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Herausforderung Demokratie – Prävention und Deradikalisierung im Strafvollzug

Kontaktdaten

Internationaler Bund (IB), IB Südwest gGmbH für Bildung und soziale Dienste
Erthalstraße 2    
55118 Mainz
Tel.: (06131) 672792
Web: www.internationaler-bund.de


Bundesland

Rheinland-Pfalz


Projektziele

Das Modellprojekt „Deradikalisierung und Prävention im Strafvollzug“ der IB Südwest gGmbH richtet sich hauptsächlich an die Zielgruppe Arrestierter (Jugendarrestanstalt Worms) und Inhaftierter (Jugendstrafanstalt Schifferstadt) im Alter von 14 bis 24 Jahren. Ebenso werden Aus- und Fortbildungen für Bedienstete der Justizvollzugsanstalten angeboten. Die Zielsetzung in der Arbeit mit den arrestierten und inhaftierten jungen Menschen besteht in der Förderung des Demokratieverständnisses und der Persönlichkeitsentwicklung, um durch angeleitete Reflexion eigener Wertesysteme eventuellen Radikalisierungstendenzen entgegenwirken zu können.

Auf Ebene der Bediensteten wird durch Aufbauschulungen in den Themenfeldern Interkulturelle Kompetenz, Demokratiebildung/Gesellschaftliche Verantwortung und Gewaltprävention auf einen Multiplikatoreneffekt gesetzt, um sowohl die Vorbild- und Orientierungsfunktion und das Situationsverständnis im Zusammenhang mit kulturellen Besonderheiten als auch die Kompetenz zur methodischen Umsetzung eigener Präventions- und Interventionsmaßnahmen zu stärken.

Die im Modellprojekt entstehenden Konzeptionen und Erfahrungswerte bilden eine Grundlage zur anschließenden Adaption für Sozialkompetenztrainings im Rahmen der Bewährungshilfe, der Kinder- und Jugendhilfe oder für Präventionsangebote in Schulklassen.


Handlungskonzept

Für die Gruppe der Bediensteten erfolgt das Angebot der Gewaltpräventionsschulung im Rahmen einer Anti-Gewalt-Trainings-Ausbildung mit neun Präsenztagen in drei Blöcken mit Selbststudien- und Praxisphasen und einer Abschlussprüfung. Zum Thema Interkulturelle Kompetenz und Demokratiebildung werden ein- bis zweitägige Fortbildungsblöcke eingerichtet und von versierten Fachdozentinn und -dozenten durchgeführt.

Für die arrestierten bzw. inhaftierten jungen Menschen wird ein Modulkatalog mit verschiedenen Bausteinen erstellt. Diese sind auf die individuellen Bedarfe und Möglichkeiten der Zielgruppe und der jeweiligen Institution zugeschnitten und können auch einzeln angeboten werden. Die Schwerpunktsetzung liegt auf politischer Bildung, die durch leicht zugängliche kreative Methoden näher gebracht wird. Dazu gehören Plan- und Rollenspiele, methodisch unterstützte Diskussionsrunden, gestalterischer Ausdruck und audiovisuelle Medien als Grundlage für Gespräche und zur Auseinandersetzung mit der eigenen Person als Individuum sowie als Teil einer Gesellschaft.

So hebt die inhaltliche Umsetzung des Projekts nicht mit einer defizitorientierten Strategie darauf ab, speziellen Problemlagen entgegenzuwirken, sondern es wird bildungs- und identitätstheoretischen Ansätzen gefolgt. Damit soll eine Öffnung für verschiedene Denkweisen und die Entwicklung einer bewussten inneren Haltung gefördert werden.

Das Justizministerium Rheinland-Pfalz unterstützt das Projekt als Kooperationspartner mit fachkundiger Beratung, personellen und räumlichen Ressourcen, und auch das Landesjugendamt steht mit Expertise und Hilfe bei der Vernetzung zur Seite.

Da die Vorgehensweise zweigliedrig ist, wird erwartet, dass dieWirkunglängerfristig sein kann . Die in diesem Rahmen entstehenden Projekte und Module sollen modellhaft erprobt und perspektivisch auf interessierte Institutionen im Gebiet Rheinland-Pfalz ausgeweitet werden.