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Legato - Islamismusprävention im justiziellen Feld (PräJus)

Kontaktdaten

Ambulante Maßnahmen Altona e. V.
Postfach 50 03 12
22703 Hamburg
Tel: 040 41307654
praevention(at)legato-hamburg.de


Bundesland

Hamburg


Projektziele

Ziel des Projektes „Legato – Islamismusprävention im justiziellen Feld“ ist die Erprobung neue Präventionsmethoden gegen religiös begründeter Radikalisierung im Hamburger Strafvollzug und in der Bewährungshilfe. In Anbetracht des starken Zulaufs für die salafistisch-dschihadistische Szene und der wahrscheinlichen Inhaftierung von IS-Rückkehrerinnen und -Rückkehrern soll verhindert werden, dass sich der justizielle Bereich zu einem Nährboden für Radikalisierung entwickelt.

Zu diesem Zweck wird zum einen das Personal in Justizvollzug, Jugendbewährungs- und Gerichtshilfe geschult, so dass es Radikalisierungsdynamiken besser einschätzen und sensibler bearbeiten kann. Zum anderen sucht das Projektteam über Gruppenarbeit in einer Justizvollzugsanstalt sowie mit Beratungsangeboten Kontakt zu radikalisierungsgefährdeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um die Problemdynamik zu unterbrechen und mit ihnen neue Lebensperspektiven und alternative Narrative zu entwickeln.

Bereits weitreichend radikalisierten, gesprächsbereiten Straffälligen werden ebenfalls Angebote gemacht, um mit ihnen einen Weg zurück zu erarbeiten. Die Haftanstalten sollen langfristig in die Lage versetzt werden, Teile des Projektangebots selbstständig weiterzuführen. Ziel ist es außerdem, das Thema religiöse Radikalisierung in den Ausbildungsgängen von Justizvollzug und Bewährungshilfe zu verankern.


Handlungskonzept

Legato arbeitet nach dem systemischen Ansatz. Neben einigen Projektelementen, bei denen direkt mit den gefährdeten Jugendlichen gearbeitet wird, überwiegen Module, in denen Personen, die bereits Beziehungen zu den Jugendlichen haben, beraten, gestärkt und fortgebildet werden.

Einmal pro Woche führt Legato ein offenes Gruppenangebot im Jugendvollzug durch. Dabei tasten sich die Pädagoginnen und Pädagogen entlang von Themen, die die Jugendlichen bewegen – etwa von Gerechtigkeit bis hin zu den radikalisierungsrelevanten Problemkomplexen. Ziel ist es, durch Auseinandersetzung auf Augenhöhe Impulse bei der Findung der eigenen Identität und der Entwicklung einer Perspektive zu setzen.

Legato schult Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hamburger Justizvollzugs, um Radikalisierungstendenzen von normaler Religionsausübung unterscheiden zu können und um Handlungssicherheit im Umgang mit der Klientel zu entwickeln.

Legato wird sich auf Anfrage der Haftanstalten in die Fallarbeit einbringen und sowohl dem Personal der Justizvollzugsanstalt als auch der oder dem Inhaftierten beratend zur Verfügung stehen.

Das innovative Moment des Projektes besteht neben der oben skizzierten Gruppenarbeit, die es in dieser Form noch nicht gibt, in der Verzahnung von Beratungsleistungen. Ein Fall kann über Jugendgerichtshilfe, Haft und Bewährungshilfe hinweg beibehalten werden. Dadurch werden Beziehungsabbrüche vermieden, die die Beratung erschweren und unter denen die Klientinnen und Klienten ohnehin schon leiden. In Zusammenarbeit mit der Familienberatungsstelle Legato können außerdem Angehörige der Inhaftierten beraten werden, was insbesondere bei der Resozialisierung von großem Wert ist.

Zu den Kooperationspartnern des Projektes zählen die Hamburger Justizbehörde, das Amt für Straffälligen- und Gerichtshilfe, die Justizvollzugsanstalten, Jugendgerichts- und -Bewährungshilfen in Hamburg sowie der Träger des Projektes Ambulante Maßnahmen Altona e. V. Durch die Beratungsstelle Legato besteht eine weitreichende Anbindung an fachliche Institutionen wie den Nordverbund.