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KuBiBe – Kultur, Bildung und Beratung im Straffälligenbereich

Kontaktdaten

Ambulante Maßnahmen Altona e. V.
Museumstraße 18
22765 Hamburg
Web: www.amaev.de


Bundesland

Bremen


Projektziele

Hauptziel des Hamburger Modellprojekts „Ku Bi Be Kultur, Bildung und Beratung im Straffälligenbereich“ ist die Prävention von religiös begründeter Radikalisierung bei gefährdeten Jugendlichen sowie deren Deradikalisierung.

Ku Bi Be soll Radikalisierungen von jungen Menschen im Hamburger Strafvollzug und während der Bewährungshilfe frühzeitig identifizieren und entgegenwirken. Dabei wird unter anderem der Radikalisierungsfaktor der Diskriminierung sowohl institutionell als auch individuell in den Blick genommen.

Zu diesem Zweck arbeitet ein interdisziplinäres Team in mehreren Modulen in und außerhalb des Vollzugs. Es sollen Radikalisierungsprozesse unterbrochen und sozialer Isolation und Desintegration als weitere Faktoren aktiv entgegengearbeitet werden.

Die Rückfallquote zu reduzieren ist immanentes Ziel des Gesamtprojektes. Dies soll erreicht werden durch die Schaffung von alternativen Narrativen, realistischen Lebensgestaltungsperspektiven und Vertrauensaufbau zur Gesellschaft und dem individuellen sozialen System.

Zielgruppe sind vor allem Menschen, die sich Gewalt befürwortenden dschihadistisch-islamistischen und /oder Organisationen oder Strömungen angeschlossen haben, sowie Mitglieder und ehemalige Mitglieder von ausländischen terroristischen Vereinigungen wie Al-Qaida oder ISIS.


Handlungskonzept

Übergeordnete Ziele aller Module sind: Etablierung und strukturell / konzeptioneller Aufbau einer Fallbezogen möglichst durchgehenden Beratung angefangen noch vor der Verurteilung über den Vollzug bis hin zur Bewährungshilfe und darüber hinaus. Erreicht werden sollen:

  • Sensibilität und Handlungsfähigkeit in Bezug auf gefährdete und bereits radikalisierte junge Menschen
  • Überführung von Erfahrungen und Wissen aus dem Projekt ins Regelsystem

Erprobtes soll eine mittelfristige Verstetigung und Überleitung in die Regelangebote erfahren durch die konsequente fachliche Einbeziehung und Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Justizvollzugs.

Das Handlungskonzept besteht aus folgenden Modulen:

  1. Möglichkeit durchgehender Beratung in Bezug auf Einzelfälle durch die regelmäßige Präsenz des Projektes in der Anstalt sowie Vernetzungstreffen mit allen Bewährungshilfestellen und Fortbildungsveranstaltungen in systemischer Beratung und Risikoassessment
  2. Fachberatung zu Radikalisierungs- und Diskriminierungsidentifizierung und Entgegnungsstrategien bei Bedarf seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  3. Teilnahme an Fallkonferenzen
  4. Umsetzung von Fortbildungsveranstaltungen jeweils für sowohl Vollzugs- als auch Bewährungshilfemitarbeiter. Die Schwerpunkte der Fortbildungsveranstaltung liegen in der frühzeitigen Erkennung von Radikalisierung einzelner Inhaftierter oder Menschen in der Bewährung und in der Schaffung von Grundwissen und Handlungsfähigkeit.
  5. Teilnahme an internationalen Vernetzungstreffen durch Projektvertreter und Studienreisen zu nationalen oder international vergleichbaren Projekten
  6. Ausstiegsberatung