraße 106-108
44787 Bochum
Tel.:  (0234) 67221
E-Mail: revision(at)ifak-bochum.de

ifak-bochum.de/revision


Bundesland

Nordrhein-Westfalen


Projektziele

Logo Re:Vision

Re:Vision ist ein Projekt der Primärprävention im Themenfeld „Radikalisierung gewaltbereiter Salafismus“, welches sich an verschiedene Zielgruppen wendet:

  • junge gefährdete Inhaftierte
  • deren Angehörige
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten, Bewährungshilfe, Jugendgerichtshilfe, Jugendhilfe.

Mit dem Projekt wird das Ziel verfolgt, eine erneute Straffälligkeit zu verhindern, Distanzierungsprozesse extremistisch motivierter Ideologien zu befördern und zu unterstützen sowie das Umfeld der oder des Inhaftierten oder Haftentlassenen durch Schulungs- und Beratungsangebote zu sensibilisieren und zu stärken.

Re:Vision setzt zu dem Zeitpunkt an, in dem es noch zu keiner verfestigten Radikalisierung gekommen ist. Da von einer erhöhten Gefährdung für eine solche in oder nach einer Inhaftierung auszugehen ist, soll durch soziale Gruppen- und Beratungsangebote während und nach der Haft an der Festigung der Persönlichkeit, Perspektiventwicklung und sozialer Kompetenzerweiterung der jungen Menschen gearbeitet werden.

Hier werden Inhalte von interkultureller Demokratiepädagogik, Anti-Gewalt-Trainings und Biografie-Arbeit genutzt, um kultursensibel und wertschätzend die eigene Resilienz (psychische Widerstandskraft) gegenüber radikalen und extremistischen Ansprachen und die Akzeptanz für ein gewaltfreies Leben in einer vielfältigen Gesellschaft zu fördern.

Re:Vision steht den Teilnehmenden auch nach der Haftentlassung als Ansprechpartner zur Verfügung und hilft, den Übergang aus der Haft in den Alltag zu begleiten.

Durch eine zentrale Hotline erreichbar, bietet Re:Vision auch eine Beratungsstelle für Angehörige von Inhaftierten. Diese können sich neben der individuellen Beratung und Begleitung insbesondere auch zum Themenbereich „religiös begründeter Salafismus“ informieren und werden in akuten Fällen auch zu weiteren Fachstellenstellen der Intervention und Ausstiegsbegleitung weitervermittelt. In den Beratungssettings wird systemisch und ressourcenorientiert mit dem Ziel gearbeitet, positive Beziehungen zwischen Betroffenen und Angehörigen zu mobilisieren und zu stärken. Projekt und Beratungsarbeit soll in mindestens vier weiteren Kommunen vorgestellt werden.

Neben der Zielgruppenarbeit und der Angehörigenberatung bietet Re:Vision eigene Fortbildungsformate zu Themen „religiös begründeter Extremismus– erkennen und handeln“,„Islamisches Leben in Deutschland versus Islamismus“ und „Interkulturelle Kompetenz als wichtiger Baustein in der Präventionsarbeit“ an. Die Fortbildungsformate richten sich an Bedienstete in den Justizvollzugsanstalten, der Bewährungshilfe, der Jugendgerichtshilfe, an freie Trägerinnen und Träger der Straffälligenhilfe sowie an die Jugendhilfe. Neben den Fortbildungen bieten wir gegebenenfalls auch Coachings an.


Handlungskonzept

Die Kombination der drei verschiedenen Handlungsfelder soziale Zielgruppenarbeit, Beratung der Angehörigen, Schulung und Information von betroffenen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bietet eine Methoden- und Handlungsvielfalt und setzt sich mit allen Betroffenen im Prozess der Prävention auseinander.

So gilt es auch im Projekt Re:Vision, ein Netzwerk aufzubauen, welches sich mit einem verbesserten Schnittstellenmanagement zwischen Haft und Haftentlassung sowie der Reintegration in den Alltag befasst.

Die Sensibilisierung und Schulung dieser Fachkräften für das Themenfeld religiös begründeter Extremismus und das Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten für einen kultursensiblen Umgang mit gefährdeten jungen Menschen ist ein weiterer wichtiger Baustein für das Projekt. Die Themenfelder Erkennen und Handeln bei Radikalisierungstendenzen sollen jedoch zusammen mit der Vermittlung interkulturellen Handlungskompetenz, der Sensibilisierung gegen antiislamischen Rassismus sowie das Wissen um Unterstützungsangebote vermittelt werden.

Zu diesen Themen sind im Rahmen des Projektes auch Einzelveranstaltungen und Fachtage vorgesehen.

Zu unseren Kooperationspartnerinnen und -partnern gehören:

  • Anstaltsleiterinnen und -leiter sowie Bedienstete der Jugendstrafanstalten in Nordrhein-Westfalen
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bewährungshilfe
  • Arbeitskreise Straffälligenhilfe und Jugendgerichtshilfe
  • Jugendämter
  • Fachkräfte der Radikalisierungsprävention wie Wegweiserinnnen und -weiser, Grenzgängerinnen und -gänger etc.
  • Aussteigerinnen- und Aussteigerprogramm Islamismus des Landes Nordrhein-Westfalen
  • verschiedene Migrantinnen- und Migrantenselbstorganisationen.