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Kick-off

Kontaktdaten

Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein und Kieler Antigewalt- und Sozialtraining
Elisabethstraße 59
24143 Kiel
Tel.: 0431 7394926
kick-off(at)tgsh.de
http://provention.tgsh.de/kick-off-justiz


Bundesland

Schleswig-Holstein


Projektziele

Das Modellprojekt „Kick-off“, welches von der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) im Trägerverbund mit dem Kieler Antigewalt- und Sozialtraining (KAST) durchgeführt wird, arbeitet sowohl präventiv als auch intervenierend und richtet sich damit an verschiedene Zielgruppen. Durch den Trägerverbund werden sowohl der Bereich Islamismus als auch der Bereich Rechtsextremismus abgedeckt. Das Projekt soll gefährdete Personen gegen extremistisches Gedankengut stärken, Bedienstete in ihrer Handlungssicherheit festigen sowie Distanzierungsprozesse bei radikalisierten Personen einleiten und begleiten.

Innerhalb des Teams von „Kick-off“ ebenso wie im Rahmen verschiedener landes- und bundesweiter Netzwerke werden regelmäßige Treffen unterschiedlichen Formats stattfinden, in denen u. a. Erfahrungen ausgetauscht und Methoden reflektiert und ggf. weiterentwickelt werden. Die Projekterkenntnisse in Bezug auf die Präventions- und Distanzierungsarbeit sollen zum Ende der Projektlaufzeit in einem Projektbericht zusammengefasst und interessierten Akteurinnen und Akteuren zugänglich gemacht werden.


Handlungskonzept

Das Modellprojekt „Kick-off“ arbeitet über mehrere Säulen und richtet sich damit jeweils an unterschiedliche Zielgruppen. Die erste Säule des demokratiepädagogischen Unterrichts im Jugendvollzug dient vor allen Dingen der Prävention und ermöglicht eine frühzeitige Immunisierung gegen extremistisches Gedankengut.

Die zweite Säule der Fortbildungen von Bediensteten im Kontext Justiz soll deren Handlungssicherheit festigen, indem ihre interkulturellen Kompetenzen gestärkt werden, ihnen Kenntnisse zu Ideologien und Radikalisierungsprozessen vermittelt werden und sie befähigt werden, entsprechende Anzeichen zu erkennen und durch ihr Handeln die Umkehrung von Radikalisierungsprozessen zu unterstützen.

In den Gesprächsgruppen der dritten Säule sollen durch professionell angeleitete Diskussionen in diversen Gruppen mit unterschiedlichen Meinungen und eventuellen Radikalisierungsgraden das kritische Denken angeregt und somit die Resilienz gegenüber einfachen Wahrheiten gestärkt und ggf. Radikalisierungsprozesse unterbrochen und Distanzierungsprozesse eingeleitet werden.

Die vierte Säule gilt der intensiven Einzelbetreuung bereits radikalisierter Personen durch eine systemische Herangehensweise. Hier sollen Distanzierungsprozesse eingeleitet und langfristig begleitet werden.

Die fünfte und sechste Säule fokussieren die Vernetzung mit bereits bestehenden Angeboten und die Nach- bzw. Weiterbetreuung nach Haftentlassung im Rahmen der Einzelberatung.

„Kick-off“ stellt sowohl quantitativ als auch qualitativ eine Innovation dar. Anders als bei bisher bestehenden vereinzelten und unabhängigen Maßnahmen kann durch das Modellprojekt eine effektive Koordinierung und durch den regelmäßigen Austausch und die gemeinsame Reflexion eine stetige Weiterentwicklung aller Maßnahmen erfolgen.

Des Weiteren eröffnet für den Bereich Islamismus die Verbindung aus theologischer Dekonstruktion und systemischen Methoden in der Einzelberatung neue Möglichkeiten. Ideologien üben im Laufe eines Radikalisierungsprozesses Kontrolle über die Betroffenen aus und damit verbundene theologische Legitimationsmuster für das eigene Handeln verfestigen sich, weshalb deren Dekonstruktion ein zentrales Element der Beratung darstellt. Da durch die Ideologie und die damit verbundenen Aspekte Halt, Stabilität und Sinn vermittelt wurden, ist es wichtig, den Betroffenen gleichzeitig Alternativen anzubieten und ihr Selbstwertgefühl anderweitig zu stärken und dabei ressourcen- und lösungsorientiert vorzugehen, was einen essentiellen Bestandteil systemischer Beratung darstellt. Die Nachhaltigkeit der Beratung wird so gefestigt.

Logo des Ministeriums für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein

Das Modellprojekt „Kick-off “ wird vom Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein kofinanziert.